Klarer Sieg im Wahlkreis 122

Bundestagswahl: Brian Nickholz (SPD) holt Direktmandat für Bundestag

Brian Nickholz (SPD) zieht in den Bundestag ein. Gleich im ersten Anlauf hat es für den Marler geklappt. Er holte sich mit deutlichem Abstand das Direktmandat im Wahlkreis 122 (RE II).
Brian Nickholz (SPD) aus Marl jubelt mit seinen Bekannten über seinen Sieg im Wahlkreis 122 (RE II). © Meike Holz

Seit 7.30 Uhr haben wir in diesem Live-Ticker über alle Entwicklungen bei der Bundestagswahl im Wahlkreis 122 (Recklinghausen II) mit den Städten Marl, Herten, Datteln, Oer-Erkenschwick und Haltern am See berichtet. Für heute verabschieden wir uns von Ihnen. Unten können Sie die gesamten Ereignisse des Wahltages noch einmal rekapitulieren.

Alle Wahlbezirke im Wahlkreis 122 (Recklinghausen II) sind ausgezählt. In diesen interaktiven Grafiken sie die Endergebnisse sehen.

Erststimmen:

Zweitstimmen:

Update, 22.50 Uhr:

Ein letztes Video haben wir am heutigen, spannenden Wahlabend noch: Der unterlegene Kandidat Lars Ehm (CDU) bezieht vor unserer Kamera Stellung zu seiner deutlichen Niederlage im Wahlkreis 122.

Update, 22.45 Uhr:

Zum Abschluss dieses Live-Tickers rund um die Entwicklungen im Wahlkreis 122 werfen wir noch einmal einen Blick auf die Bundesergebnisse. Dort setzt sich die SPD leicht von CDU/CSU ab. Die Sozialdemokraten kommen nach der aktuellsten Hochrechnung der ARD (von 22.24 Uhr) mittlerweile auf 25,9 Prozent der Zweitstimmen, während die Union nur 24,1 % erreicht. Dritten sind bereits mit einigem Abstand die Grünen (14,7 %), dann folgen FDP (11,5 %) und AfD (10,4 %). Spannend wird es auch noch um die Linke, die bisher genau auf 5 % kommt. Sie muss also weiter um den Einzug in den neuen Bundestag bangen. Die anderen Parteien vereinigen 8,4 % der Stimmen auf sich.

Update, 22.02 Uhr:

Die Auszählung im Wahlkreis 122 (RE II) ist beendet:

Brian Nickholz sichert sich das Direktmandat mit 37,4 % Prozent der Erststimmmen. Lars Ehm (CDU) liegt mit 28,1 % deutlich dahinter. Dann folgen: Robin Conrad (Grüne / 10,9 %), Bernhard Keber (AfD / 9,61 %), Robert Heinze (FDP / 8,3 %), Ulrike Eifler (Linke / 2,9 %) und Angelina Sara-Maria Klementz (DIE PARTEI / 2,6 %).

Auch bei den Zweitstimmen ist die SPD klar mit 35,5 Prozent vor den Christdemokraten (24,6 %). Dahinter: Grüne (11,4 %), FDP (10,0 %), AfD (9,1 %) und Linke (3,0 %).

Update, 21.54 Uhr:

In Oer-Erkenschwick steht das vorläufige Ergebnis der Bundestagswahl 2021 fest. Alle Wahlbezirke sind ausgezählt. Die Stimbergstadt bleibt eine SPD-Hochburg. Hier die Ergebnisübersicht:
Erststimmen: Brian Nickholz (SPD) 38,18 %, Lars Ehm (CDU) 28,59 %, Robin Conrad (Bündnis 90/Grüne) 10,67 %, Bernard Keber (AfD) 9,97 %, Robert Heinze (FDP) 6,96 %, Ulrike Eifler (Die Linke) 3,00 %.
Zweitstimmen: SPD 37,70 %, CDU 22,63 %, Grüne 10,85 %, AfD 9,86 %, FDP 9,20 %, Die Linke 3,06 %.

Update, 21.37 Uhr:

CDU-Bundestagskandidat Lars Ehm nahm die Wahlergebnisse bei einem Treffen der Kreis-CDU in Haltern am See gefasst auf. Ihm sei natürlich klar gewesen, dass er den Wahlkreis Recklinghausen II nicht direkt hätte holen können, erklärte er. „Objektiv betrachtet, ist das ein Wahlkreis, der seit Jahrzehnten von der SPD geholt wird“, sagte der 45-Jährige. Hinzu sei der Trend hin zur SPD auf Bundesebene gekommen. Dennoch habe er voll hinter dem engagierten Wahlkampf gestanden. Ehm bedankte sich bei allen Stadtverbänden für die intensive Zusammenarbeit und Unterstützung. Als Landesbeamter im Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales werde er am Dienstag seine Arbeit wieder aufnehmen. Den Montag habe er aber frei genommen: „Ich möchte erst noch ein wenig Zeit mit meiner Familie verbringen.“

Update, 21.25 Uhr:

Die CDU Herten hat jetzt eine Stellungnahme zum Wahlausgang auf Bundes- und Lokalebene veröffentlicht. Darin heißt es: „Das Ergebnis der Bundestagswahl 2021 enttäuscht uns. Dies gilt sowohl für das Ergebnis im Bund als auch für das Abschneiden der CDU in Herten. Klar ist: Ein Ergebnis um 25 Prozent im Bund ist weit entfernt von dem Anspruch, den die CDU in Deutschland hat. Das Ergebnis ist nach 16 erfolgreichen Jahren der Ära Merkel ein Tiefschlag. Dass Umfragen noch Schlimmeres haben befürchten lassen, ist kein Trost.

Klar ist aber auch: Aus dem allenfalls hauchdünnen Vorsprung der SPD lässt sich kein Anspruch zu einer SPD-geführten Bundesregierung ableiten. Deutschland muss stabil aus der Mitte heraus regiert werden. Ein rot-rot-grünes Linksbündnis hat keine Mehrheit. Die CDU als Partei der Mitte stiehlt sich nicht aus der Verantwortung: Die Hertener CDU unterstützt Armin Laschet, der nun vor der Aufgabe steht, eine Regierung unter der Führung der Union zu bilden.

Auch das Abschneiden der CDU in Herten ist eine Enttäuschung. Trotz eines intensiven Wahlkampfes mit einem überzeugenden Kandidaten Lars Ehm liegen wir sehr deutlich auf Platz 2. Nachdem die CDU in Herten bei der Kommunalwahl noch in Schlagdistanz zur SPD lag, ist der Abstand nun deutlich.“

Update, 21.16 Uhr:

Auch der unterlegene Kandidat Lars Ehm hat auf unserem Foto gut lachen. Allerdings entstand dies ganz am Anfang der Wahl-Auszählung und da kamen die ersten Ergebnisse bekanntlich aus Haltern am See. Und die Stadt ist traditionell eine CDU-Hochburg, wobei die Partei dort diesmal auch Verluste hinnehmen musste und nicht mehr so klar dominierte wie noch in der Vergangenheit.

