Hertener Stadtwerke Finanzspritze für Gas- und Wärmekunden – doch es ist einiges zu beachten

Eine Gasrechnung wird in einem privaten Haushalt vor einem Gaszähler gehalten.
Kunden der Hertener Stadtwerke sollten Anfang 2023 einen genauen Blick auf ihre Jahresverbrauchabrechnung werfen. © picture alliance/dpa
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Die Bundesregierung plant verschiedene finanzielle Unterstützungen für gebeutelte Verbraucher. Dazu zählt unter anderem die sogenannte Soforthilfe gemäß § 2 Abs. 4 (Gas) und § 4 Abs. 4 (Wärme) Erdgas-Wärme-Soforthilfegesetz (EWSG), die Kundinnen und Kunden im Dezember entlasten wird. Die Hertener Stadtwerke arbeiten derzeit an der Umsetzung der gesetzlichen Regelungen. Welche Entlastungen ermöglicht das neue Gesetz?

Gaskundinnen und Gaskunden erhalten im Dezember 2022 eine staatliche Soforthilfe, die sich an den monatlich zu leistenden Zahlungen bzw. Abschlägen orientiert. Der tatsächliche Erstattungsbetrag, der mit der Jahresverbrauchsabrechnung verrechnet wird, berücksichtigt auch mögliche Gaspreissteigerungen zum Jahresende. Die Soforthilfe entspricht einem Zwölftel des im September 2022 prognostizierten individuellen Jahresverbrauchs, multipliziert mit dem am 1. Dezember 2022 gültigen Gaspreis.

Energiekosten-Entlastung: Daueraufträge einmalig aussetzen

„Unsere Gaskunden profitieren automatisch von der Soforthilfe“, erklärt Stadtwerke-Vertriebsleiter Patrick Scheffner. „Wer einen Lastschrifteinzug mit uns vereinbart hat, dem wird der Dezemberabschlag, der zum 30. Dezember fällig wäre, nicht eingezogen.“ Wer die Zahlungen monatlich selber vornimmt (z.B. per Dauerauftrag oder Barzahlung), muss die Zahlung für Dezember nicht leisten. „In der Jahresverbrauchabrechnung Anfang 2023 wird der Erstattungsbetrag mit der vorläufigen Entlastung verrechnet“, so Scheffner. „Wichtig ist hierbei nur, dass die Kundinnen und Kunden im Blick haben müssen, dass die rechnerisch ermittelte Zahlung vom Bund vom tatsächlichen Abschlag abweichen wird.“

Entlastung auch für Fernwärme-Kunden

Auch Fernwärme-Kunden werden im Dezember entlastet. Die Höhe der Kompensation beträgt 120 Prozent des monatlichen Durchschnittsbetrages. Dieser ergibt sich aus der Summe der Abschlagszahlungen, die der Kunde für seinen Wärmebezug im letzten Abrechnungszeitraum zu zahlen verpflichtet war, geteilt durch die Anzahl der auf diesen Abrechnungszeitraum entfallenden Monate. In der nächsten Verbrauchsabrechnung, welche den Monat Dezember 2022 enthält, wird die Entlastung gesondert ausgewiesen. Bei Wärme-Kunden verzichten die Stadtwerke ebenfalls auf die Einziehung der für Dezember vereinbarten Abschlagszahlung bzw. entfällt einmalig die Pflicht auf selbstständige Zahlung des Abschlags oder der Vorauszahlung.

Bei allen Kunden, die monatlich abgerechnet werden und die keine laufenden Abschläge zahlen (wie bspw. Jahresvorauszahler), erfolgt die Erstattung mit der nächsten Rechnung. Für die Weitergabe der Entlastungen bei Mietverhältnissen und in Wohnungseigentümergesellschaften ist der Vermieter bzw. die Wohnungseigentümergesellschaft zuständig. Die Entlastung soll in diesen Fällen im Rahmen der Heizkostenabrechnung erfolgen.

Größere Gas- und Wärmekunden mit einem Jahresverbrauch über 1,5 Mio. kWh sind von der Soforthilfe ausgenommen. Ausnahmen bilden hierbei die Wohnungswirtschaft und beispielsweise Pflege- und Rehabilitationseinrichtungen sowie Bildungs- und Wissenschaftseinrichtungen. Kunden mit mehr als 1,5 Mio. kWh müssen bis zum 31.12.2022 den Hertener Stadtwerken in Textform darlegen, dass sie zu den Entlastungsberechtigten zählen. Andernfalls entfällt der Anspruch auf Dezember-Soforthilfe.

Stadtwerke-Beratungsteam in Herten beantwortet Fragen

Das Beratungsteam im Kundenzentrum (Jakobstr. 6) beantwortet alle Fragen zur Soforthilfe persönlich. Das Kundenzentrum hat montags, dienstags, donnerstags und freitags von 9 bis 13 Uhr geöffnet und mittwochs durchgehend. Zudem sind die Stadtwerke unter der Service-Hotline 02366/307-123 und der E-Mail kundenservice@herten.de erreichbar.