Konflikte mit Anwohnern

Flüchtlingsunterkunft Gartenstraße: Grünen-Chefin Herrmann setzt auf neues Konzept

Die Anwohner der Gartenstraße klagen über Konflikte mit Bewohnern der bestehenden Flüchtlingsunterkunft. Die Grünen erläutern, warum sie dennoch für einen Neubau stimmen.
Martina Herrmann, Ortsverbands- und Fraktionsvorsitzende der Grünen, äußert sich zum Neubau der Flüchtlingsunterkunft an der Gartenstraße.
Martina Herrmann, Ortsverbands- und Fraktionsvorsitzende der Grünen, äußert sich zum Neubau der Flüchtlingsunterkunft an der Gartenstraße. © Wagner / Grüne

„Die vorgetragenen Sorgen nehmen wir ernst“, schreibt Martina Herrmann, Fraktionsvorsitzende der Grünen im Rat, in einer Stellungnahme zu unserer Berichterstattung. Die Grünen stimmen für die neue Unterkunft. Allerdings, so Herrmann: „Es ist uns ein Anliegen, dass die Rahmenbedingungen so gestaltet werden, dass sowohl Anwohner als auch Bewohner der Übergangsunterkunft in guter Nachbarschaft miteinander leben können.“

Die Grünen-Chefin betont, dass die Flucht vor Krieg und Vertreibung sowie Asyl in einem sicheren Staat Menschenrechte seien. Ob Integration gelingt, hänge davon ab, wie gut die Geflüchteten in die Gesellschaft vor Ort eingebunden werden. In einer Übergangsunterkunft wie an der Gartenstraße könne das „nur gelingen, wenn eine laufende Betreuung der Schutzsuchenden stattfindet.“ Daher hätten die Grünen schon im März ein umfassendes Betreuungskonzept gefordert. Herrmann: „Neben einer hausmeisterlichen Kraft benötigt die geplante Einrichtung Betreuungskräfte, deren Angebot über ein reines Sprechstundenangebot hinausgeht. Beispielsweise Informationen zu Angelegenheiten des täglichen Bedarfs, Unterstützung bei Behördengängen und Arztbesuchen, Sprachförderung bis hin zur Unterstützung in der schulischen Eingliederung.“

Sozialverhalten fördern, bei Konflikten vermitteln

Die Förderung des Sozialverhaltens sowie Vermittlungen in Konflikten der Geflüchteten untereinander und mit Anwohnern sei eine weitere wichtige Aufgabe der Betreuungskräfte, so Herrmann. Das beantragte Betreuungskonzept sei „ein guter Ansatz“, um den Sorgen der Anwohner Rechnung zu tragen und die Chancen der Bewohner auf eine gelungene Integration zu verbessern.

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