Am Anfang der Auszählung war Lars Ehm (CDU), hier im Kreise seiner Bekannten, noch optimistisch.
Am Anfang der Auszählung war Lars Ehm (CDU), hier im Kreise seiner Bekannten, noch optimistisch. © Benjamin Glöckner © Benjamin Glöckner

Update, 21.08 Uhr:

Brian Nickholz ist am Ziel seiner Wünsche: Der SPD-Kandidat aus Marl sichert sich gleich im ersten Anlauf das Direktmandat für den neuen Deutschen Bundestag. Der Nachwuchspolitiker hat mit über 37 Prozent einen deutlichen Vorsprung von über zehn Prozent (bzw. rund 12.000 Stimmen) vor seinem Kontrahenten von der CDU, Lars Ehm, und es steht nur noch in einigen wenigen Wahlbezirken das Ergebnis aus. Kurz gesagt: Das Ding ist durch.

Nickholz wird damit der Nachfolger seines Parteigenossen Michael Groß, der sich dreimal in Folge im Wahlkreis 122 (RE II) durchgesetzt hatte, jetzt aber nicht mehr zur Wahl antrat.

Brian Nickholz (SPD) aus Marl siegt deutlich im Wahlkreis 122 (RE II) und zieht in den nächsten Bundestag ein.
Brian Nickholz (SPD) aus Marl siegt deutlich im Wahlkreis 122 (RE II) und zieht in den nächsten Bundestag ein. © Archiv © Archiv

Update, 20.44 Uhr:

Für den heimischen Bundestagskandidaten Robert Heinze (FDP) ist das knappe Wahlergebnis „das Beste, was passieren konnte“. Es gibt keinen Matchwinner, betont Heinze: „Egal wer Kanzler wird, er wurde von 75 Prozent nicht gewählt. Also wird sich die neue Koalition über Inhalte definieren. Endlich reden wir über Inhalte.“ Er selbst rechnet sich gute Chancen aus, in den Bundestag einzuziehen. Voraussetzung sind 90 Bundestagssitze seiner Partei: „Das wird eine lange Nacht, bis wir das wissen.“

Für die Kandidatin der Linken, Ulrike Eifler, ist der Wahlabend eine „Zitterpartie“: Ziehen die Linken mit fünf Prozent in den Bundestag ein, dann wird sie mit großer Wahrscheinlichkeit als Abgeordnete vertreten sein: „Ich hoffe, dass es heute Nacht stabil bleibt. Dafür, dass ich mich hier erst bekannt machen musste, bin ich nicht unzufrieden.“

Update, 20.09 Uhr:

Haltern ist durch. Die Ergebnisse aus 19 Wahllokalen und 19 Briefwahllokalen sind ausgezählt. Danach liegt Lars Ehm (CDU) mit 36,4 Prozent der Stimmen vor Brian Nickholz (SPD) mit 30 Prozent. Robin Conrad (Die Grünen) erreicht 14,7 Prozent, Robert Heinze (FDP) 8,5 und Bernard Keber (AfD) 5,6 Prozent der Stimmen. Bei der Zweistimme liegt die CDU mit 30,7 Prozent knapp vor der SPD mit 29,6 Prozent. Die Grünen kommen auf 15,5 %, gefolgt von FDP mit 11,2% und AfD 5,4 %.

Update, 20.08 Uhr:

Hier ein weiteres Video: Der Marler FDP-Bundestagskandidat Robert Heinze gibt seine erste Einschätzung zu den Prognosen nach Schließung der Wahllokale.

Update, 20.02 Uhr:

In Oer-Erkenschwick sind mittlerweile 17 von 31 Wahlbezirken ausgezählt. Nickholz (SPD) liegt mit 34,95 % klar vor Lars Ehm (CDU) mit 27,2 %, gefolgt von Keber (AfD) mit 13,10 % und Conrad (Grüne) mit 10,24 %. Bei den Zweitstimmen führt die SPD mit 35,23 % deutlich vor der CDU mit 21,01 %, gefolgt von AfD mit 12,47 %, Grüne mit 10,42 %, FDP mit 9,92 % und der Linken mit 3,32 %.

Ulrike Eifler, die Direktkandidatin der Linken, verfolgt in Oer-Erkenschwick die Auszählung.
Ulrike Eifler, die Direktkandidatin der Linken, verfolgt in Oer-Erkenschwick die Auszählung. © Christian Pozorski © Christian Pozorski

18 von 39 Wahlbezirken sind mittlerweile in Datteln ausgezählt. Brian Nickholz (SPD) liegt mit 36,36 % deutlich vor CDU-Kandidat Lars Ehm (27,42 %). Bernard Keber (AfD) kommt auf 10,93 %, die Grünen auf 10,21 %. Dahinter folgen FDP (8,07 % und Die Linke mit 3,71 %.

Bei den Zweitstimmen liegt die SPD mit 34,69 % vorn. Die CDU folgt mit 24,14 %, dann Grüne (10,29 %), AfD (10,92 %), FDP (9,38 %) und Die Linke mit 3,51 %.

Update, 19.54 Uhr:

Auch bei der Hertener SPD verfolgt man gespannt den Verlauf der Auszählung bei der Bundestagswahl. Bisher sieht es auf Bundesebene ja sehr knapp aus – Sozialdemokraten und CDU liegen fast gleichauf nach den ersten Hochrechnungen.

Die SPD-Stadtverbandsvorsitzende Babette Nieder und ihre Kollegen verfolgen  auf dem Notebook. gespannt den Verlauf der Auszählung.
Die SPD-Stadtverbandsvorsitzende Babette Nieder und ihre Kollegen verfolgen auf dem Notebook. gespannt den Verlauf der Auszählung. © Daniel Maiß © Daniel Maiß

Update, 19.33 Uhr:

In Marl sind die Auszählungen schon etwas weiter. Es zeichnet sich bereits ein erster Trend ab, wer im Kampf um das Direktmandat für den Deutschen Bundestag vorne liegt.

Der Leiter des Marler Wahlbüros Michael Bach rechnet mit einer langen Wahlnacht in Marl. Bis zuletzt gingen noch Briefwahlanträge ein. Insgesamt 21.442 Marlerinnen und Marler gaben auf diesem Weg ihre Stimme ab. Das sind 33,9 Prozent aller Wahlberechtigten. Und damit liegt Marl noch am unteren Ende der Städte im Kreis Recklinghausen.

