Ratsbeschluss ohne „Plan B“

Hertener Hundewiese: Rollschuhplatz – oder nirgendwo

Die Ratsmehrheit – ohne TOP und AfD – beschließt die Prüfung einer Hundewiese neben dem Sportplatz des SC Herten und lehnt das Backumer Tal kategorisch ab. Einen „Plan B“ gibt es also nicht.
Bevor der frühere Rollschuhplatz auf dem Paschenberg zur Hundewiese werden kann, müsste er für viel Geld vom Beton befreit werden. © Carola Wagner

Als in der vergangenen Woche der Ratsausschuss für Stadtentwicklung tagte, waren die Fronten noch völlig verhärtet. Die TOP-Partei bestand alternativlos auf dem Backumer Tal als Ort für eine Hundewiese. Für SPD, CDU, Grüne und Linke hingegen kam nur der frühere Rollschuhplatz auf dem Paschenberg neben dem Sportplatz des SC Herten infrage – und auf gar keinen Fall das Backumer Tal.

TOP-Partei kompromissbereit – der Rest nicht

In der Ratssitzung am Mittwochabend (30.6.) gab sich jetzt lediglich die TOP-Partei kompromissbereit. Sie gab ihre Ablehnung des Rollschuhplatzes auf, erhielt Unterstützung von der AfD. Doch von der anderen Seite gab es kein Entgegenkommen. SPD, CDU, Grüne und Linke setzten den Rollschuhplatz als einzigen Standort durch, der weiter verfolgt werden soll. Das Backumer Tal als Alternative wurde gestrichen. Die FDP enthielt sich.

Dieser Beschluss könnte bedeuten, dass es auch nach 15-jähriger Suche und diversen Anläufen weiterhin und endgültig gar keine Hundeweise in Herten geben wird. Denn der Rollschuhplatz muss zunächst von einer gewaltigen Betonplatte befreit werden. Das kann die Stadt Herten alleine nicht bezahlen, sie muss beim Land Fördergelder beantragen. Bewilligt das Land diese, ist alles gut. Kommt aber kein Zuschuss aus Düsseldorf, fällt der Rollschuhplatz als Standort aus. Und einen „Plan B“ gibt es dann auch nicht mehr, denn ein solcher sollte das Backumer Tal sein, und das wurde ja nun gestrichen.

Die Grünfläche nahe der kleinen Brücke im Backumer Tal (hinter dem Fahrrad) wollte die Stadtverwaltung bereits im vergangenen Jahr mit einem zwei Meter hohen Metallzaun abriegeln und daraus eine Hundewiese machen. Nun stand sie erneut zur Auswahl – und wurde abermals verworfen.
Die Grünfläche nahe der kleinen Brücke im Backumer Tal (hinter dem Fahrrad) wollte die Stadtverwaltung bereits im vergangenen Jahr mit einem zwei Meter hohen Metallzaun abriegeln und daraus eine Hundewiese machen. Nun stand sie erneut zur Auswahl – und wurde abermals verworfen. © Daniel Maiß © Daniel Maiß

Stadtbaurätin Janine Feldmann hatte deutlich gemacht, dass sie das Thema Hundewiese endgültig zu den Akten legen werde, wenn das Vorhaben auch diesmal scheitert. Denn die ständigen Prüfungen neuer Flächen würden zu viel der ohnehin knappen Personalressourcen im Bauamt binden.

Zaun ist der zentrale Kritikpunkt

Dreh- und Angelpunkt der Diskussion war die hohe Umzäunung der Hundewiese im Backumer Tal. Für die TOP-Partei erläuterte Fred Toplak, dass es schon andere umzäunte Einrichtungen im Backumer Tal gebe (z.B. Sportflächen, Minigolf) und die umzäunte Hundeweise somit nichts grundsätzlich Neues wäre. SPD, CDU und Co. lehnten einen Zaun im Backumer Tal jedoch strikt ab.

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