Nach Serverproblemen und Softwarelücken

Ein Monat digitaler Impfpass: Diese Bilanz ziehen Hertener Apotheken

Am 10. Juli ist der digitale Impfpass seit genau einem Monat erhältlich. Server- und Softwareprobleme sorgten auch in Hertener Apotheken für einen Rumpelstart. So ist die Lage dort aktuell.
Die Ausstellung von digitalen Impfpässen klappt auch in Hertener Apotheken mittlerweile reibungslos. © dpa (Archiv)

Lange Schlangen vor den Apotheken? Das ist auch in Herten vorerst vorbei. Denn: Für Schnelltests ist wegen weitreichender Lockerungen der Corona-Maßnahmen schlichtweg der Bedarf nicht mehr da. Und auch beim Thema digitaler Impfpass hat sich die Situation nach anfänglich großen Problemen weitgehend entspannt, wie eine Umfrage der Hertener Allgemeinen beweist.

In der Bären-Apotheke in der Fußgängerzone „klappt es prima“, bestätigt Silvia Böckenkröger. Der Andrang sei nicht mehr so hoch wie noch zum Startschuss am 10. Juni oder in den beiden Wochen danach. „Da standen noch viele Leute draußen“, erinnert sich die Mitarbeiterin.

Technikpannen kosten anfangs viele Nerven

Hinzu kamen Technikpannen, für die die Apotheken vor Ort aber überhaupt nichts konnten. „Da ist der zentrale Server wegen Überlastung zwischenzeitlich zusammengebrochen“, sagt Dr. Peter Matuschowski von der Martinus-Apotheke in Westerholt.

Auch in seinem Geschäft funktioniert die Ausstellung des digitalen Zertifikates mittlerweile völlig problemlos. Es herrsche zwar nach wie vor „reger Zuspruch“ der Bevölkerung, aber längst nicht mehr so viel wie in der Anfangszeit. Etwa 10 bis 15 Aufträge würden er und sein Team pro Tag bearbeiten, so Matuschowski.

Rund 14.000 Apotheken hatten sich bundesweit angemeldet, um direkt zum Startschuss die neuen digitalen Impfpässe für ihre Kunden ausstellen zu können. Die Glückauf-Apotheke in Langenbochum war in den ersten Tagen noch nicht dabei, sondern „erst, als die Server vernünftig liefen“, erklärt Inhaber Michael Schulz.

In Hertener Apotheken herrscht „gleichmäßige Nachfrage“

Auch er kann eine „gleichmäßige Nachfrage von meist um die 15 Personen bestätigen. Unmittelbar vor Beginn der Sommerferien sei die Kurve zwar erwartungsgemäß nach oben gegangen, aber lange Wartezeiten für Urlaubswillige gab es auch in dieser Zeit nicht“, sagt Schulz.

„Es hat sich alles eingependelt“, bestätigen auch die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Antonius-Apotheke in der City. Der Zertifizierungsvorgang gehe mittlerweile in wenigen Minuten über die Bühne, was sowohl Kunden als auch Beschäftigte freue.

Peinliche Softwarelücke ist mittlerweile gestopft

Die Hertener Apothekerinnen und Apotheker haben außerdem eine gute Nachricht für Menschen, die vor mindestens sechs Monaten von der Krankheit Covid-19 genesen sind und daher für ihre Immunisierung nur eine Impfung benötigten. Sie können sich jetzt auch ihren digitalen Impfpass in der Apotheke abholen. Bisher scheiterte der Zertifizierungsvorgang bei den Betroffenen daran, dass der entsprechende Fall in der verwendeten Software gar nicht vorgesehen war. Seit Donnerstag, 8. Juli, soll dieser Missstand aber bundesweit behoben sein.

INFO:

Der Digitale Impfpass:

– Der digitale Impfnachweis ging in Deutschland offiziell am 10. Juni an den Start. Seit Anfang Juli gilt er auch in allen EU-Ländern sowie in Island, Liechtenstein, der Schweiz und Norwegen. Allerdings funktioniert er noch nicht überall. Das Bundesgesundheitsministerium rät Urlaubern deshalb, sicherheitshalber zusätzlich den Papier-Impfpass mitzunehmen.

– Nach dem Zweitimpfungstermin im Impfzentrum erhalten vollständig Geimpfte ihre Zertifikate für den digitalen Nachweis direkt vor Ort. Das soll bald auch in vielen Arztpraxen der Fall sein.

– Dreh- und Angelpunkt ist ein QR-Code, den die Geimpften abscannen können oder auf einem Ausdruck mitbekommen und danach mit dem Smartphone in eine App wie CovPass oder die Corona-Warn-App einlesen können.

– Wer bereits durchgeimpft ist, kann sich an eine Apotheke wenden. Dort wird der Digital-Pass gegen Vorlage von Impfnachweis und Personalausweis ausgestellt.

Der Abend in Herten

Täglich um 18:00 Uhr berichten unsere Redakteure für Sie im Newsletter über die wichtigsten Ereignisse des Tages.

Informationen zur Datenverarbeitung im Rahmen des Newsletters finden Sie hier.

Lesen Sie jetzt