Nach 17 ausgezählten Stimmlokalen in Marl liegt SPD-Mann Brian Nickholz bei 37,79 %, Lars Ehm (CDU) kommt auf 25,26 %, Robert Heinze für die FDP auf 9,63%, Bernard Keber für die AfD auf 13,44%, Robin Conrad für Bündnis 90/Die Grünen auf 8,81% und Ulrike Eifler für Die Linke auf 2,45%. Bei den Zweitstimmen führt die SPD mit 33,69 %, die CDU auf 23,90 %, die FDP auf 11 %, die AfD auf 12,13 %, Bündnis 90/Grüne auf 9,78 %, die Linke auf 2,87, Sonstige auf 6,62 %.

Update 19.18 Uhr:

Der erste Briefwahlbezirk in Herten ist nun auch ausgezählt (02.9 – Rathaus). Brian Nickholz von der SPD kommt auf 54,2 Prozent der Erststimmen. Lars Ehm (CDU) holt 14,5 %. Dritter ist hier Bernhard Keber von der AfD (12,6 %).

Bei den Zweitstimmen liegt auch die SPD vorne (51,7 %), dann folgen CDU (13,9 %), AfD (11,0 %), FDP (7,6 %), Grüne (5,0 %), Linke (3,5 %) und Tierschutzpartei (2,8 %). Die sonstigen Parteien kommen zusammen auf 5 %.

Update 19.12 Uhr:

Auch aus Datteln werden die ersten Zwischenergebnisse gemeldet. Im Wahlbezirk 2.1 Wolfhelm Gesamtschule liegt aktuell CDU-Kandidat Lars Ehm mit 37,03 % der Stimmen vorne. Brian Nickholz (SPD) liegt derzeit auf Platz 2 mit 28,38 %. Robin Conrad (Grüne) kommt hier auf 13,51 %. Auch bei den Zweitstimmen haben die Christdemokraten in diesem Bezirk die Nase mit 33,87 % vorn. Die SPD kommt auf 26,88 %, dahinter folgen die Grünen (12,37 %, FDP (9,68 %) und AfD (8,6%).

Anders sieht es im Wahlbezirk 2.2 Vereinsheim Kleingartenverein aus. Dort führt aktuell Brian Nickholz (35,85 %), Lars Ehm folgt dahinter mit 30,66 %. Robin Conrad liegt hier mit 12,26 % knapp vor dem Kanidaten der AfD, Bernard Keber (11,32 %). Bei den Zweitstimmen liegt die SPD bei 29,58 %, knapp dahinter folgt die CDU mit 26,29 %. Grüne (12,68 %), AfD (10,80 %) und FDP (7,98 %) liegen dahinter.

In beiden Wahlbezirken stehen noch die Ergebnisse der Briefwahlen aus.

Update 19.05 Uhr:

In Oer-Erkenschwick ist der erste Wahlbezirk ausgezählt worden: Im Vereinsheim von Rot-Weiß Erkenschwick liegt Lars Ehm (CDU) mit 39,7 % vor Brian Nickholz (SPD) mit 29,1. Bei den Zweitstimmen führt die CDU mit 36,5 % vor der SPD mit 22,8 % und den Grünen mit 14,0 %.

Update 19.00 Uhr:

Bei der Wahlparty von Bündnis 90/Die Grünen in Marl hat sich ein Kreis geschlossen – als Robin Conrad, Spitzenkandidat im Wahlkreis 122 in den „Lipper Hof“ kam, war das Entsetzen erst einmal groß: Der 24-Jährige ist auf dem Weg von Oer-Erkenschwick nach Marl mit dem Fahrrad gestürzt: Auf dem unsäglich desolaten Radweg an der Schulstraße... Glück im Unglück: Es blieb bei einer Handverletzung und Schrammen. Soviel zur örtlichen Radpolitik - nach der ersten Wahlprognose herrschte zwar Freude über das am Ende wohl beste Bundestagswahlergebnis der Partei, aber keine Euphorie - so lässt sich die Reaktion der Marler Bündnisgrünen auf die erste Prognose am Wahlabend zusammen fassen. Immer war das Kanzleramt das erklärte Wahlkampf-Ziel von Spitzenkandidatin Annalena Baerbock. „Wir haben aber alle unsere Themen gut transportieren können“, sieht Conrad, dass Bündnis 90/Die Grünen „Wahlkampfstand zu den Menschen durchgedrungen ist. Es haben uns dann nicht alle gewählt, aber das Interesse hat gezeigt, dass wir richtigliegen.“

Die Bündnisgrünen in Marl verfolgten mit Spitzenkandidaten Robin Conrad (vorne, 2.v.r.) und den Parteivorsitzenden Katharina Sandkühler und Daniel Schulz sowie Ratsfraktionschef Michel Sandkühler die ersten Prognosen.
Die Bündnisgrünen in Marl verfolgten mit Spitzenkandidaten Robin Conrad (vorne, 2.v.r.) und den Parteivorsitzenden Katharina Sandkühler und Daniel Schulz sowie Ratsfraktionschef Michel Sandkühler die ersten Prognosen. © Marler Zeitung © Marler Zeitung

Update, 18.54 Uhr:

Nun gibt es auf Bnndesebene auch eine erste Hochrechnung der ARD für die Zweitstimmen. Demnach läuft es weiter auf ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen SPD und CDU hinaus. Der Wahlabend dürfte noch lang und spannend werden.

SPD: 24,9 %
CDU: 24,7 %
Grüne: 14,8 %
AFD: 11,3 %
FDP: 11,2 %
Linke: 5,0 %
Andere: 8,1 %

Update 18.44 Uhr:

Im Norden des Kreises Recklinghausen sind sie heute Abend offenbar besonders schnell. Denn in Haltern am See wurde bereits der erste Briefwahlbezirk ausgezählt. Im Briefwahlbezirk 90.4 Schulzentrum sicherte sich bei den Erststimmen Lars Ehm (CDU) 217 Stimmen und damit eine Stimme mehr als Brian Nickholz (SPD). Das macht 33,8 Prozent für Ehm und 33,6 Prozent für Nickholz. Bei den Zweitstimmen führt klar die SPD (32,6 Prozent) vor der CDU (27,6 Prozent), gefolgt von Grüne mit 18 Prozent, FDP mit 11,9 und AfD mit 2,6 Prozent. Der Wahlbezirk ist traditionell rot.

Update 18.33 Uhr:

Der SPD-Kandidat Brian Nickholz zeigt sich nach der ersten Prognose im TV zufrieden. Im „Ersten“ liegt die SPD mit der CDU gleichauf. Im ZDF gibt es um kurz nach 18 Uhr einen Vorsprung für die Sozialdemokraten von zwei Prozent. „Auf jeden Fall gibt es für uns einen deutlichen Zuwachs im Vergleich zu 2017“, so MdL Carsten Löcker. Mit rund 70 Genossen verfolgt Brian Nickholz den Wahlausgang im Vereinsheim des FC Marl.

Während SPD-Kandidat Brian Nickholz ruhig und gelassen wirkt, während er auf die erste Hochrechnung wartet, steigt bei Ehefrau Jaqueline die Spannung.

