Wenn die Überforderung im Alltag droht: Bedarf nach Familienpaten in Herten steigt

Tanja Burmann von der Stadt Herten sowie Jan Hammelmann und Lydia Steffens  (v.l.) vom Familienbüro der Caritas und Diakonie werben um neue Familienpaten und laden zur Informationsveranstaltung ein.
Tanja Burmann von der Stadt Herten sowie Jan Hammelmann und Lydia Steffens (v.l.) vom Familienbüro der Caritas und Diakonie werben um neue Familienpaten und laden zur Informationsveranstaltung ein. © Annegret Spiekermann, Caritas
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Der Einstieg ins Familienleben oder die Geburt eines Geschwisterkindes bedeutet immer einen Einschnitt in die tägliche Routine. Wenn Großeltern dann noch weit weg leben, man neu in die Stadt gezogen ist oder die Kinder allein erziehen muss, greifen die natürlichen Familiennetzwerke nicht und es kann im Familienalltag zum Gefühl der Überforderung kommen. Hier können Familienpaten gezielt unterstützen, indem sie die Kinder zum Sportverein bringen, mit ihnen auf den Spielplatz gehen oder etwas vorlesen.

Angebot existiert bereits seit 2014

Das Familienbüro in Trägerschaft des Caritasverband Herten und der Diakonie im Kirchenkreis Recklinghausen bietet dieses Angebot in Kooperation mit dem Jugendamt der Stadt Herten bereits seit 2014 in Herten an. Was zunächst als Stadtteilprojekt in Herten-Nord entstand, ist mittlerweile zur festen Größe im gesamten Stadtgebiet geworden.

„Acht bis zehn Familienpaten sind dabei regelmäßig im Einsatz“, erklärt Jan Hammelmann, der das Projekt im Familienbüro koordiniert. In regelmäßigen Abständen trifft er sich mit den ehrenamtlichen Unterstützern und behandelt dabei ganz unterschiedliche Themen. Es kann um den Umgang mit Abschied gehen, welche Rituale Sinn machen oder den Austausch mit anderen, wo man mit Kindern gut hingehen und etwas unternehmen kann.

„Wir möchten die Familienpaten professionell begleiten, damit es nicht zu einer Überforderung kommt.“ Daher sollen die Besuche auch nur einmal wöchentlich in Absprache mit den Familien stattfinden.

Vorab gibt es eine Schulung

Tanja Burmann von der Koordinierungsstelle „Frühe Hilfen und Kinderschutz“ beim Jugendamt der Stadt Herten, unterstützt das Projekt. „Wir werden von vielen Seiten darauf angesprochen und werben auch bei unseren Willkommensbesuchen in den Familien für dieses niederschwellige Angebot“, erklärt sie und ergänzt: „Der authentische Umgang miteinander führt zu einer positiven Resonanz und das hat sich bei den Familien herumgesprochen.“

Im Grunde genommen kann jeder, der sich gerne mit Kindern beschäftigt, dieses Ehrenamt ausüben. „Vorab schulen wir die Paten und mit dem erforderlichen polizeilichen Führungszeugnis geben wir auch den besuchten Familien Sicherheit“, sagt Lydia Steffens, Mitarbeiterin des Familienbüros.

Infoveranstaltung im Rathaus

Der Bedarf der Familien ist nach der Pandemie größer geworden, sodass Tanja Burmann, Jan Hammelmann und Lydia Steffens nun um weitere Familienpaten werben. Bei einer Informationsveranstaltung am 23. Juni, um 17.30 Uhr im Europasaal des Rathauses der Stadt Herten werden die Aufgaben und Rahmenbedingungen genauer dargestellt. Auch aktive Paten werden vor Ort sein, um Fragen zu beantworten und von ihren persönlichen Erfahrungen zu berichten. Wer sich engagieren möchte, sollte wöchentlich zwei bis drei Stunden Zeit dafür haben. Jan Hammelmann sagt: „Die Rückmeldungen unserer Familienpaten sind sehr positiv – diese Aufgabe ist sinnstiftend, vielfältig und es tut gut, sich um andere Menschen zu kümmern.“

Info: Um eine Anmeldung bis zum 22. Juni wird gebeten. Ansprechpartner ist Jan Hammelmann, Tel. 0172 / 1527152, E-Mail j.hammelmann@familienbuero-herten.de