Die Badeburka ist Fluch und Segen zugleich

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Carola Wagner, Redaktion Hertener Allgemeine
Carola Wagner, Redaktion Hertener Allgemeine © Montage: Oliver Prause
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Viele Musliminnen erfahren in ihrer Erziehung eine religiöse Prägung, die ihnen das Tragen eines Kopftuchs und körperverhüllender Kleidung nahelegt. Das funktioniert im Alltag, nicht jedoch im Schwimmbad. Mit Burka ins Wasser zu springen, ist aus gutem Grund verboten – aus hygienischen Gründen und weil man damit ruckzuck untergeht, wenn der Stoff sich vollsaugt und die Kleidung gleichsam zur Bleiweste wird.

Erschwerend kommt hinzu, dass viele dieser Frauen nicht schwimmen können, weil sie nicht am Schwimmunterricht in der Schule teilnehmen durften. Insofern ist es gut, dass der islamkonforme Burkini erfunden wurde. In diesem Ganzkörpergewand dürfen muslimische Mädchen zum Schwimmunterricht, die sonst abgemeldet worden wären. Und für junge Frauen wie Ola Kassim ist der Burkini gut, weil sie sonst nicht mit ihren Kindern im Schwimmbad plantschen könnte.

Nicht Frauen reglementieren, sondern Männer sanktionieren

Dennoch ist die Badeburka abzulehnen. Denn das Verhüllungsgebot für Frauen geht auf die islamische Tradition der Männerherrschaft zurück und wird vom politischen Islam propagiert. Man schaue sich Länder wie Afghanistan oder den Iran an, wo Frauen zur Verhüllung gezwungen, eingesperrt und ihre Menschenrechte mit Füßen getreten werden.

Jede Frau hat das Recht zu schwimmen. Sie hat auch das Recht, ihr Haar und ihren Körper zu zeigen, ohne von Männern anzüglich beglotzt, beleidigt oder begrapscht zu werden. Statt Frauen zu reglementieren, sollten Männer sanktioniert werden, die sich nicht beherrschen können.