Hertener Kita-Mütter blitzen in der Ratssitzung mit Corona-Fragen ab

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Der Rat der Stadt Herten tagt jeweils im Forum der Rosa-Parks-Schule.
Der Rat der Stadt Herten tagt jeweils im Forum der Rosa-Parks-Schule. © Frank Bergmannshoff (Archiv)
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Bis vor einigen Jahren war es üblich, dass der Bürgermeister oder Verwaltungsmitarbeiter direkt zu Beginn der Ratssitzungen auf Einwohnerfragen antworteten. Doch diese Form der Bürgernähe ist aus der Mode gekommen.

Dazu beigetragen haben Fragesteller wie der frühere Ratsherr Udo Surmann, der zu Beginn jeder Ausschuss- und Ratssitzung lange Kataloge von oft komplizierten und vorwurfsvollen Fragen vorträgt. Er bekommt inzwischen regelmäßig zu hören, dass seine Anliegen schriftlich beantwortet werden.

Doch in der Sitzung am Mittwoch (8.12.) wurde mit den Müttern Pola Rudnik und Kathrin Blank genauso umgegangen, obwohl ihre Fragen zur Corona-Situation in Kitas zumindest teilweise sofort zu beantworten gewesen wären. Bitte schriftlich einreichen, Sie bekommen schriftliche Antworten – das war Bürgermeister Matthias Müllers Antwort, die allerdings dem Grundgedanken der Einwohnerfragerunde nicht entspricht.

Pola Rudnik und Kathrin Blank hatten gefragt, wann es in Herten ein öffentliches Corona-Impfangebot für Fünf- bis Elfjährige gibt – als Ergänzung zu den stark belasteten Kinderarztpraxen. Weitere Fragen: Warum gibt es in Hertener Kitas keine verpflichtenden PCR-Pooltests wie in Grundschulen? Warum haben Hertener Kitas in AWO- oder kirchlicher Trägerschaft Luftreinigungsgeräte angeschafft, die Stadt für ihre Kitas aber nicht? Kann die Stadt in allen Kita- und Schulräumen CO₂-Ampeln installieren? Und würde die Stadt einen Appell an alle Eltern richten, ihre Kinder vor dem Kita-Besuch zu testen?

Nachdem Pola Rudnik und Kathrin Blank mit ihren Fragen abgeblitzt waren, verließen sie die Ratssitzung sichtlich enttäuscht.