Weiter geht‘s mit der Kulturbaustelle - mit Video

Buddeln vor dem Glashaus: Punky und seine Gäste unterhalten Passanten

Ein Pferdehuf, ein Blasebalg, Raspel, Hufeisen ... sieht ganz so aus, als sei da mal eine Hufschmiede vor dem Glashaus gewesen. Bei der Kulturbaustelle kommen skurrile Dinge ans Licht.
Schwungvoll gräbt der Künstler Paul, das lebende Kunstwerk, den Sand auf dem Anhänger vor dem Glashaus um. Seine Partnerin, die Mysteriöse Miriam, fischt allerlei rostige Geräte heraus und rätselt, was es damit auf sich hat. © Jörg Gutzeit

Endlich kann Punky wieder loslegen. Der Trash-Künstler mit Hang zu skurrilen Wortspielen und ebensolchen Kunstaktionen zeichnet verantwortlich für die Kulturbaustellen – eine lockere Veranstaltungsreihe, die zur Belebung der Innenstadt beitragen soll. Nach dem Start im November 2019 waren der Künstler und seine Komplizen jäh ausgebremst worden: Corona legte – wie so vieles – auch das kulturelle Leben in der Stadt lahm.

Auch das Ordnungsamt kommt vorbei und kontrolliert, ob bei der Kulturbaustelle am Glashaus alles mit rechten Dingen zugeht.
Auch das Ordnungsamt kommt vorbei und kontrolliert, ob bei der Kulturbaustelle am Glashaus alles mit rechten Dingen zugeht. © Jörg Gutzeit © Jörg Gutzeit

Freitagvormittag (27.8.) geht der Spaß nun weiter: Aus dem Sand auf einem Anhänger vor dem Glashaus werden unter den Augen interessierter Passanten allerlei Objekte zutage befördert. Den Anfang machen Paul, das lebende Kunstwerk, und die Mysteriöse Miriam mit einer Grabung, die viele Fragen offen und der Fantasie der Zuschauer reichlich Raum lässt. Allerlei rostiges Gerät – vom Hufeisen über eine Schraubzwinge bis hin zu Hufraspel, Blasebalg und Wagenrad – legen die Vermutung nahe, dass anno dazumal ein Hufschmied im Bereich des Glashauses seine Werkstatt hatte.

Resonanz: „Immerhin ist mal was los“

Ob diese Lösung des Rätsels die richtige ist, oder ob etwas ganz anderes (vielleicht auch gar nichts?) dahinter steckt, erfährt das Publikum nicht. Entsprechend fragend sind die Blicke der Menschen. „Ist doch egal. Immerhin ist mal was los“, verkündet eine alte Dame, die ihren Rollator zum Stehen gebracht hat und nach kurzer Rast weiterschiebt. So sieht das auch Anja Ollmert. Die Distelnerin betätigt sich selbst künstlerisch. „Es ist unterhaltsam und schade, dass nicht mehr Leute stehen bleiben“, findet Ollmert.

Andreas Dickel (links), seines Zeichens pensionierter Kriminalist, hat seinen Hund Bella mitgebracht. Das Tier hat einen seltsamen Fund gemacht. Baustellen-Chef Punky (rechts) rätselt, was das wohl bedeuten könnte.
Andreas Dickel (links), seines Zeichens pensionierter Kriminalist, hat seinen Hund Bella mitgebracht. Das Tier hat einen seltsamen Fund gemacht. Baustellen-Chef Punky (rechts) rätselt, was das wohl bedeuten könnte. © Jörg Gutzeit © Jörg Gutzeit

Weitere Buddel-Gäste sind der Künstler Mate mit der ein oder anderen Flaschenpost und Süderleben-Protagonist Andreas Dickel, seines Zeichens pensionierter Kriminalist, der nebst Hund Bella auftritt. Das brave Tier hat eine Sherlock-Holmes-Skulptur ausgegraben und es stellt sich die Frage, was das wohl zu bedeuten hat.

Statt Kletterwald: Unterm Glashaus entsteht ein Klettertunnel

Natürlich trägt auch Punky (alias Christan Bahr) in gewohnter Manier ein Fantasiestück zu der Grabung bei. Der Sandhaufen sei der erste Aushub einer Baustelle unter dem Glashaus, behauptet er. Die gefundenen Katakomben schienen wie geschaffen als Büros für manche Parteien, deren Ideen eh unterirdisch seien. Und auch für einen Klettertunnel sei dort Platz – zum Kletterwald habe es in Herten bekanntlich nicht gereicht.

Interessierter Zuschauer war auch Martin Pricken vom Projektbüro in der Ewaldstraße. Denn die Kulturbaustelle wird mit Mitteln aus dem Programm „Neustart Innenstadt“ finanziert. „Klasse, dass endlich wieder was geht“, sagt Pricken. Schon im Oktober ist die nächste Aktion auf dem Vorplatz der Antoniuskirche geplant. Titel: „Wasserpaläste unter Bäumen“. Man darf gespannt sein.

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