„Den Wahlkampf habe ich als sehr intensiv empfunden“, erklärt Nickholz. „Fünf Städte abzudecken, ist eine Herausforderung.“

Der SPD-Kandidat Brian Nickholz prüft, ob neue Ergebnisse vorliegen.

Update 18.01 Uhr:

Die Wahllokal sind bundesweit seit 18 Uhr geschlossen. Ganz aktuell hier die erste Prognose der ARD für die Zweitstimmen bei der Bundestagswahl:

SPD 25 %
CDU 25 %
Bündnis 90/Grüne 15 %
FDP 11 %
AFD 11 %
Linke 5 %
Andere 8 %

Die Wahlbeteiligung wird auf 76,2 Prozent geschätzt – das ist ein ähnlicher Wert wie bei der letzten Bundestagswahl 2017 (76,0 %).

Update 17.50 Uhr:

Der Oer-Erkenschwicker CDU-Vorsitzende und zugleich Bundestagskandidat, Lars Ehm, hofft auf ein Happy-End für seine Partei und dass sie am Ende des Abends vor der SPD liegt, um eine Regierung unter ihrer Führung zu bilden: „Ansonsten befürchte ich schwierige Zeiten unter einer Koalition, in der Frau Esken und Herr Kühnert Bundespolitik bestimmen.“ Dies sei nicht nur seine Sorge – auch in vielen Gesprächen mit Bürgern hätten die ihre Befürchtung geäußert, „dass wir Rot-Rot-Grün bekommen könnten“. Falls die CDU es nicht schaffen sollte, stärkste Kraft zu werden, hält er es für unwahrscheinlich, dass sie versuchen sollte, eine Regierung zu bilden. „Aber wir müssen uns heute Abend die Gesamtkonstellation anschauen.“

Update 17.12 Uhr:

Der Dattelner CDU-Vorsitzende Patrick-Benjamin Bök rechnet nicht damit, dass seine Partei den Rückstand auf die SPD auf Bundesebene noch aufholen wird. Er geht zwar davon aus, dass das Ergebnis besser ausfallen werde als in den letzten Umfragen – aber komplett drehen werde die Union den Trend aber nicht. Auch als Zweitplatzierte habe die CDU die Verpflichtung, sich an der Regierungsbildung zu beteiligen – auch unter einem möglichen SPD-Kanzler Olaf Scholz. Schließlich gelte es einen Auftrag der Bürgerinnen und Bürger zu erfüllen.

Den Wahlkampf hat Bök differenziert wahrgenommen: Er habe viel Akzeptanz und Zufriedenheit mit der aktuellen Bundesregierung wahrgenommen. Auch Direktkandidat Lars Ehm sei sehr gut bei den Bürgerinnen und Bürgern in Datteln angekommen. „Der CDU-Spitzenkandidat Laschet war jedoch der größte und oft auch einzige Kritikpunkt, der uns gespiegelt wurde.“ Grundsätzlich habe er den Eindruck gewonnen, so der Dattelner CDU-Chef, dass Veränderung in sich gewünscht sei, aber die Bürgerinnen und Bürger eine starke Mitte wollten und „keinen Drall nach links oder rechts suchen“.

Update 16.45 Uhr:

Sie ist Erstwählerin, Wahlhelferin und angehende Studentin der Politik- und Wirtschaftswissenschaft. Dass Luisa Ridder wählen geht, ist für die 18-Jährige aus Oer-Erkenschwick selbstverständlich. Politisch interessiert sei die junge Frau, die in diesem Jahr ihr Abitur am Willy-Brandt-Gymnasium gemacht hat, schon lange. Da lag es für die 18-Jährige nun auch nahe, sich für den Studiengang Politik- und Wirtschaft an der Uni Münster einzuschreiben. „Politik betrifft uns doch alle, in unserem täglichen Leben“, meint Luisa Ridder. Klimapolitik oder Gleichberechtigung sind die Themen, die sie besonders interessieren. „Wählen muss sein. Ich tue meinen Teil, und in der Gesamtheit können wir etwas bewegen“, sagt die 18-Jährige. Bei der Kommunalwahl durfte sie bereits an die Wahlurne treten. „Aber jetzt fühlt es sich so an, dass es um mehr geht. Indem wir wählen gehen, bestimmen wir die Bundespolitik mit.“

Ihren Wahlschein hat sie parat: die 18-jährige Luisa Ridder.
Ihren Wahlschein hat sie parat: die 18-jährige Luisa Ridder. © Regine Klein © Regine Klein

Update 16.41 Uhr:

Eine Stadt, zwei Kandidaten – wie Lars Ehm (CDU) und Robin Conrad (Grüne) aus Oer-Erkenschwick den Wahltag verbringen: Der eine hatte schon, der andere musste noch. Während Direktkandidat Lars Ehm (CDU) seine beiden Kreuzchen bereits per Briefwahl abgegeben hatte, musste sein Mitbewerber Robin Conrad (Grüne) dies im Laufe des Sonntages noch im Wahllokal in Oer-Erkenschwick erledigen. Beide starteten mit einem ausgiebigen Frühstück in den Wahltag. Den Abend werden beide nicht in der Stimbergstadt verbringen, sondern zum Ausklang in Haltern.

Update 16.34 Uhr:

Zwischenstand in Herten: Bis jetzt haben 12.801 Wähler/innen vor Ort in den 22 Wahllokalen ihre Stimmen abgegeben. Zusammen mit den Briefwählern liegt die Wahlbeteiligung damit bei 65,6 Prozent.

Update 16.32 Uhr:

In Haltern zeichnet sich eine Wahlbeteiligung von über 80 Prozent ab. 33 Prozent der 31.013 wahlberechtigten Bürgerinnen und Bürger stimmten am heutigen Sonntag bis 16 Uhr in den Wahllokalen über Bundestag und Bundeskanzlerin beziehungsweise Bundeskanzler ab, 14.672 hatten vorab Briefwahl beantragt. Derweil haben die Vorbereitungen für die Auszählung der Briefwahlstimmen in der Joseph-Hennewig-Hauptschule begonnen. Tröpfchenweise, wie es aus dem Rathaus hieß, kommen immer noch Briefwähler ins städtische Wahlamt, um ihre Unterlagen abzugeben. Manche stünden auch verunsichert in den Wahllokalen. Bis 18 Uhr ist noch Briefwahl möglich.

