Große Beteiligung am Einheitsbuddeln

Hertener setzen ein starkes Zeichen für den Umwelt- und Klimaschutz

Am Tag der Deutschen Einheit setzt Herten ein Zeichen für Umwelt- und Klimaschutz. Die Resonanz beim „Einheitsbuddeln“ am Paschenberg war trotz Dauerregens groß – 55 Bäume wurden gepflanzt.
Auch sie ließen sich nicht vom schlechten Wetter abschrecken (v.l.): Yvonne Renke, Regina Grossart, Astrid Krüger und Anja Großjohann sind als Mitglieder der Grünen quasi vom Fach, wenn es ums Baumanpflanzen geht. © Oliver Prause

Die Stadt Herten hatte gerufen – und viele waren gekommen. Das „Einheitsbuddeln“ fand zwar bei „Sauwetter“ statt. Das hielt Bürgerinnen und Bürger aber nicht davon ab, ihren Beitrag für Umwelt- und Klimaschutz zu leisten.

Ob alt oder jung, Schüler oder Lehrer, Privatpersonen oder Angehörige von Institutionen und Parteien, Deutsche oder ausländische Mitbürger – sie alle pilgerten am Sonntag ab 10 Uhr vom Treffpunkt auf dem Parkplatz des SC Herten zur nahe gelegenen Obstwiese am Paschenberg.

Nachdem in den vergangenen beiden Jahren bereits 30 Bäume auf dem ehemaligen Zechengelände Schlägel & Eisen und 50 Obstbäume im Grünzug Paschenberg gepflanzt worden waren, fand die Aktion am diesjährigen Tag der Deutschen Einheit dort statt.

Fotostrecke

Einheitsbuddeln auf der Obstwiese

Präsenttaschen und Urkunden für alle Teilnehmer

Mit dabei war auch Serkan Akdere vom „Verein zur Förderung der Integration und Bildung“ (VIFB) in Westerholt. Er freute sich riesig auf die Aktion: „Natürlich haben auch wir einen Baum bestellt, den wir heute seiner Bestimmung übergeben.“ Zuvor ging es für ihn aber zur Ausgabestelle in einem Zelt, wo Katharina Albing und ihre Kolleginnen für alle neben der Platznummer für den jeweiligen Baumstandort auch kleine Präsenttaschen – unter anderem mit Kugelschreibern und einem Maskottchen des Zentralen Betriebshofs (ZBH) – bereithielten.

Serkan Akdere vom Verein VIFB in Westerholt mit einer Präsenttüte, die jeder Teilnehmer vom Zentralen Betriebshof (ZBH) erhielt.
Serkan Akdere vom Integrationsverein VIFB in Westerholt mit einer Präsenttüte, die jeder Teilnehmer vom Zentralen Betriebshof (ZBH) erhielt. © Oliver Prause © Oliver Prause

Jan-Tobias Welzel, Leiter des Grünbereichs beim ZBH, war mit der Resonanz sehr zufrieden. Die Anmeldezahlen seien noch etwas besser als im Vorjahr gewesen, erklärte er gegenüber unserer Redaktion: „Rund 20 Einzelpersonen sowie zahlreiche Gruppen haben die Patenschaft für insgesamt 55 Bäume übernommen.“ Deren Früchte können in etwa zwei bis drei Jahren geerntet werden. Insgesamt stehen auf der Obstwiese am Paschenberg damit bereits 120 Bäume.

Im Matsch geht das Einbuddeln sogar schneller

„Das Wetter konnten wir leider nicht bestellen“, sagte Welzel über den Dauerregen, der die Menschen aber nicht davon abhielt, mitzubuddeln. Immerhin: Das fiel angesichts des aufgeweichten Bodens sogar leichter als bei Trockenheit. Ihren Spaß im Matsch hatten auch die Grundschülerinnen und -schüler der nahe gelegenen Ludgerusschule, die zusammen mit dem Lehrpersonal und Mitgliedern der Elternpflegschaft ebenfalls beim Baumsetzen mit anpackten.

Die vorbereiteten Obstbäume: Gepflanzt wurden historische Apfel-, Birnen-, Kirsch-, Quitten- und Pflaumensorten.
Die vorbereiteten Obstbäume – gepflanzt wurden historische Apfel-, Birnen-, Kirsch-, Quitten- und Pflaumensorten. © Oliver Prause © Oliver Prause

Jeder Teilnehmer konnte sich mit einer Spende ab fünf Euro an einem Baum „beteiligen“ oder auch einen ganzen Baum für 79 Euro spenden. Gepflanzt wurden historische Apfel-, Birnen-, Kirsch-, Quitten- und Pflaumenbäume. Als kleines Dankeschön erhielten die Spenderinnen und Spender jeweils eine Urkunde.

„Mit dem Einheitsbuddeln können wir gemeinsam ein starkes Zeichen gegen den Klimawandel setzen, denn jeder gepflanzte Baum hilft“, sagte Bürgermeister Matthias Müller, bevor auch er einen Obstbaum in die Erde setzte.

Auch Bürgermeister Matthias Müller (l.) packte beim Einheitsbuddeln mit an und pflanzte einen von insgesamt 55 Bäumen auf der Obstwiese am Paschenberg.
Auch Bürgermeister Matthias Müller (l.) packte beim Einheitsbuddeln mit an und pflanzte einen von insgesamt 55 neuen Bäumen auf der Obstwiese am Paschenberg. © Oliver Prause © Oliver Prause

Auch eine Kanadierin macht bei der Aktion mit

Eine der Einzelpersonen, die beim „Einheitsbuddeln“ mitmachten, war Mary Otto. Sie stammt ursprünglich aus Kanada, lebt aber schon lange in Herten. Sie war begeistert, dass so viele Hertenerinnen und Herten bei der Aktion mitmachen: „Das zeigt doch, wie liebenswert Herten ist. Auch ich möchte heute meinen Teil für die Umwelt beitragen.“

Daher hätte sie gerne am Wahlsonntag ihre Stimmen abgegeben und eine Partei gewählt, die die Umwelt unterstützt. „Aber das durfte ich nicht, weil es keine doppelte Staatsbürgerschaft für Leute wie mich im Land gibt“, meinte Mary Otto, dass man am Tag der Deutschen Einheit neben dem Verhältnis zwischen Ost- und Westdeutschen auch die Situation von zugewanderten Menschen mal thematisieren sollte.

Der Abend in Herten

Täglich um 18:00 Uhr berichten unsere Redakteure für Sie im Newsletter über die wichtigsten Ereignisse des Tages.

Informationen zur Datenverarbeitung im Rahmen des Newsletters finden Sie hier.