Wiederbelebung der Einkaufsstraßen

Die ersten Leerstände sind verschwunden

Der Kampf gegen trostlos verwaiste Einkaufsstraßen in Herten geht weiter. Das Landes-Sofortprogramm zur Stärkung der Innenstädte ist inzwischen in zwei Stadtteilen angekommen.
Gesunde Burger: Ein veganer Imbiss ist bereits in den Leerstand an der Ecke Antoniusstraße /Kurt-Schumacher-Straße mitten in der City eingezogen. © Daniel Maiss

Die Revitalisierung der Leerstände im Stadtgebiet nimmt weiter Fahrt auf. In Kürze werden jeweils drei verwaiste Ladenlokale in Westerholt und in der City wiederbelebt sein. Das Landes-Sofortprogramm zur Stärkung der Innenstädte und Zentren macht’s möglich.

Wie berichtet, nutzt auch Herten die Chance, der Stadt über die Sonderförderung neues Leben einzuhauchen und stellte im letzten Jahr entsprechende Anträge. Als Konzentrationsbereiche wurden in einem ersten Schritt für Westerholt die Bahnhofstraße sowie Teile der Geschwister-, Schloß- und der Turmstraße und für die Innenstadt Hermann-, Antonius- und Ewaldstraße angegeben. Ende 2020 kam die Zusage, fast 440.500 Euro wurden bewilligt.

Mix aus Einzelhandel, Handwerk, Gastronomie und Kultur

Das Sofortprogramm sorgt dafür, dass Gewerbetreibende oder Dienstleister Ladenlokale in der Innenstadt oder in Westerholt über einen Zeitraum von zwei Jahren stark vergünstigt anbieten können. Voraussetzung ist allerdings, dass sie ihre Immobilie für bis zu 70 Prozent der Altmiete an die Stadt Herten vermieten. Gewerbetreibende zahlen dann als Untermieter nur 20 Prozent der Altmiete. Die Differenz wird zu 90 Prozent vom Programm übernommen, für die Stadt bleibt ein zehnprozentiger Eigenanteil.

Die Ruhrpott-Bäckerei, im Bild Lorena und Dagmar Meusener, verkauft ihre ist mithilfe des Landes-Sofort-Programms in den Leerstand in der Bahnhofstraße 85 in Westerholt eingezogen.
Die Ruhrpott-Bäckerei, im Bild Lorena und Dagmar Meusener, verkauft ihre Steigerbrötchen und mehr schon seit einigen Wochen im ehemaligen Leerstand in der Bahnhofstraße 85 in Westerholt. © Jörg Gutzeit © Jörg Gutzeit

Das Konzept überzeugte inzwischen die ersten Eigentümer und Mieter: In Westerholt ist bereits die „Ruhrpottbäckerei“ in den Leerstand in der Bahnhofstraße 85 eingezogen (wir berichteten). Die Bahnhofstraße 22 ist ab dem 4. Oktober die neue Adresse einer Agentur für Haushaltshilfen. „Ein weiterer Leerstand wird sich im Oktober in einen Kunst- und Kulturstandort verwandeln“, berichtet Brigitte Berkau von der Wirtschaftsförderung auf Nachfrage. Bei der Wiederbelebung der Leerstände lege die Stadt Wert auf einen Mix aus Einzelhandel, Dienstleistung, Handwerk, Gastronomie sowie Kunst und Kultur.

Auch in der Innenstadt gibt es bereits zwei neue Mieter: Neben dem Testzentrum an der Ecke Hermannstraße/Kurt-Schumacher-Straße hat ein veganer Imbiss an der Ecke Antoniusstraße/Kurt-Schumacher-Straße eröffnet. Fleißig umgebaut werde auch schon an der Ewaldstraße 9-11, wo ein sogenanntes „Demokratie-Schaufenster“ mit einem Angebot zwischen politischer Bildung und Kultur entstehe, so Brigitte Berkau. Im Rahmen der Interkulturellen Woche findet dort am 28. September die erste Ausstellungseröffnung zum Thema „Hoffnungsland Deutschland“ statt.

Günstige Mietkonditionen in guter Lage

Brigitte Berkau unterstreicht erneut die Win-Win-Situation für beide Seiten: Die Eigentümer haben wieder Mieteinnahmen, die Stadt kümmert sich um die Vermietung und übernimmt die Kommunikation mit dem neuen Mieter. Der Gewerbetreibende kann eine Immobilie in guter Lage zu günstigen Konditionen mieten. Das erleichtere die schwierige Anfangsphase beim Schritt in die Selbstständigkeit und mache Mut für ungewöhnliche Nutzungen.

Die Fachfrau gibt aber auch zu, dass es durchaus skeptische Eigentümer gebe: die nicht auf 30 Prozent ihrer Miete verzichten wollen bzw. Angst haben, das Heft des Handels aus der Hand zu geben. „Dabei ist uns an einer guten und vertrauensvollen Zusammenarbeit mit den Immobilienbesitzern gelegen. Nichts passiert ohne Absprachen. Einige Eigentümer bringen die potenziellen Mieter sogar selbst ins Spiel“, so Brigitte Berkau.

Noch hat Herten die volle Fördersumme vom Landesministerium nicht ausgeschöpft. Wohnungseigentümer und potenzielle Mieter, die sich für das Landes-Förderprogramm interessieren, können sich noch melden: im Stadtteilbüro Westerholt unter Tel. 0209/1696921 und im Projektbüro „Neustart Innenstadt“ unter 02366/9360620.

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