Update 16.30 Uhr:

Seit 15.30 Uhr werden im Dattelner Rathaus die Briefwahl-Unterlagen sortiert. Dazu werden die rosafarbenen Briefumschläge geöffnet, der darin erhaltene Wahlschein auf Gültigkeit überprüft und die blauen Briefe mit darin enthaltenem Stimmzettel in die Wahl-Urne gesteckt. Für den Wahlbezirk 19 (Horneburg) gingen bis zum Start der Sortierung 615 Briefwahl-Rücksendungen eingegangen. Bis 18 Uhr können die Briefwahl-Unterlagen aber kurzfristig noch im Rathaus abgegeben werden. 62 Personen sind aktuell für diesen Prozess im Rathaus im Einsatz. Die siebenköpfigen Teams bekommen jeweils zwei Wahlbezirke zugeteilt, ein Team bearbeitet drei Bezirke. Pro Team wird mit knapp 1100 Briefen gerechnet, die bearbeitet werden müssen. Die Sortierung gilt als erste Prüfschritt, ob eine Stimme Gültigkeit hat oder die Unterlagen zum Beispiel nicht Unterschrieben oder korrekt abgeschickt wurden. Um 16 Uhr lag die Wahlbeteiligung in Datteln bei 30,61 Prozent, meldet Stadtsprecher Dirk Lehmanski.

Seit 15.30 Uhr werden im Dattelner Rathaus die Briefwahl-Unterlagen sortiert. © Dattelner Morgenpost © Dattelner Morgenpost

Update 16.02 Uhr:

In Marl haben bei der Bundestagswahl 2021 mehr Bürgerinnen und Bürger die Möglichkeit der Briefwahl genutzt. Vest24.TV war zu Gast im Albert-Schweitzer-Geschwister-Scholl-Gymnasium, wo die zuvor eingeschickten Wahlzettel ab 18 Uhr ausgezählt werden, und sprach mit Michael Bach, dem allgemeinen Vertreter des Bürgermeisters von Marl.

Update 15.32 Uhr:

Viele Briefwähler, viel Arbeit, hohe Verantwortung: In der Aula und in Klassenräumen des Marler Albert-Schweitzer/Geschwister-Scholl-Gymnasiums läuft die Bearbeitung der Briefwahl kurz vor 16 Uhr auf vollen Touren. Die Wahlvorständen habe sich in eine Art Gute-Laune-Modus hineingearbeitet, alles geht flott zur Hand: Rotes Briefwahl-Couvert öffnen, Wahlschein raus, blauen Stimmzettel-Umschlag bis zu Auszählung ab 18 Uhr stapeln... Die Wahlvorstände gehen hochkonzentriert ans Werk. Michael Bach, allgemeiner Stellvertreter von Bürgermeister Werner Arndt, ist zufrieden. Bach ist zugleich Chef des Haupt- und Personalamtes, das die Wahl in Marl vorbereitet hat: Besondere Vorkommnisse? Fehlanzeige. „Das haben wir einem erfahrenen Super-Team zu verdanken, das die Wahlen seit seit Jahren akribisch vorbereitet. Im Prinzip ist es schon seit November an der Arbeit. Und natürlich können wir nur allen Wahlhelfern danken“, sagt Bach, bevor er zum nächsten Wahllokal weiterfährt. Es werden noch einige folgen. „Nach meinem Verständnis gehört es sich so, das man sich zeigt, wenn man Verantwortung trägt.“

Marls Dezernent Michael Bach (3.v.l..) hilft beim Ausschütten der Urnen mit den Briefwahl-Unterlagen, die gleich (v.l.) Gabriele Dombrowski , Sabine Schliwa, Stefanie Müller, Katharina Piller, Reinhold Mieloszyk und Ulrike Hennick sortieren und auszählen werden. © Meike Holz © Meike Holz

Update 15.24 Uhr:

„Wählen gehen soll Spaß machen“, unter diesem Motto engagiert sich die Boogieband „Captain Twang“ für einen spaßigen Wahlnachmittag auf der Terrasse des Wahllokals „Joe’s“ an der Lindenstraße 4 in Oer-Erkenschwick. Seit 15 Uhr spielen die Musiker Eddie und Crazy Jim eigene Hits von Americana und Deltablues angehauchte Versionen von Songs von David Bowie, Johnny Cash oder Elvis. Für die, die nicht im „Joe’s“ wählen, empfehlen „Captain Twang“ folgende Tagesgestaltung: Morgens wählen gehen und nach dem Mittagessen auf ein Tässchen Kaffee und ein Stück Kuchen zum „Joe‘s“ pilgern und sich auf eine musikalische Reise entführen lassen.

Die Boogieband „Captain Twang“ sorgt für einen spaßigen Wahlnachmittag auf der Terrasse des Wahllokals „Joe’s“ an der Lindenstraße 4 in Oer-Erkenschwick.
Die Boogieband „Captain Twang“ sorgt für einen spaßigen Wahlnachmittag auf der Terrasse des Wahllokals „Joe’s“ an der Lindenstraße 4 in Oer-Erkenschwick. © Privat © Privat

Update 15.17 Uhr:

Warum fehlt eine Ecke? Manche Wähler/innen fragen sich, warum an ihrem Stimmzettel oben rechts die Ecke abgeschnitten ist. Es gibt sogar Verschwörungsmythen, die besagen, dass der Staat absichtlich die Ecke abschneide, um die Stimmzettel ungültig zu machen.
Tatsächlich ist die Erklärung aber ganz einfach: Sehbehinderte Menschen können anhand der fehlenden Ecke erkennen, wo oben rechts ist, und den Stimmzettel dann korrekt in eine spezielle Wahlschablone einlegen. Auf dieser Schablone wiederum sind alle Parteien in Blindenschrift aufgelistet. Daneben befindet sich jeweils eine kreisrunde Öffnung, in die das Kreuz gemacht wird – und es landet dann genau an der gewünschten Stelle auf dem Stimmzettel.

Bei den Stimmzetteln fehlt oben rechts die Ecke, damit sehbehinderte Menschen den Zettel korrekt in ihre Wahlschablone einlegen können. © Frank Bergmannshoff © Frank Bergmannshoff

Update 14.53 Uhr:

Halterns Bürgermeister Andreas Stegemann hat soeben in der Silverberg-Grundschule gewählt. Die Schule in Haltern-Mitte war die letzte Station einer Rundreise mit Dezernent Dirk Meussen durch alle 19 Halterner Wahllokale. Stegemann geht von einer sehr guten Wahlbeteiligung in der Seestadt aus, überall habe er Wählerschlangen beobachten können. So wie er glaubt auch Dirk Meussen, dass in Haltern die 80-Prozent-Marke geknackt wird. „Der Bundesprognose entsprechen wir in unserer Stadt so gut wie nie“, sagte Stegemann. Insgesamt sind er und Meussen (als Fachdezernent für Wahlen) mit dem Ablauf des Tages bislang gut zufrieden. In allen Wahllokalen sei ihnen von einem reibungslosen Ablauf berichtet worden.

