Kommentar zur Woche

Erster Schultag – doch Sorgen trüben in vielen Hertener Familien die Stimmung

In vielen Familien und natürlich in den Schulen war es diese Woche das Top-Thema: Ferienende, Unterrichtsbeginn, Einschulung. Doch wohin man auch hört, ist die Freude getrübt.
Frank Bergmannshoff, Reda
Frank Bergmannshoff, Redaktionsleiter "Hertener Allgemeine"

Der erste Schultag für die I-Dötzchen, die Versetzung in die nächste Jahrgangsstufe, der Wechsel auf eine weiterführende Schule – das sind spannende und im besten Fall fröhliche Momente für Kinder und Jugendliche, Eltern und Großeltern, auch für die Lehrer. Mit der Schultüte stolz zur Grundschule spazieren – daran werden sich viele ihr Leben lang erinnern.

Umso trauriger ist es, dass diese Freude häufig getrübt wird. Wir haben den Schulbeginn in den vergangenen Tagen aus verschiedenen Perspektiven beleuchtet und fast überall auch Sorgen gehört.

Zum Beispiel in Familien: Tornister, Sportbeutel, Schreibmaterial – allein für die Grundausstattung müssen Eltern Hunderte Euro berappen. Und da ist eine Schultüte mit Geschenken und Süßigkeiten noch nicht einkalkuliert.

Für manche Materialien sind die Preise um 20 bis 30 Prozent gestiegen. Und dann gibt es auch noch Schulen, die ganz bestimmte Hefte oder Stifte vorschreiben, mitunter sogar die Marke. Dann wird’s richtig teuer. Immer mehr Familien in Herten können sich das nicht mehr leisten. Sie stehen dann in den Kinderland-Läden der Caritas – die ebenfalls alle Mühe haben, mit Spendengeldern die nötigen Dinge zu beschaffen, um sie vergünstigt weitergeben zu können.

Sorgen auch in den Schulen. Da berichteten zum Beispiel die Leiterinnen Susanne Schäfer und Stephanie Brzoza über Lehrermangel. Stellen sind unbesetzt. Und nennenswerte Teile der Kollegien bestehen aus Seiteneinsteigern aus der freien Wirtschaft, zurückgeholten Pensionären und Pädagogen anderer Schulformen. Sie unterrichten nach bestem Wissen und mit Leidenschaft. Doch es ist ein Unterschied, ob ein fachlich, didaktisch und zeitgemäß ausgebildeter Lehrer das Wissen vermittelt oder ein Forscher aus der Industrie.

Hinzu kommen weitere Sorgen: OGS-Betreuungsplätze fehlen, die Preise für Schulessen steigen, bei der Digitalisierung ist Luft nach oben. Und: Corona! Immerhin hat die Schulministerin ihr Pandemiekonzept diesmal frühzeitig übermittelt und nicht, wie ihre Vorgängerin, wenige Stunden vor dem Inkrafttreten. Ein kleiner Hoffnungsschimmer zum Schuljahresbeginn.

Schönes Wochenende!

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