Waldritter-Projekt in der Hertener Innenstadt

Eisbär frisst Banane und Küken werden mit Lollis gefüttert

Wer in der Stuckengasse in der Innenstadt an dem neuen Fassaden-Bild vorbeikommt, sollte genau hinsehen. Es gibt dort einige Kuriositäten zu entdecken, die einen ernsten Hintergrund haben.
Künstlerin Elke Brandt gab den Jugendlichen beim Waldritter-Projekt immer wieder Tipps. © Daniel Maiß

Das bunte Kunstwerk ist zum einen ein echter Hingucker, es regt aber auch zum Nachdenken an. Denn es ist letztlich ein geschickter Fingerzeig, dass alle etwas gegen den Klimawandel unternehmen sollten.

Die Idee dahinter stammt von Jugendlichen, die an einem besonderen Kunst-Projekt des Waldritter-Vereins (siehe auch Info unten) unter dem Titel „Make Klima great again“ teilgenommen haben. Einmal pro Woche traf man sich in den Sommerferien, um an dem großformatigen Bild an der Außenfassade des ehemaligen Woolworth-Gebäudes in der Stuckengasse zu arbeiten.

Unterstützt wurden die Jugendlichen – teilnehmen duften alle ab zwölf Jahren – von der Künstlerin Elke Brandt. „Unser Konzept war aber offen. Jeder konnte kommen und mitmachen, wie er wollte“, so die Gelsenkirchenerin.

Baum ist Mittelpunkt des Bildes

Zunächst aber wurde gemeinsam überlegt, was überhaupt gemalt werden sollte. „Urlaub war zum Beispiel ein Thema, daher auch der Strand und die Berge“, erinnert sich Elke Brandt. Dann wurde als Erstes ein Baum an die Wand gemalt, der den Mittelpunkt des Bildes einnehmen sollte.

Drumherum entstand eine Szenerie, die einige Kuriositäten zeigt. Wie zum Beispiel die Vogelmutter, die ihre Küken nicht mit einem Wurm, sondern mit einem Lolli füttert. „Die Jugendlichen wollten damit auf das Insektensterben und den daraus resultierenden Mangel an natürlichem Vogelfutter aufmerksam machen“, erklärt Elke Brandt.

Das Thema Luftverschmutzung griffen die Nachwuchskünstler so auf, dass sie ein Kraftwerk malten, dass Seifenblasen statt Qualm ausstößt.

Am rechten Bildrand wiederum hatten die Jugendlichen einen Eisbären platziert, der eine Banane frisst. „Auch hier geht es um den Klimawandel mit der überspitzen Theorie, dass sich so ein Eisbär vielleicht irgendwann von tropischen Früchten ernähren muss.“

Dass es auf Bergen mittlerweile durch den Anstieg der Durchschnittstemperaturen immer weniger Eis und Schnee gibt, findet sich ebenfalls in dem Bild wieder. Statt einer großen Eisfläche steckt nämlich ein Eis am Stiel in einer der Bergspitzen.

Hilfestellungen, wie man Ideen umsetzten kann

„Die Jugendlichen hatten viel Fantasie, haben aber immer wieder Rücksprache gehalten und erklärt, warum sie manches genau so malen wollten. Ich habe ihnen dann Hilfestellungen gegeben, wie sie ihre Ideen künstlerisch, aber auch technisch umsetzen können“, erklärt die Gelsenkirchenerin.

Seit dem Ende der Sommerferien ist das großformatige Kunstwerk zwar eigentlich fertiggestellt, Elke Brandt erklärt aber, dass es ja nicht ausgeschlossen sei, bei neuen Ideen, noch ein wenig weiter daran zu feilen. Letztlich sei da ja auch noch einiges möglich, die Probleme, die der Klimawandel mit sich bringt, noch an anderer Stelle zu thematisieren. Brandt: „Der Himmel ist ja noch fast frei – oder der Strand und das Meer.“

Info: Der Waldritter e.V. ist laut der Beschreibung auf der Homepage als bundesweit tätiger, anerkannter Träger der freien Jugendhilfe parteipolitisch und konfessionell unabhängig. Er finanziert sich durch Zuwendungen des Bundes, der Länder, aus EU-Mitteln, sowie durch Stiftungsförderungen und Teilnehmer-Beiträgen. Die außerschulische Jugendbildung des Waldritter e.V. ist laut der Internetseite ein freiwilliges Bildungsangebot für Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene bis 27 Jahre. Auf diese Weise leiste der Verein einen wichtigen Beitrag zu den Sozialisationsprozessen von Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen. In Herten betreiben die Waldritter in der Innenstadt den Kreativ-Campus sowie die Ludothek (Ewaldstraße 20) und den Jugendtreff an der Ewaldstraße 16.

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