Amtsgericht Recklinghausen

„Er ist ein Chaot“: Überforderter Gärtner zahlt Wiedergutmachung

Aufatmen für einen selbständigen Gärtner: Obwohl er bei einem Auftrag in Herten sprichwörtlich nichts als „verbrannte Erde“ hinterlassen hat, kam der Mann um eine Betrugs-Verurteilung herum.
Nach einem folgenschweren Brandanschlag in einem Recklinghäuser Altenheim ist ein Ex-Bewohner (52) zu drei Jahren Haft verurteilt worden. © Foto: dpa

Nach chaotisch organisierten Gartenarbeiten bei einem Hertener Ehepaar ist ein selbständiger Gärtner (34) am Amtsgericht Recklinghausen noch einmal mit einem blauen Auge davongekommen. Weil der Familienvater am Donnerstag 1250 Euro Schadenswiedergutmachung zahlte, stimmte auch die Staatsanwaltschaft einer Verfahrenseinstellung zu.

1000 Euro Vorschuss gezahlt

Ursprünglich war der 34-Jährige wegen Betrugs angeklagt gewesen. Auslöser waren von ihm lediglich begonnene, aber nicht zu Ende geführte Gartenarbeiten im Januar 2017 in Herten. Der Garten- und Landschaftsbauer aus Dorsten hatte nicht nur zwei Vermieter von durch ihn bestellten Baumaschinen finanziell vertröstet. Auch das Hertener Ehepaar war verärgert, weil es zwar einen Vorschuss von rund 1000 Euro gezahlt hatte, am Ende aber „nur ein heilloses Chaos hinterlassen“ worden war. Denn: Nach ersten Baggerarbeiten und dem Ausbringen von Split war der 34-Jährige plötzlich nicht mehr erreichbar gewesen. Das Ehepaar beauftrage später einen anderen Gärtner.

Aufträge wuchsen Angeklagten wohl über den Kopf

„Er ist kein Betrüger, er ist schlicht ein Chaot“, sagte Verteidiger Siegmund Benecken und verwies auf dutzende Parallelaufträge, die dem Gärtner offensichtlich über den Kopf gewachsen waren. Dass der Angeklagte seine Mietschulden für die Baumaschinen noch im Saal in bar beglich, stimmte Gericht und Staatsanwaltschaft milde. Der Prozess endete ohne Urteil.

Der Abend in Herten

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