Serie: Wasservögel im Hertener Schlosspark

Kormorane haben großen Appetit auf Fisch

Am Schneidmühlenteich, dem hinteren Schlossteich mit der baumbewachsenen kleinen Insel, lässt es sich der Kormoran gut gehen. Der schwarz glänzende Vogel ist ein ziemlicher Vielfraß.
Ein Kormoran fliegt über der Wasserfläche. © Heinz-Jürgen Bourichter

Besucher des Hertener Schlossparks können den Kormoran – lateinisch Phalacrocorax carbo – oft auf den hohen Bäumen am Ufer beobachten. Er trägt ein dunkles, schwarz glänzendes Federkleid, das bisweilen metallisch funkelt. Auffällig sind das weiße Kinn, die weißen Wangen und zur Brutzeit weiße Flecken an den Schenkeln. Die Augen schimmern türkis, der Schnabel ist gelb, kräftig und vorne hakenförmig gebogen. Der Hals des Kormorans ist lang und kräftig, der Kopf etwas keilförmig.

Kormorane auf dem Schlossteich.
Kormorane auf dem Schlossteich. © Heinz-Jürgen Bourichter © Heinz-Jürgen Bourichter

Etwa 90 Zentimeter groß werden Kormorane. Sie erreichen eine Flügelspannweite von etwa 1,5 Metern und werden bis zu 2,5 Kilogramm schwer. Weibchen sind etwas kleiner als die Männchen.

Kormorane am Ufer.
Kormorane am Ufer. © Heinz-Juergen Bourichter © Heinz-Juergen Bourichter

Die Nahrung der schwarzen Wasservögel besteht ausschließlich aus Fischen, die in Tauchgängen gefangen und meist an der Oberfläche verspeist werden. 400 bis 700 Gramm Fisch verputzt so ein Vogel pro Tag. Um an diese beträchtliche Futtermenge zu kommen, kann der Kormoran theoretisch bis zu 40 Meter tief und etwa 90 Sekunden lang tauchen.

Unter Wasser ein schneller, beweglicher Jäger

Auf dem Teich liegt der Kormoran tief im Wasser, während der Schnabel schräg nach oben zeigt. Der Grund: In seinen Knochen ist weniger Luft enthalten als bei anderen Vögeln. Das macht ihn unter der Oberfläche der Gewässer schnell und beweglich. Im Gegensatz zu anderen Wasservögeln besitzt der Kormoran kein feuchtigkeitsabweisendes Gefieder.

Ein fliegender Kormoran.
Ein fliegender Kormoran. © Heinz-Jürgen Bourichter © Heinz-Jürgen Bourichter

Deshalb sieht man ihn häufig mit ausgestreckten Flügeln auf einem hohen Baum sitzen. An den Schlossteichen kann man auch beobachten, dass Kormorane nach dem Tauchen über die Gewässer fliegend ihre Runden ziehen, um auf diese Weise ihre Federn zu trocknen.

Ein Kormoran verspeist auf dem Schlossteich einen gefangenen Fisch.
Ein Kormoran verspeist auf dem Schlossteich einen gefangenen Fisch. © Heinz-Jürgen Bourichter © Heinz-Jürgen Bourichter

In der Brutzeit bauen Kormorane ab Anfang März ihre großen Nester aus Reisig oft in die Astgabeln hoher Bäume. Die Männchen besetzen die Nester und balzen auffällig. Die Paare reiben ihre Hälse zärtlich aneinander. Doch trotz dieser Hingabe bleiben die Partner meist nur für ein Jahr zusammen.

Junge Kormorane bleiben sieben Wochen im Nest

Das Weibchen legt dann in der Regel im Mai oder Juni drei bis vier bläuliche Eier, die abwechselnd von beiden Partnern rund vier Wochen lang bebrütet werden. Etwa sieben Wochen lang bleiben die Jungen im Nest, bis sie flugfähig sind. Jungvögel sind an ihrem braunen Gefieder zu erkennen. Im Jugendkleid besitzen die Vögel auch weiße Partien, besonders auf der Unterseite.

Ein Kormoran erhebt sich vom Wasser aus in die Luft.
Ein Kormoran erhebt sich vom Wasser aus in die Luft. © Heinz-Jürgen Bourichter © Heinz-Jürgen Bourichter

Im Flug zeigt der Kormoran ein markantes Bild: das „fliegende Kreuz“.

Kormorane sind ruhige Vertreter. Nur an Brut- und Schlafplätzen hört man ihre kehligen, krächzenden Rufe, zum Beispiel „chroho-chrohochro-ho“. Weibchen rufen auch ein hohes „Flii-flii-flii“.

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