Wohn-Drama in Westerholt

Illegales Wohnen im Gewerbegebiet: Es gibt einen neuen Vorstoß

Die Not von 174 Menschen im Westerholter Gewerbegebiet ist groß: Bis zum 1. Juni 2022 müssen sie ausgezogen sein. Dabei ist der Wohnungsmarkt leergefegt. Jetzt gibt es einen neuen Vorstoß.
Ein Blick auf Häuser in der Wupperstraße im Gewerbegebiet in Westerholt. Auch hier wohnen Menschen, die womöglich bald ihr Zuhause verlieren.
Ein Blick auf Häuser in der Wupperstraße im Gewerbegebiet in Westerholt. Auch hier wohnen Menschen, die womöglich bald ihr Zuhause verlieren. © Frank Bergmannshoff

Für Thomas Prinz, Chef der SPD-Fraktion im Rat der Stadt Herten, steht fest: „Man kann die Menschen im Gewerbegebiet W2 nicht einfach auf die Straße setzen.“ Eine Auszugsfrist bis zum 1. Juni festzusetzen, wie die Stadtverwaltung es in ihrem Anhörungsschreiben vom 25.10. an die 174 Betroffenen getan hat, sei mit ihm und seinen politischen Mitstreitern nicht machbar. Deshalb hat der Bürgermeister nun Post von der SPD-Fraktion bekommen. In dem Schreiben wird Matthias Müller aufgefordert, die Frist zu verlängern, bis zu welcher die Mieter aus den „illegalen“ Wohnungen ausgezogen sein müssen.

Man habe sich vor Ort umgesehen und mit vielen Menschen gesprochen, berichtet Thomas Prinz. Sowohl bei den Anwohnern als auch bei den Vermietern herrsche große Betroffenheit. Die Angelegenheit sei so komplex und rechtlich schwer zu bewerten, dass den Menschen mehr Zeit gegeben werden müsse, um sich zu informieren. „Dann hat auch die Stadtverwaltung mehr Zeit, um die Angelegenheit im Sinne der Betroffenen zu prüfen.“

„Eine Lösungsfindung muss ohne Zeitdruck erfolgen, mit der Zielsetzung, unzumutbare Härten für alle Beteiligten zu vermeiden“, findet die SPD. „Die Botschaft, die eigenen vier Wände zu verlassen, trifft die Mieter völlig unvorbereitet. Die Hertener SPD erwartet von der Verwaltung eine konstruktive Lösung für alle Beteiligten.“ Welchen Zeitraum die SPD für angemessen hält, steht nicht im Antrag.

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