Ex-Hertener mit Romandebüt: Auch die Heimat hat er im Hinterkopf

Redakteur CvD/ Online
Der aus Herten stammende Autor Manuel Konsik (42) hat jetzt seinen Erstlingsroman veröffentlicht.
Der aus Herten stammende Autor Manuel Konsik hat jetzt seinen Erstlingsroman veröffentlicht. © Privat
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Sein Name erinnert an einen der bekanntesten Bestseller-Autoren Deutschlands. Ansonsten hat Manuel Konsik aber nicht viel gemeinsam mit Heinz G. Konsalik, dem ungekrönten König der seichten Literatur. Im Erstlingswerk des früheren Herteners, das seit 1. Juni erhältlich ist, geht es nämlich zur Sache – inklusive Leichen, wie es sich eben für einen richtigen Thriller gehört.

Im Mittelpunkt der dramatischen Ereignisse, die mit dem Verschwinden eines kleinen Jungen im Hochsommer beginnen, steht nicht etwa ein erfahrener Kommissar auf der Jagd nach dem oder den Täter(n), sondern ein besorgter Familienvater. Dessen Motivation ist so einfach wie logisch: „Er will seine Tochter beschützen, während ein Mörder in seinem Wohnort sein Unwesen treibt.“

Krimis und Thriller sind absolute Renner

So mancher überlegt schon jetzt, welches Buch er mit in den Sommerurlaub nimmt, und häufig fällt die Wahl auf einen Spannungsroman. 2017 entfielen bei einer Umfrage zu beliebten Literatur-Genres 65 Prozent auf die Genres Krimi oder Thriller. Insofern hat Manuel Konsik wohl genau auf das richtige Pferd gesetzt.

Er wuchs in Herten-Süd auf, ging dort zunächst zur Augustaschule, später dann zur städtischen Realschule am Paschenberg. 1997 folgte die Ausbildung zum Industriekaufmann beim Fleischverarbeiter Herta. Nach der Übernahme ging es zunächst in die Betriebssteuerung, bevor er in den Außendienst der Nestlé-Tochter wechselte. 2005 sprang der überzeugte Ruhrgebietler über seinen Schatten: „Ich musste mich emanzipieren, vom Elternhaus lösen“. Daher zog er ins Rheinland, nach Hürth bei Köln. Der dortige Ortsteil Berrenrath ist jetzt auch Schauplatz seines ersten Thrillers.

Manuel Konsik ist seiner Heimatstadt Herten immer noch sehr verbunden.
Manuel Konsik ist seiner Heimatstadt Herten immer noch sehr verbunden. © Privat © Privat

Mord und Totschlag im beschaulichen Hürth

Auch mit dieser Wahl trifft der 42-Jährige genau den Nerv vieler „Leseratten“. Denn sogenannte Regionalkrimis, die bewusst nicht an exotischen und weit entfernten Orten, sondern direkt um die Ecke spielen, sind ein weiterer großer Trend der heimischen Buchszene.

Die Suche nach einem Titel war übrigens schwieriger als gedacht. „Mein Arbeitstitel war von Anfang an ‚Die Wahrheit.‘ Aber dann habe ich relativ schnell bemerkt, dass es bereits ein gleichnamiges Buch von Melanie Raabe gibt.“ Über Instagram schrieb die wohl bekannteste Kölner Thriller-Autorin Manuel Konsik an und „entschuldigte sich bei mir, dass der Titel schon vergeben sei. Bei der Gelegenheit stellten wir fest, dass sie zuvor dasselbe Problem hatte. Sie wollte ihr Buch ursprünglich ‚Der Fremde’ nennen. Aber da gibt es ja das Werk von 1942 von Albert Camus…“, sagt der 42-Jährige.

Instagram-Fans sogar aus Österreich und der Schweiz

Der „literarische Dominoeffekt“ sollte sich für Manuel Konsik im Nachhinein als Glücksgriff herausstellen: „‚Einsame Wahrheit‘ trifft es noch viel konkreter, wenn man das Ende kennt“, erklärt der 42-Jährige augenzwinkernd. Denn er will natürlich die Auflösung im Gespräch mit der Hertener Allgemeinen (HA) nicht verraten. Nur so viel: „Auch ein USB-Stick spielt eine Rolle.“

Die Sozialen Medien machten Manuel Konsik aber nicht nur mit Kollegin Melanie Raabe bekannt, sie eröffneten ihm auch die Möglichkeit, seinen Erstling einem größeren Publikum vorzustellen. Die Fanbase bei Instagram setzt sich also nicht nur aus Hürthern zusammen – neben den anderen Bundesländern sind auch Abonnenten aus Österreich und der Schweiz vertreten. „Denen zeige ich in meinen Beiträgen einige Schauplätze des Romans: das Lokal, den Imbiss, das Kino, den Wald…“

Privat mit eBooks nichts am Hut

Durch die neu entstandenen Kontakte ist Manuel Konsik auch schon in zwei Buchhandlungen vertreten. „Sogar den Coverdesigner und die Lektoren habe ich über Facebook gefunden“, erklärt der Autor, der den Versand der gedruckten Auflage in Eigenregie organisiert. Obwohl er seinen Erstling auch virtuell als eBook auf der Plattform „Books on demand“ (BOD) anbietet, ist er privat beim Bücherkauf – im positiven Sinne – konservativ und greift zum echten „Schmöker“. Der Grund: „Ich liebe gedrucktes Papier, muss es sehen, fühlen, riechen“, sagt der ehemalige Hertener.

Sein früheres Domizil besucht der Autor nach wie vor regelmäßig: „Meine Eltern wohnen noch in der Nähe, in Gelsenkirchen. Außerdem gibt es tolle Ausflugsziele, wie die Halde Hohewald.“

Herten als Schauplatz des übernächsten Romans?

Die Verbundenheit zur früheren Heimat könnte sich irgendwann auf Papier niederschlagen. Denn Manuel Konsik hat im Hinterkopf schon Pläne für weitere Romane: „Der nächste könnte sich im Kölner Großstadtmilieu abspielen. Aber danach möchte ich mir Herten vornehmen.“

Und so könnte für den Außendienstler aus seinem Hobby bald eine Dauerbeschäftigung werden. Womit wir wieder beim bekannten deutschen Bestseller-Autor ähnlichen Namens wären. Über Konsaliks Verkaufszahlen – rund 75 Millionen Romane gingen weltweit über den Ladentisch – würde sich der Nachwuchs-Schriftsteller bestimmt auch freuen…

Der Erstlingsroman von Manuel Konsik trägt den Titel „Einsame Wahrheit“.
Der Erstlingsroman von Manuel Konsik trägt den Titel „Einsame Wahrheit“. © Privat © Privat

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