Fazit der städtischen Impfaktionen

„Die Impf-Gegner haben Grenzen überschritten“

Mit dem Termin in Herten-Süd endeten die städtischen Impfaktionen. Zeit, für Organisatorin Uschi Dorka ein Fazit zu ziehen. Es gab viel Positives, aber auch Vorfälle, die sie erschreckten.
Bei der städtischen Impfaktion an der Rosa-Parks-Schule gab es eine Versammlung von Impf-Gegnern. © Daniel Maiß

Positiv war für Uschi Dorka, dass bei den Aktionen, die sie mit der Impf-Beauftragten Juliana Gabriel federführend organisiert hatte, letztlich alle Altersstufen vertreten waren. „Aber auch alle Facetten der Gesellschaft. Da waren Familien mit Kindern, aber auch Menschen, die nicht ans Hausarztsystem angeschlossen sind. Da waren aber auch einige, die es aus persönlichen Gründen bisher nicht geschafft hatten, sich impfen zu lassen. All die haben wir erreicht.“

Auch die Zusammenarbeit habe hervorragend funktioniert – nicht nur mit dem Kreis Recklinghausen und innerhalb der Verwaltung, sondern auch mit dem Haus der Kulturen oder dem DRK. Rund 800 Menschen haben sich letztlich laut Verwaltung bei sieben Terminen im Stadtgebiet impfen lassen.

DRK und Schulleitung als „Mörder“ bezeichnet

Allerdings gab es in dieser Woche Vorfälle, die die Sozialmanagerin mehr als nachdenklich stimmen. Vor allem der Aufmarsch einiger Impfgegner an der Rosa-Parks-Schule am Mittwochmorgen liegt Uschi Dorka noch immer schwer im Magen. „Was sich einige der Teilnehmer dort erlaubt haben, hat Grenzen überschritten. Da wurden Mitarbeiter des DRK und auch Teile der Schulleitung als Mörder bezeichnet. Zudem haben einige Demonstranten Kinder und Jugendliche angesprochen. Allein deren bloße Präsenz sowie die der Polizei und Ordnungskräfte haben für eine Situation gesorgt, die Kindern Angst macht“, blickt Dorka mit Sorge zurück. Und genau das sollte eigentlich mit der Impfaktion an der Schule, in einem für die Kinder und Jugendlichen gewohnten Rahmen ausgeschlossen werden.

Feuerwehrmann wird beschimpft

Es gab aber auch einen zweiten Vorfall, von dem Dorka berichtet wurde und bei dem die Sozialmanagerin eine klare Grenzüberschreitung sieht. Während der Fahrten der Freiwilligen Feuerwehr durch die Stadtteile, um für die Aktionen zu werben, wurde einer der Feuerwehrleute massiv angegangen, so Dorka. „Da saß sogar einer der Impf-Gegner plötzlich im Wagen und beschimpfte den Fahrer.“

Auch Steffi Brzoza, Leiterin der Rosa-Parks-Schule, blickt immer noch fassungslos auf die Geschehnisse zurück. „Unsere Schüler haben das aber super gemacht, sie haben wirklich gelassen reagiert, haben nachgefragt, was die Demonstranten überhaupt wollen und sich selbst eine Bild gemacht.“

Dennoch sei es schon ein seltsames Gefühl, wenn der Staatsschutz plötzlich vor der Tür steht. Denn einige der E-Mails, die im Vorfeld an die Schule gegangen sind, hatten laut Brzoza verfassungsfeindliche Inhalte. Doch bei all dem Wirbel steht für die Schulleiterin eins immer noch felsenfest: „Ich bin froh, dass wir die Aktion bei uns gemacht haben.“

Die Stadt Herten bietet am Donnerstag, 30. September, einen Termin für die Zweitimpfung im Glashaus an. Die genaue Uhrzeit wird noch bekannt gegeben. Dort sind laut Stadt auch Menschen willkommen, die sich zum ersten oder dritten Mal impfen lassen wollen.

Der Abend in Herten

Täglich um 18:00 Uhr berichten unsere Redakteure für Sie im Newsletter über die wichtigsten Ereignisse des Tages.

Informationen zur Datenverarbeitung im Rahmen des Newsletters finden Sie hier.

Lesen Sie jetzt