Kanalbau abgeschlossen

Der Holzbach ist bald abwasserfrei

Nicht nur der Resser Bach und der Backumer Bach, sondern auch der Holzbach ist bald abwasserfrei. Das Schmutzwasser fließt dann ab Ende 2021 durch neue unterirdische Kanäle.
Der Holzbach, der hinten unter der A2 hervorkommt, und der von rechts einmündende Resser Bach werden von Beton und Abwasser befreit und naturnah gestaltet. © Frank Bergmannshoff (Archiv)

Im Rahmen des Generationenprojektes Emscher-Umbau der Emschergenossenschaft wird auch der Holzbach, der in Westerholt entspringt, naturnah umgestaltet. Die Abwasserfreiheit wird bis Ende des Jahres erreicht und ist ein erster wichtiger Grundstein für die ökologische Verbesserung, teilt die Emschergenossenschaft (EG) mit.

Die Kanalbauarbeiten über mehr als sieben Kilometer zwischen Emscher und Westerholt sind bereits abgeschlossen, in den kommenden Wochen muss nur noch die Maschinen- und Elektrotechnik fertiggestellt werden. Ist dann alles angeschlossen, kann das Abwasser auch in den Abwasserkanal geleitet werden.

Großes Stück an Lebensqualität

Damit wäre ein weiterer Schritt des Emscher-Umbaus erreicht. Dafür investiert die EG seit 1992 knapp 5,5 Milliarden Euro. Knapp 20 Prozent der Kosten steuern das Land NRW und die Europäische Union über Fördergelder bei. Die übrigen 80 Prozent werden von den Mitgliedern der Emschergenossenschaft getragen, das heißt von Bergbau, Industrie und Städten. Die holen sich das Geld über die Entwässerungsgebühr von ihren Bürgern. „Diese Investition bringt den Menschen im Ruhrgebiet ein großes Stück an Lebensqualität zurück“, so die EG. Aus der ehemaligen „Köttelbecke“ Emscher und ihren Nebenläufen wird dann ein renaturierter und abwasserfreier Fluss, der sich zentral durch die Region „schlängelt“.

Nach Abschluss der Kanalbauarbeiten fallen für die EG noch der Rückbau der Baustelleneinrichtungsflächen und zusätzliche Straßensanierungsarbeiten an. Die durch die Baufahrzeuge in Anspruch genommene Holzbachstraße wird fachgerecht wiederhergestellt. Die Holzbachstraße und der Radweg am Holzbachdeich bleiben aufgrund dieser Restarbeiten voraussichtlich noch bis April 2022 gesperrt. Das hängt auch von den Wetterverhältnissen der kommenden Wochen ab.

Mammutzähne und Blindgänger gefunden

Projektleiter Andreas Giesler berichtet rückblickend von kuriosen Fundstücken während des Bauprojektes: „Wir haben Mammutzähne gefunden, die wir dem LWL zur Verfügung gestellt haben. Auch Blindgänger haben wir auf unseren Baustellen entdeckt, die vom Kampfmittelbeseitigungsdienst entschärft werden mussten. Dieses Projekt ist auch für mich persönlich etwas Besonderes und ich bin stolz auf die Teamleistung, die hier erbracht wurde.“

Seit 2017 sind die Kanalbauer der Emschergenossenschaft auf und vor allem unter Hertener Stadtgebiet im Einsatz, haben entlang des Resser Bachs, des Backumer Bachs und am Holzbach neue unterirdische Kanäle verlegt, um das Bachsystem abwasserfrei zu bekommen.

Die Emschergenossenschaft ist ein öffentlich-rechtliches Wasserwirtschaftsunternehmen, das als Leitidee des eigenen Handelns das Genossenschaftsprinzip lebt. Sie wurde 1899 als erste Organisation dieser Art in Deutschland gegründet und kümmert sich seitdem unter anderem um die Unterhaltung der Emscher, um die Abwasserentsorgung und -reinigung sowie um den Hochwasserschutz. Seit 1992 plant und setzt die Emschergenossenschaft in enger Abstimmung mit den Emscher-Kommunen das Generationenprojekt Emscher-Umbau um, in das über einen Zeitraum von rund 30 Jahren knapp 5,5 Milliarden Euro investiert werden. Mehr Infos im Internet: www.eglv.de

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