Halterns Bürgermeister Andreas Stegemann hat in der Silverberg-Grundschule gewählt. © Halterner Zeitung © Halterner Zeitung

Update 14.30 Uhr:

Im Wahllokal an der Böckenheckschule in Datteln blicken die Wahlhelfer auf einen entspannten Vormittag zurück. Bis 13 Uhr hatten erst 243 der 1307 Wahlberechtigten im Wahlkreis 15 gewählt.
Doch aktuell herrscht ein großer Andrang auf das Wahllokal – die Wähler stehen am Nachmittag Schlange. Daher wurde nun eine eine dritte Wahlkabine an die Böckenheckschule im Dattelner Süden geordert.

Update 14.21 Uhr:

Das einzige nicht barrierefreie Wahllokal in Marl ist das Gymnasium im Loekamp. Hier gibt es bei der Stimmabgabe Probleme. Gisela Schneider und Gerda Dornberg aus Hüls müssen mit dem Rollator eine längere Strecke laufen als zum Seniorenzentrum und kommen nicht die Eingangstreppe hinauf. „Und das, wo so viele alte Leute hier wohnen.“ Für einen Rollstuhlfahrer ist ebenfalls auf dem Hof Endstation. Deshalb bringt das Team des Wahlvorstands die faltbare Wahlkabine kurz nach draußen, damit die Seniorinnen in geheimer Wahl ihr Kreuzchen auf dem Stimmzettel machen können - mit einem Aktenordner als Unterlage. Das GiL ist keinesfalls der ideale Standort für ein Wahllokal. Hier muss sich die Stadtverwaltung für die nächste Abstimmung Gedanken machen.

Das einzige nicht barrierefreie Wahllokal in Marl ist das Gymnasium im Loekamp. Hier gibt es bei der Stimmabgabe Probleme. Gisela Schneider und Gerda Dornberg aus Hüls müssen mit dem Rollator eine längere Strecke laufen als zum Seniorenzentrum und kommen nicht die Eingangstreppe hinauf. © MZ © MZ

Update 13.44 Uhr:

Etwas für andere Menschen zu tun, ist für Christel Reichwald eine Selbstverständlichkeit. Die 83-Jährige ist Dattelns älteste Wahlhelferin und bereits zum sechsten Mal in dieser Funktion im Einsatz. „Ich komme aus Minden, da hat man sich immer engagiert“, sagt die Ostwestfälin, die vor 55 Jahren in der Kanalstadt eine neue Heimat gefunden hat, weil ihr Mann Gebhard Leiter der Hauptschule Hachhausen und der Volkshochschule war. Christel Reichwald kann auf zahlreiche Reisen zurückblicken – und auf ein Erlebnis mit CDU-Kanzlerkandidat Armin Laschet in Venedig. Weil der nicht zum traditionellen Neujahrskonzert ins Opernhaus hineingelassen wurde, habe dieser mit dem Personal im Eingangsbereich diskutiert. Rückblickend bewertet sie sein Verhalten als „unrühmlich“.

Hunderte Stimmzettel wird Christel Reichwald (83) am Sonntag im Wahllokal am Hagemer Kirchweg auszählen.
Hunderte Stimmzettel wird Christel Reichwald (83) am Sonntag im Wahllokal am Hagemer Kirchweg auszählen. © Sebastian Balint © Sebastian Balint

Update 13.38 Uhr:

Zwischenstand aus Oer-Erkenschwick: 2.700 Wählerinnen und Wähler aus Oer-Erkenschwick haben bis zum Mittag in den 20 Wahllokalen ihre Stimme abgegeben. „Es gibt auch weiterhin keine besonderen Vorkommnisse“, sagt Raoul Büchsenschütz vom Wahlamt.
8.300 Anträge für die Briefwahl gingen in den vergangenen Wochen bei der Stadt ein. „Auch jetzt trudeln noch Briefwahlunterlagen im Briefkasten des Rathauses ein“, berichtet Büchsenschütz. 21.507 Wahlberechtigte dürfen heute ihre Stimme abgeben.

Bei der letzten Bundestagswahl vor vier Jahren nahmen 16.044 Bürger ihr Recht zur Wahl wahr.

Update 13.29 Uhr:

Erster Zwischenstand in Herten: Bis jetzt haben 8991 Wähler/innen vor Ort in den 22 Wahllokalen ihre Stimmen abgegeben. Zusammen mit den Briefwählern liegt die Wahlbeteiligung damit bei 57 Prozent. Das sei sein sehr guter Wert, sagt Stadt-Sprecherin Anika Meierhenrich. Bei der Kommunalwahl 2020 habe die Wahlbeteiligung zur Mittagszeit bei 34 Prozent gelegen.

Wie vorhin schon gemeldet, liegt die Wahlbeteiligung in Haltern noch höher als Herten: 64 Prozent waren es am Sonntagmittag gegen 13 Uhr.

Update 13.04 Uhr:

Mehr als 1000 beantragte Briefwahlunterlagen sind in Herten noch nicht zurück im Rathaus. Bis Freitag, 24. September, hatten insgesamt rund 16.250 Hertener/innen ihre Briefwahlunterlagen beantragt. Aber bis zur Schließung des Briefwahlbüros am Freitagabend waren erst rund 15.200 Stimmzettel wieder zurückgekommen.

Zum Vergleich: Bei der Bundestagswahl 2017 hatten insgesamt 8.594 Hertener/innen per Briefwahl abgestimmt.

Wer seine Unterlagen bis jetzt noch nicht zurückgebracht hat, kann sie am heutigen Sonntag noch vor Ort abgeben. Umschläge mit Stimmzetteln, die erst am Montag eintreffen, weil sie zum Beispiel von Wählern zu spät auf den Postweg gebracht wurden, zählen nicht mehr.

Monique Vogt, Leiterin des Hertener Briefwahlbüros (Mitte), bleibt zusammen mit ihren Kolleginnen Julia Döring (links) und Sinem Altunkaya (rechts) trotz der Menge an Briefwahl-Anträgen gelassen. © Stadt Herten © Stadt Herten

Update 12.55 Uhr:

Michael Schindler, Organisator der Bundestagswahl in Haltern, gibt eine erste Zwischenbilanz. Bis zur Mittagszeit haben 64 Prozent der Halterner Wahlberechtigten ihre Stimmen abgegeben. 16 Prozent kamen am Morgen ins Wahllokal, 47,55 Prozent hatten zuvor Briefwahl beantragt. „Es gehen immer noch Briefwahlunterlagen per Post im Rathaus ein, deshalb bin ich sehr zuversichtlich, dass die Wahlbeteiligung weiter ansteigen wird“, sagt Michael Schindler. Bei der letzten Bundestagswahl lag die Wahlbeteiligung bei 76,2 Prozent.

Auch aus Herten ist gleich ein Zwischenstand zu erwarten.

