Eröffnung vor 150 Jahren

In diesem Postamt floss einst das Bier in Strömen

Vor 150 Jahren wurde in Westerholt das erste Postamt eingerichtet – in einer Gastwirtschaft. Der Wirt wurde zum Postmeister ernannt – ein Blick in die Geschichtsbücher.
Die „Alte Post“ in der Schlossstraße. © Archiv: Heinz Wener

In alter Zeit, als nur ein Bruchteil der Bevölkerung lesen und schreiben konnte, steckte die gesamte Nachrichtenübermittlung noch in den Kinderschuhen. Nur Klöster und die Fürsten und Grafen unterhielten Botenpostverbindungen, der sich auch Kaufleute und die übrige Bevölkerung bedienten.

Bote brachte Post nach Recklinghausen und Dorsten

Als in der alten Westerholter Schlossburg noch das gräfliche Gericht tagte, erfüllte die Botenpost noch ihren Zweck. Der Postbote beförderte damals die Dokumente und Aktenstücke mittels einer mit einem verschlossenen Kasten versehenen Schubkasse nach Recklinghausen und Dorsten. Von dort aus wurde die Post nach Wesel und Münster weitergeleitet.

Graf wünscht sich eine Postanstalt

Im November 1865 war die Errichtung einer Postexpedition im Westerholter Gemeindeparlament Gegenstand einer lebhaften Debatte. Graf Otto von Westerholt ließ den Gemeindevertretern durch seinen Rentmeister Scherkamp ausrichten, dass er eine Postanstalt im Ort wünsche. Ein Beschluss wurde gefasst aber nichts geschah. Erst mit der Eröffnung der Postwagenlinie Recklinghausen – Herten – Westerholt – Buer im Jahr 1871 wurde ein Postamt eröffnet.

Am 1. Juli 1871 ist die Eröffnung

Das erste Postamt in Westerholt wurde am 1. Juli 1871 in der Gastwirtschaft Galland an der Schlossstraße eingerichtet. Der Wirt Heinrich Galland wurde zum Postmeister ernannt. Das Postamt genügte in den ersten Jahren vollauf den Anforderungen.

Nach dem Tod von Heinrich Galland am 31. Oktober 1883 wurde das Postamt in eine Postagentur umgewandelt. Die Leitung hatte die Witwe des Verstorbenen. Allerdings wurde die Agentur unter dem Namen von August Obring geführt, der ein Halbbruder des verstorbenen Heinrich Galland war. Frieda Galland besorgte damals die Postgeschäfte.

1902 zieht das Amt um

Nach dem Tode von August Obring im Jahre 1894 übernahm der Sohn des verstorbenen ersten Postmeisters Galland die Weiterführung der Geschäfte. Adolf Galland leitete das Postamt bis zum Jahre 1902. Dann siedelte die Post in das Haus von Franz Kleinherne, heute Schlossstraße 4, um.

Heinz Wener, Jahrgang 1937, übernahm die Liebe zu Westerholt von seinem Großvater. Auf dessen Chronik baut seine historische Sammlung auf. 17 Jahre leitete er den Heimatverein, 32 Jahre das Heimatkabinett. Heinz Wener schreibt in loser Reihenfolge Artikel für die Hertener Allgemeine Zeitung.

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