Sicherheitsgefühl verbessern

Kommunaler Ordnungsdienst zieht in die Hertener Fußgängerzone

Auf 14 Mitarbeiter ist der Ordnungsdienst der Stadt Herten in der Corona-Zeit angewachsen. Neue Räume sollen das Sicherheitsgefühl der Menschen verbessern, die Platznot im Rathaus lindern.
Am Wappen auf dem Oberarm gut zu erkennen: Der KOD gehört zum Ordnungsamt der Stadt Herten. © Anna Lisa Oehlmann

Die Stadt Herten hatte eine Vorreiterrolle, als sie vor mehr als 20 Jahren einen Kommunalen Ordnungsdienst (KOD) einrichtete. Am 2. August 2000 gingen die zunächst zwei Außendienst-Mitarbeiter des Ordnungsamtes erstmals auf Streife. Mit dem Bedarf wuchs die Personalstärke nach und nach auf zehn Mitarbeiter – und in der Corona-Pandemie weiter auf 14. Jetzt erhält der KOD eine Anlaufstelle in der Hertener Fußgängerzone.

Mit dieser Maßnahme schlagen Bürgermeister Matthias Müller sowie

Dr. Oliver Lind, der als Beigeordneter seit 1. Mai für das Ordnungswesen zuständig ist, drei Fliegen mit einer Klappe. Es geht um Raumnot, Corona und Kriminalität.

Aber der Reihe nach. „Ein Ausgangspunkt für unsere Überlegungen war die Raumnot im Rathaus“, erklärt Müller. Allgemein mangelt es dort an Platz, aber beim nun 14 Mitarbeiter starken KOD besonders. Denn die Einsatzkräfte sind nicht nur auf der Straße, sie brauchen auch Räume für Verwaltungsarbeit, für Ausrüstung, zum Umkleiden, für Besprechungen usw.

Besichtigungen in den nächsten Tagen

Durch eine Außenstelle in der Fußgängerzone soll der KOD aber auch bewusst dort Präsenz zeigen und das Sicherheitsempfinden der Menschen erhöhen. Zum einen jetzt in der Corona-Zeit: Gerade in der Innenstadt kommt es immer wieder zu Verstößen gegen Maskenpflicht & Co.

Zum anderen verweist Matthias Müller auf die groß angelegte Razzia von Polizei und Ordnungsamt in der Nacht von Samstag auf Sonntag in einem Gebäude in der Fußgängerzone Ewaldstraße. Es ging um mutmaßlich illegales Glücksspiel und Drogen. Auch in solcher Hinsicht, so Müller, könne mehr KOD-Präsenz in der Innenstadt sicher nicht schaden.

In den nächsten Tagen, so Dr. Oliver Lind, sollen verschiedene leer stehende Ladenlokale besichtigt werden. Fachleute des städtischen Immobilienbetriebes HIB seien direkt mit dabei, damit man schnell eine Standort-Entscheidung treffen könne.

Aufgaben von Hundesteuer bis Evakuierung

In regulären Zeiten absolviert der KOD rund 2100 Einsätze pro Jahr, auch am Wochenende und nachts. Das Spektrum ist breit:

• Lärmbelästigungen nachgehen, Verursacher wilder Müllkippen suchen, Vandalismus verhindern, soziale Brennpunkte überwachen, Gewerbebetriebe und Gaststätten kontrollieren, ebenso die Hundesteuerpflicht

• Maßnahmen gegen die Raser- und Tuning-Szene

• Unterstützung von Behörden wie Jugendamt, Polizei und Zoll, etwa bei Razzien gegen Schwarzarbeit

• Unterstützung bei Evakuierungen, etwa bei Blindgänger-Entschärfungen.

„Und jetzt natürlich die Corona-Maßnahmen“, ergänzt Dr. Oliver Lind. Überwachung von Quarantäne-Anordnungen, Kontrollen von belebten Orten, Durchsetzung der Bundes-Notbremse mit nächtlicher Ausgangssperre usw. „Allein am Montag dieser Woche haben KOD-Mitarbeiter 40 Verwarnungen wegen Corona-Verstößen ausgesprochen“, berichtet der Beigeordnete und ergänzt: „Gerade beim Thema Corona erleben die Mitarbeiter immer mehr Aggressivität.“ Das KOD-Team ist in Ordnungs- und Strafrecht geschult, absolviert Deeskalationstrainings. Straftaten verfolgt der Ordnungsdienst jedoch nicht. Das ist Sache der Polizei.

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