Kommentar

Gar zu viele Bedenken

HA-Redakteurin Carola Wagner fragt sich, wie es sein kann, dass in Herten seit 15 Jahren keine Fläche zu finden ist, die sich als Hundewiese eignet.
HA-Redakteurin Carola Wagner. © Carola Wagner

Alter Schwede, die Geschichte hat echt einen langen Bart. So langsam wird das zähe Ringen um den idealen Standort für eine umzäunte Hundewiese im Hertener Stadtgebiet lächerlich. Seit 15 Jahren dauert es nun schon an. Die Bellos und Plutos von damals, deren Herrchen sich für eine Freilaufwiese starkmachten, schauen sich diese Posse längst aus dem Hundehimmel an.

Wie ist es nur möglich, dass in vielen anderen Städten Vierbeiner auf solchen Flächen herumtollen können, in Herten jedoch nicht? Liest man die Begründungen in all den Verwaltungsvorlagen, wo was warum dagegen spricht, riecht das schon sehr nach Paragraphenreiterei. Motto: Wer will, findet Wege, wer nicht will, findet Gründe. Wen zum Beispiel ein Gitterzaun rings um die Fläche an der A2 stören könnte, erschließt sich kaum – preisgekrönte Balkonpromenade hin oder her. Bei dem Höllenlärm von der Autobahn hält sich dort eh keiner freiwillig auf, um die „Sichtschneisen“ zu genießen.

Es fällt schwer zu glauben, dass der neuerliche Vorstoß in Sachen Hundewiese zum Erfolg führt. Wenngleich ich den zahlreichen Hunden und deren Haltern natürlich wünsche, dass diesmal endlich was draus wird. Etwas Pragmatismus könnte den Prozess beschleunigen. Denn das wusste schon der Denker und Dichter Friedrich Schiller: „Wer gar zu viel bedenkt, wird wenig leisten.“

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