Update, 12.25 Uhr:

Klaus Mrozek (72) ist seit mehr als 40 Jahren Wahlhelfer in Marl. Der ehemalige Hauptschulleiter gehört noch zu der Generation, die erst mit 21 Jahren wählen durfte. Einige Jahre, nachdem er zum ersten Mal seinen Zettel in die Urne warf, unterstützte er die Stadt Marl bereits als Wahlhelfer. Und ist nach mehr als 40 Jahren immer noch dabei: „Einfach, weil es mir Spaß macht. Demokratie bedeutet mitzumischen und nicht zu sagen ‚Lass die anderen mal machen.‘“ Als ehemaliger Hauptschullehrer und -leiter und durch sein Engagement bei den Pfadfindern kennt Klaus Mrozek viele Menschen in seinem Stadtteil. Klaus Mrozek erinnert sich gern an die Zeit, als man noch in Gaststätten wählte. Da stellten die Wirte den Wahlhelfern schon mal ein Pils, einen Kaffee oder Tee hin – und freuten sich über Kundschaft. Heute sind die 47 Marler Wahllokale zumeist Schulen oder Pfarrheime.

Am Wahlsonntag (26. September) wird Wahlhelfer Klaus Mrozek die Wahlurne mit den ausgezählten Stimmen zum Rathaus bringen. © Meike Holz © Meike Holz

Update, 12.07 Uhr:

In Haltern-Sythen war am Vormittag ordentlich Betrieb, ein ständiges Kommen und Gehen. Trotzdem nicht ganz so viel wie sonst, sagte einer der Wahlvorstände. Das liegt vermutlich am hohen Briefwahlanteil, der in Sythen rund 50 Prozent beträgt. Bis Freitag 14 Uhr machten in Haltern am See 14.672 stimmberechtigte Bürgerinnen und Bürger vorab ihre zwei Kreuzchen. Die Zahl lag mit 47 Prozent noch nie so hoch, hieß es am Freitag.

In Haltern-Sythen war im Wahllokal am Sonntagvormittag ordentlich Betrieb.
In Haltern-Sythen war im Wahllokal am Sonntagvormittag ordentlich Betrieb. © Benjamin Glöckner © Benjamin Glöckner

Update, 11.40 Uhr:

31 Halterner, die derzeit im Ausland leben, haben Briefwahl beantragt. Auch der Komiker, Moderator und Autor Christian Schulte-Loh. Er lebt in London und tritt am Wahltag in Brüssel auf. „Großbritannien guckt auf die deutsche Politik wie das eben auch umgekehrt gilt. Nur dass es in Deutschland natürlich ein wenig ereignisärmer und nicht ganz so unterhaltsam zugeht“, schreibt der 42-Jährige an die Halterner Zeitung. „Aber Unterhaltung konnten die Briten eben schon immer ein kleines bisschen besser.“ Mit Christian Schulte-Loh berichten vier weitere Halterner aus Asien, Europa und Australien über ihr Wahlverhalten zur Bundestagswahl.

Der gebürtige Halterner Christian Schulte-Loh lebt als Komiker in London. Er hat nun ein Buch geschrieben: „Zum Lachen auf die Insel – Als deutscher Komiker in England“. © privat © privat

Update, 11.09 Uhr:

Für die Bundestagswahl hat der Bundeswahlleiter das Wahllokal für den Wahlbezirk 5.1 in Marl (Gymnasium im Loekamp) als Stichprobenwahlbezirk für die repräsentative Wahlstatistik ausgewählt. In diesem Wahlbezirk wird mit nach Geburtsjahresgruppen und Geschlecht gekennzeichneten Stimmzetteln gewählt.

Update, 10.40 Uhr:

In Datteln sind die Bundestagswahlen ordnungsgemäß angelaufen. Alle Wahllokale haben pünktlich geöffnet, erklärt Stadtsprecher Dirk Lehmanski auf Nachfrage. Es habe jedoch zwei gesundheitsbedingte Ausfälle im Kreis der Wahlhelfer gegeben. Davon konnte laut Lehmanski kurzfristig einer ersetzt werden.

Yvonne Bruckmann blickt gespannt auf diesen Wahlsonntag. Auch wenn es die sechste Wahl ist, die sie als Wahlhelferin begleitet, diese sei ganz besonders spannend, sagt sie. Im Vergleich zu den vorausgegangenen Wahlen sei es diesmal besonders schwer, ein Gefühl dafür zu entwickeln, was dieser Tag bringen wird. Ist die hohe Anzahl der Briefwahlanträge ein Indiz dafür, dass sich insgesamt mehr Menschen als bei zurückliegenden Wahlen beteiligen werden? Oder ist es doch die Angst vor Corona, die in Datteln im Vergleich zu den letzten Bundestagswahlen fast zu einer Verdoppelung der Briefwahlanträge führt? „Ich kann es diesmal überhaupt nicht einschätzen, sagt die städtische Angestellte.

Yvonne Bruckmann ist bereits zum sechsten Mal bei einer Wahl im Einsatz.
Yvonne Bruckmann ist bereits zum sechsten Mal bei einer Wahl im Einsatz. © Sebastian Balint © Sebastian Balint

Update, 10.12 Uhr:

Auch der Landrat des Kreises Recklinghausen, Bodo Klimpel, hat an diesem Wahltag schon in seiner Heimatstadt Haltern am See abgestimmt. Auf seinem Facebook-Profil hat er dazu ein Foto gepostet.

Update, 9.47 Uhr:

In demselben Wahllokal wie Hermann Pieper – Ev. Friedenskirche in Herten-Disteln – überwacht heute auch Christin Rattay die Stimmabgabe. Trotz ihrer jungen Jahre kennt sich die 20-Jährige bereits bestens mit Wahlen aus – es ist ihre dritte als Wahlhelferin. „Ich habe mich freiwillig gemeldet“, sagt sie und ist damit eine löbliche Ausnahme in ihrer Altersgruppe. Aber nicht nur bei jüngeren Menschen ist das Amt des Wahlhelfers eher unbeliebt. Weil Freiwillige fehlen, müssen daher oft Beamte aus Stadtverwaltung oder anderen Institutionen zum Einsatz verpflichtet werden. Christin dagegen konnte es kaum erwarten, um 8 Uhr endlich in ihr Wahllokal zu kommen. Wir haben sie zu ihrer Motivation befragt.

Update, 9.20 Uhr:

Im Hertener Wahlbezirk 15.0 (Ev. Friedenskirche) im Ortsteil Disteln ist der Tag ruhig angelaufen. Allerdings nicht für Hermann Pieper. Der Sozialdezernent musste kurzfristig als Wahlvorstand einspringen, weil die für den Posten eigentlich vorgesehene Person am Freitag krankheitsbedingt abgesagt hatte. Vor Ort hatten er und seine Kolleginnen und Kollegen aber erstmal recht wenig zu tun. Rund 60 Menschen gaben in der ersten Stunde nach Öffnung des Wahllokals im Gemeindehaus ihre Stimmen bei der Bundestagswahl ab. Insgesamt sind im Wahlbezirk etwa 2100 Personen stimmberechtigt, wobei schon ca. 800 per Briefwahl abgestimmt hatten.

