Kooperation über Stadtgrenzen hinweg

Hertener Schule schließt Vertrag mit Berufskolleg

Die Hertener Martin-Luther-Schule und das Hans-Böckler-Berufskolleg in Marl haben einen Kooperationsvertrag geschlossen - und starten bereits das erste Projekt mit einem Gymnasium in Polen.
Hermann Kuhl (l.), Leiter der Westerholter Martin-Luther-Sekundarschule und Wolfgang Großer vom Hans-Böckler-Berufskolleg in Marl unterzeichnen den Kooperationsvertrag. © Privat

„Der Bau Europas ist eine Kunst. Eine Kunst, die möglich ist“ sagte einst Jacques Chirac. Zwei Schulen aus dem Kreis Recklinghausen haben vereinbart, insbesondere den zweiten Satz des ehemaligen französischen Präsidenten Realität werden zu lassen. Per Kooperationsvertrag soll dabei Europa vor allem in den Köpfen wachsen. Den Vertrag unterzeichneten jetzt Hermann Kuhl, Leiter der Martin-Luther-Sekundarschule (MLS) in Westerholt, und Wolfgang Großer, Leiter des Hans-Böckler-Berufskollegs (HBBK) in Marl.

Seit mehreren Jahren Europaschulen

Schon seit mehreren Jahren sind MLS und HBBK Europaschulen und wollen sich jetzt auch rezertifizieren lassen. Hierzu braucht es Zusammenarbeit und neue Wege. Doch wie kann dieser Weg aussehen, wenn sich Schulen aus den Bereichen der Sekundarstufe I und II zusammenschließen? Können junge Erwachsene und minderjährige Jugendliche gemeinsam lernen?

Die beiden Schulleiter sind optimistisch. Noch im Juni werden 18-Jährige aus Marl eine Gruppe von 15-Jährigen in Herten als „Lerncoaches“ in einem virtuellen Austausch mit einem Gymnasium der polnischen Stadt Slupsk unterstützen. Die Verständigung wird auf Polnisch und Englisch erfolgen und Aufgabe ist es, einen Städteführer der besonderen Art zu erstellen: Eine virtuelle Städtedarstellung aus Sicht der Schülerinnen und Schüler. Das heißt, dass junge Leute ihren Wohnort aus ihrer Perspektive darstellen. Es geht um unbekannte Treffpunkte, informelle Szeneorte, Streetart, soziale Medien, Träume, Ambitionen und Chatbeziehungen.

Kennenlernen im Online-Forum

Noch vor den Sommerferien werden sich die Beteiligten über ein Online-Forum kennenlernen, Film- und Präsentationstage folgen im September und eine Abschlussdokumentation ist für den Herbst geplant. Das Ministerium für Europaangelegenheiten begleitet das Projekt und man darf gespannt sein, was sich beide Schulen noch ausdenken werden.

Von Praktika auf Malta, Spaziergängen durch die „Avenue des Langues“, Cambridge-Zertifikaten und Wirtschaftszeugnissen nach Standard der Industrie und Handelskammer Londons (LCCI) ist bereits die Rede.

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