Angebot für Kurzentschlossene

Jeder Geimpfte ist wichtig: Impfaktion in Westerholt

Gut 61 Prozent der Menschen in Deutschland sind vollständig geimpft. Damit noch mehr hinzukommen, gab es am Samstag (4.9.) erneut eine öffentliche Impfaktion, dieses Mal in Westerholt.
Jürgen Watanabe, Sepanta Khadjenouri, Oliver Bloemkolk und Roberta Bifano (v.l.) organisierten die Impfaktion, bei der sich Impfwillige kurzentschlossen impfen lassen können. © Josephine Struckmeier

In der Praxis von Physiotherapeut Jürgen Watanabe fand am Samstag (4.9.) eine weitere Impfaktion statt. Watanabe hat es sich nach eigener Aussage zur Aufgabe gemacht, andere Menschen für eine Impfung zu gewinnen. Dazu organisiert er in seiner Praxis Impfaktionen zusammen mit Dr. Sepanta Khadjenouriund seinem mobilen Impfteam.

Watanabe und Khadjenouri bekommen häufig mit, welche Ängste die Menschen vor dem Impfen haben. Letztlich haben die beiden in ihren Praxen jedoch viele Erfahrungen gemacht, die zeigen, wie gefährlich das Virus ist: „Ich habe bei meiner Arbeit häufig gesehen, wie stark die Menschen unter Corona gelitten haben. Es sind daran sogar Angehörige von Mitarbeitern verstorben. Junge Menschen kommen mit Langzeitfolgen zu mir. Ich möchte, dass das endlich ein Ende hat. Das erreichen wir nur mit Impfen“, erklärt Watanabe.

Flexibilität ist wichtig

Bei der Impfaktion in seiner Praxis konnte man ohne Termin vorbeikommen und zwischen den Impfstoffen Biontec, Astrazeneca und Johnson & Johnson wählen. Gerade Flexibilität sei gefragt, wenn man skeptische Menschen zum Impfen bewegen möchte, erklärt Khadjenouri.

Auch wenn die flexiblen Impftermine es einfacher machen, entsteht die Motivation bei den meisten an anderen Stellen: Kevin Urschenk hatte am Samstag bereits seinen zweiten Impftermin.

Noch haben Ungeimpfte die gleichen Freiheiten, diese möchte sich Kevin Urschenk erhalten und hat sich deswegen für die Impfung entschieden.
Noch haben Ungeimpfte die gleichen Freiheiten, diese möchte sich Kevin Urschenk erhalten und hat sich deswegen für die Impfung entschieden. © Josephine Struckmeier © Josephine Struckmeier

Er entschied sich für die Impfung, da er befürchtet, im Winter sonst nicht mehr in Restaurants, Bars und Co. zu kommen: „Bis jetzt kann man noch alles machen, aber schon allein die bald kostenpflichtigen Tests verändern die Situation“.

„Habe mich ausgeschlossen gefühlt“

Dass einem etwas verwehrt bleibt, was Geimpften freisteht, kann einen starken Einfluss auf das eigene Leben nehmen. Diese Erfahrung machte Ursula Klun sogar in ihrer Familie und dem Freundeskreis: „Ich hätte mich nicht impfen lassen, hätte ich mich nicht so ausgeschlossen gefühlt. Auch wenn es nie offen gesagt wurde, habe ich gemerkt, wie andere Abstand zu mir halten oder ich gar nicht mehr eingeladen werde“, erklärt sie.

In der eigenen Familie und dem Freundeskreis ausgegrenzt zu werden, schmerzte Ursula Klun so sehr, dass sie sich jetzt doch impfen ließ.
In der eigenen Familie und dem Freundeskreis ausgegrenzt zu werden, schmerzte Ursula Klun so sehr, dass sie sich jetzt doch impfen ließ. © Josephine Struckmeier © Josephine Struckmeier

Eigentlich kam das Impfen für sie so früh nicht infrage, da sie skeptisch war, wie ausgereift die Impfstoffe bereits sind. Die soziale Isolation unabhängig vom Lockdown änderte ihre Meinung.

Egal welche Motive die Menschen zum Impfen bewegen, Jürgen Watanabe und Sepanta Khadjenouri freuen sich über jeden neuen Impfwilligen. Ein Ende der Aktion ist zunächst nicht geplant, da jedes Mal wieder Erstimpfungen angeboten werden. In vier Wochen können sich also erneut Kurzentschlossene eine Impfung in der Praxis abholen.

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