Wahlvorstand Hermann Pieper vor seinem Wahllokal, dem Gemeindehaus der Ev. Friedenskirche in Herten-Disteln.
Wahlvorstand Hermann Pieper vor seinem Wahllokal, dem Gemeindehaus der Ev. Friedenskirche in Herten-Disteln. © Daniel Maiß © Daniel Maiß

Update, 9.03 Uhr:

Der Start in den Wahlsonntag verlief in Oer-Erkenschwick ruhig und problemlos. Alle Wahllokale wurden pünktlich geöffnet und alle Wahlhelfer sind anwesend, meldet Annika Windeck aus dem städtischen Wahlamt, in dem heute alle Fäden zusammenlaufen. 150 Wahlhelfer sind in den 20 Wahllokalen im Einsatz. 60 weitere werden heute Nachmittag ihre Arbeit für die Briefwahlbezirke aufnehmen. Die werden in der Stadthalle ab 18 Uhr ausgezählt. Mit einer ersten Hochrechnung zur Wahlbeteiligung rechnet Annika Windeck gegen 13 Uhr.

Um 8.08 Uhr gehörte (v.r.) Carla Börner zu den Ersten, die im Wahlbezirk 4.0 bei Wahlleiter Michael Blaucza und Schriftführerin Karoline Kolfhaus ihre Stimme abgab. Elf Wähler fanden sich hier morgens ein - ein eher verhaltener Start in den Wahltag.
Um 8.08 Uhr gehörte (v.r.) Carla Börner zu den Ersten, die im Wahlbezirk 4.0 bei Wahlleiter Michael Blaucza und Schriftführerin Karoline Kolfhaus ihre Stimme abgab. Elf Wähler fanden sich hier morgens ein - ein eher verhaltener Start in den Wahltag. © Regine Klein © Regine Klein

Update 8.52 Uhr:

Lag es am sonnigen Wetter? Schon früh morgens kurz vor 8 Uhr warteten in Marl vor dem Wahllokal im Gemeindezentrum St. Pius die ersten Wählerinnen und Wähler. Überhaupt stellte der Wahlvorstand ein ständiges Kommen und Gehen von Jüngeren und Älteren fest – an diesem Sonntag waren die Wähler Frühaufsteher. Kugelschreiber, Desinfektionsmittel und Mundschutz (für diejenigen, die ihre Maske vergessen hatten) lagen bereit. Im Kulturzentrum Erlöserkirche und anderen Lokalen konnten die Wahlberechtigten sogar Schnelltests machen.

Update, 8.35 Uhr:

In Haltern ist die Bundestagwahl problemlos gestartet. Alle Wahlvorstände waren pünktlich an ihren Plätzen, wie Michael Schindler – seit zwölf Jahren in Haltern Organisator von Wahlen – sagt. Es ist noch ruhig, in Lippramsdorf beispielsweise hatte sich bis 8.30 Uhr keine Wählerin beziehungsweise kein Wähler blicken lassen. Michael Schindler rechnet mit einem ersten kleinen Ansturm ab 9 Uhr. Haltern hat 19 Wahllokale und 19 Briefwahlbezirke. Die Briefwahlbezirke befinden sich in der Joseph-Hennewig-Hauptschule. Dort beginnen die Vorstände um 15 Uhr mit ihrer Arbeit. Gegen 12.30 Uhr kann Michael Schindler erste Auskünfte zur Wahlbeteiligung in Haltern geben.

Update, 8.15 Uhr:

Die Wahllokale sind seit 8 Uhr auch im Kreis Recklinghausen geöffnet. Bis 18 Uhr kann dort abgestimmt werden.

Folgende Kandidaten und Parteien stellen sich heute im Wahlkreis 122 mit den Städten Marl, Herten, Datteln, Oer-Erkenschwick und Haltern am See zur Wahl:

- Brian Nickholz aus Marl für die SPD. Er ist SPD-Stadtverbandsvorsitzender und Geschäftsführer der SPD-Fraktion im Rat. Dem 31-Jährigen werden gute Chancen eingeräumt, die Nachfolge des SPD-Bundestagsabgeordneten Michael Groß anzutreten, der nicht mehr kandidiert.
- Lars Ehm für die CDU: Der 45-Jährige Oer-Erkenschwicker kandidiert ebenfalls zum ersten Mal für den Bundestag. 2017 war Rita Stockhofe aus Haltern angetreten. Der Jurist Lars Ehm arbeitet zurzeit im NRW-Gesundheitsministerium. Zuvor war er Beigeordneter der Stadt Dorsten.
- Für die FDP geht der Marler Robert Heinze ins Rennen. Der selbstständige Unternehmer ist in Marl seit Jahrzehnten als Lokalpolitiker bekannt.
- Für Bündnis 90/Die Grünen ist der Oer-Erkenschwicker Robin Conrad als Kandidat auf der Liste. Der 24-jährige ist Student der Politikwissenschaften in Münster.
- Die Linke schickt mit Ulrike Eifler die einzige Kandidatin ins Rennen, die nicht aus dem Wahlkreis stammt.
- Für die AfD tritt der Rentner Bernard Keber aus Marl an.
- Die Satirepartei Die PARTEI hat die Schülerin Angelina Sara-Maria Klementz als Kandidatin für den Wahlkreis nominiert.
- Die MLPD ist mit Sabine Leopold aus Herten dabei.
- Die DKP setzt auf Detlev Beyer-Peters aus Marl.

Update, 7.50 Uhr:

Bei der vergangenen Bundestagswahl am 24. September 2017 holte der Sozialdemokrat Michael Groß im Wahlkreis 122 das Direktmandat für seine Partei mit 41,1 Prozent aller Erststimmen. Groß tritt nach drei Legislaturperioden im Bundestag nun nicht mehr an.
Dahinter landeten damals: Rita Stockhofe (CDU, 34,5 %), Andres Schützendübel (FDP, 10,2 %), Petra Willemsen (Die Linke, 8,4 %) und Rita Magdalena Nowak (Bündnis 90/Die Grünen, 4,7 %).

Erstmeldung, 7.30 Uhr:

Noch herrscht überall zwar die sprichwörtliche Ruhe vor dem Sturm. Aber es dürfte im Tagesverlauf und vor allem in den Abendstunden diesmal ganz besonders spannend werden. Das Rennen um die Direktmandate sowie die genaue Sitzverteilung im Bundestag in Berlin scheint so offen wie schon lange nicht mehr.

In unserem Wahlkreis 122 (Recklinghausen II) sind in den Städten Marl, Herten, Datteln, Oer-Erkenschwick und Haltern am See insgesamt rund 190.000 Wahlberechtigte aufgerufen, ihre Erst- und Zweitstimme für die Kandidaten bzw. Parteien abzugeben.

Der Abend in Herten

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