Anmeldezahlen

Grundschule Herten-Mitte: Mit individueller Förderung zum Erfolg

Erst die Auszeichnung mit dem Deutschen Lehrerpreis für „Vorbildliche Schulleitung“, nun ein starker Zuwachs bei den Anmeldezahlen: Die Grundschule Herten-Mitte hat aktuell einen Lauf.
Die Klasse 2b der Grundschule Herten-Mitte am Internationalen Tag der Bienen. Foto: Grundschule Herten-Mitte © Grundschule Herten-Mitte

Susanne Schäfer macht aus ihrer Freude über die Auszeichnung, die sie Anfang Mai gemeinsam mit ihrer Stellvertreterin Stephanie Lehmann erhalten hat, keinen Hehl: „Ja, das ist ein Riesen-Motivationsschub. Jetzt gehen wir die nächsten zehn Jahre an, fünfzehn habe ich ja noch“, sagt Schäfer lachend. „Das tat gut. Wir haben uns über jede einzelne Gratulation gefreut.“

Wie ausführlich berichtet, sind Schäfer und Lehmann in diesem Jahr mit dem Deutschen Lehrerpreis für „Vorbildliche Schulleitung“ ausgezeichnet worden. Jetzt, am Ende des gleichen Monats, sitzen die beiden Schulleiterinnen in ihrem Büro und teilen die 89 angehenden Erstklässlerinnen und Erstklässler in vier Klassen ein. Damit verzeichnet die Grundschule Herten-Mitte, wie berichtet, einen Zuwachs von 23 Kindern im Vergleich zum vergangenen Schuljahr. Wie erklärt man sich den enormen Zuspruch?

Viele Familien im Einzugsbereich der Schule

„Ich denke, das sich das zunächst einmal demografisch erklären lässt“, sagt Susanne Schäfer. Die Grundschule Herten-Mitte habe ein Einzugsgebiet mit vielen Großfamilien, hinzu kämen zwei große Baugebiete im Einzugsbereich der Schule. Allerdings gebe es Fluktuation in beide Richtungen: „Wir haben vermehrt Familien, die zu uns kommen, weil ihnen unser Konzept gefällt, wir haben aber auch genauso Familien, die abwandern, weil ihnen unser Konzept nicht gefällt. Das hält sich ungefähr die Waage“, sagt Susanne Schäfer. Räumlich oder personell ändert sich durch den Zuwachs wenig: Die Schule bleibt vierzügig, die Klassen werden mit 24, 25 Kindern pro Klasse nur etwas voller als im Vorjahr. In diesem Monat wurde ein neuer Lehrer für zwei Jahre eingestellt, und dabei bleibe es auch, sagt Susanne Schäfer. Dem Kollegium gehören 16 Lehrerinnen und Lehrer an, dazu vier Schulsozialarbeiter und eine Lehramtsanwärterin bei aktuell 319 Schülerinnen und Schülern. Zahlenmäßig komme das alles nur deshalb hin, weil sowohl Susanne Schäfer als auch Stephanie Lehmann beide eigene Klassen haben.

Jedes Kind hat das Material, das zu ihm passt

Konzeptionell haben sie sich an der Grundschule Herten-Mitte vor zwölf Jahren auf einen Weg gemacht, der jedes einzelne Kind mit seinen Fähigkeiten dort abholt, wo es steht: „Wir arbeiten sehr, sehr individuell“, beschreibt die Schulleiterin. „Das heißt zum Beispiel, die Kinder haben nicht alle das gleiche Mathebuch. Jedes Kind hat das Material, das Buch und die Arbeitshefte, die zu ihm passen.“ Warum sie so arbeiten, bringt Susanne Schäfer so auf den Punkt: „Weil es meiner Meinung nach gar nicht anders geht.“ Die Kinder kämen mit ganz unterschiedlichen Voraussetzungen an die Schule – die einen waren in der Kita, die anderen nicht, die einen können schon bei der Einschulung lesen, die anderen brauchen am Ende des ersten Schuljahres noch Unterstützung dabei. „Man muss genau schauen, welches Material passt für welches Kind, damit es optimal gefördert und gefordert werden kann.“ Und weil ihr das herkömmliche Material nicht ausreichend erschien, hat Susanne Schäfer mit dem „Zaubereinmaleins“ ein eigenes Lernkonzept entwickelt, das mittlerweile auch viele andere Schulen nutzen.

„Das war ein langer, kontinuierlicher Weg“

Solch eine individuelle Förderung erfordert aber auch maximale Flexibilität von den Lehrenden. „Wir haben zwölf Jahre gebraucht, bis wir da hingekommen sind, wo wir jetzt sind. Das war ein langer, kontinuierlicher Weg, gemeinsam mit dem Team“, sagt die Schulleiterin.

Wie sie den Erfolg messen an der Grundschule Herten-Mitte? Jedenfalls nicht, indem sie starr auf die Übergangszahlen zum Gymnasium schauen, wiewohl die höher sind als früher. „Eine erfolgreiche Schule ist eine Schule, die Kinder ins Leben schickt, die erfolgreich sind auf ihrem Lernweg“, sagt Susanne Schäfer. So würden sie zu glücklichen und selbstständigen Kindern – unabhängig von der Schulform.

Die größte Herausforderung der kommenden Wochen und Monate sehen Schäfer und Lehmann darin, wieder in einen Regelbetrieb zu kommen, die vormals normalen Strukturen wiederaufzunehmen. „Wir müssen schauen: Wo stehen die Kinder, wie geht es ihnen psychisch?“ Nicht nur die Wissensvermittlung zähle, sondern auch die Frage: „Was können wir ihnen Gutes tun, damit Lernen gelingt?“ Die Schulleiterinnen sind überzeugt, dass die Kinder viel Zeit brauchen werden, um das soziale Miteinander wieder zu lernen. Susanne Schäfer sagt: „Die Kinder müssen erstmal zueinander finden. Wir müssen Gemeinschaft schaffen.“

Die aktuellen Anmeldezahlen der Hertener Schulen (Vorjahreszahlen in Klammern):

Grundschulen:

Barbaraschule: 54 (56)

Comeniusschule: 71 (75)

Goetheschule: 70 (68)

Grundschule Herten-Mitte: 89 (66)

Ludgerusschule: 62 (41)

Martinischule: 71 (61)

Süder Grundschule: 90 (96)

Waldschule: 72 (70)

Gesamt: 579 (533)

Weiterführende Schulen:

Erich-Klausener-Realschule: 58 (62)

Willy-Brandt-Realschule: 86 (84)

Rosa-Parks Gesamtschule: 125 (119)

Städtisches Gymnasium: 117 (100)

Martin-Luther-Sekundarschule: 63 (73)

Gesamt: 449 (438)

An auswärtigen Schulen wurden 65 (58) Schülerinnen und Schüler aufgenommen.

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