Illegales Duell mit Fahrer aus Bochum

Hertener rast durch Dortmund: Am Rastplatz Ickern gibt es die Quittung

„Tourismus“ der gefährlichen Art: Ein Hertener beteiligt sich in Dortmund an einem illegalen Autorennen. Erst an einem Rastplatz kann ihn die Polizei ausbremsen. Das blüht dem 28-Jährigen nun.
Die Polizei Dortmund kontrolliert regelmäßig an Wochenenden Fahrzeuge in der Innenstadt, um illegale Rennen und Lärmbelästigung zu unterbinden.
Die Polizei Dortmund kontrolliert regelmäßig an Wochenenden Fahrzeuge in der Innenstadt, um illegale Rennen und Lärmbelästigung zu unterbinden. © Archiv

In Dortmund hat es in der Nacht zu Dienstag ein illegales Autorennen gegeben. Für die dortige Polizei ist das nichts Außergewöhnliches mehr. Denn vor allem jetzt in den Sommermonaten treten auf dem Innenstadtring oder der Bundesstraße 1 übermütige Pkw-Fahrer nach vorheriger Verabredung mit Gleichgesinnten regelmäßig aufs Gaspedal. Mittlerweile gibt es gar einen regelrechten „Raser-Tourismus“ in der Revier-Metropole.

Mercedes E350D gegen Porsche Panamera

Wie die Behörde berichtet, hatte sich diesmal unter anderem ein 28-Jähriger aus Herten mit seinem Mercedes E350D auf den Weg ins knapp 40 Kilometer entfernte Dortmund gemacht. Ein 23-jähriger Bochumer in einem Porsche Panamera tat es ihm gleich.

Auf der B1 in Richtung Dortmund sorgten beide zunächst mit rasanten Spurwechseln für gefährliche Situationen und Entsetzen bei anderen Verkehrsteilnehmern. Der riskante Fahrstil fiel gegen 1.35 Uhr auch einer Zivilstreife auf, die die Verfolgung aufnahm.

Mit 200 „Sachen“ durch die Tempo-80-Zone

Weiter ging es für die zwei Duellanten auf die B236 in Richtung Lünen. Im Tunnel Wambel positionierten sie sich – fast wie im Hollywood-Film „The Fast And The Furious“ – nebeneinander, um ihre Boliden dann stark zu beschleunigen. In der Spitze erreichten sie, immer verfolgt vom zivilen Streifenwagen, 200 km/h – und das an einer Stelle, an der nur Tempo 80 erlaubt ist.

Schließlich fuhren die Männer von der B236 auf die Autobahn 2 in Richtung Oberhausen. Auch dort brachten sie es nach Angaben der Polizei auf eine Spitzengeschwindigkeit von rund 200 km/h.

28-Jähriger ist Auto, Führerschein und Handy los

Für den 28-Jährigen aus Herten folgte auf dem Rastplatz Ickern die Quittung für seine Raserei. Die Zivilstreife stellte seinen Führerschein und sein Mobiltelefon sowie das seines Beifahrers sicher. Auch den Wagen beschlagnahmten die Beamten.

Seinen Konkurrenten im Porsche zog dagegen ein Streifenteam der Autobahnpolizei auf der Emscherallee in Dortmund-Mengede aus dem Verkehr. Der 23-jährige Fahrer aus Bochum ist der Polizei bereits als Teilnehmer eines illegalen Rennens bekannt. Auch bei ihm wurden Fahrzeug und Führerschein sichergestellt. Er und sein Beifahrer mussten ebenfalls ihre Mobiltelefone abgeben.

Empfindliche Geld- oder Haftstrafe nach Rennen

Die Polizei ermittelt gegen beide Fahrer, da sie mutmaßlich gegen §315d des Strafgesetzbuches („Verbotene Kraftfahrzeugrennen“) verstoßen haben. Nun blüht beiden eine empfindliche Geldstrafe oder im schlimmsten Fall sogar eine Freiheitsstrafe von bis zu zwei Jahren.

Gegen die Raser-, Tuner- und Autoposer-Szene in Herten geht auch die Polizei Recklinghausen mit regelmäßigen Kontrollaktionen vor. Bei der letzten Aktion am Freitagabend wurden auf dem Gelände der Zeche Ewald sowie rund um das Südringcenter in Bottrop insgesamt 166 Geschwindigkeitsverstöße festgestellt.

Polizei geht auch in Herten gegen Raser und Tuner vor

Außerdem gab es drei Fahrzeugsicherstellungen, elf Ordnungswidrigkeiten-Anzeigen und sieben Verwarnungsgelder wegen Erlöschens der Betriebserlaubnis. Hierbei geht es in der Regel um absichtliche, nicht genehmigte Änderungen am Fahrzeug. Zu weiteren 27 Verstößen kam es, indem zum Beispiel Handys am Steuer genutzt oder rote Ampeln nicht beachtet wurden.

Der Abend in Herten

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