Anschlag in Gelsenkirchen-Buer

Lauter Knall schreckt Westerholter auf – Ursache ist ganz in der Nähe

Ein Knall schreckt die Menschen in Westerholt in der Nacht zu Montag auf. Die Ursache des lauten Geräuschs liegt sechs Kilometer südwestlich in Gelsenkirchen-Buer. Was ist dort passiert?
Auch der Außenbereich der benachbarten Spielhalle in Gelsenkirchen-Scholven wurde von der Sprengung schwer beschädigt. © Privat

In der Nacht zu Montag werden Bürgerinnen und Bürger in Westerholt und Umgebung von einem Knall aus dem Schlaf gerissen. Der erste Gedanke, den die Meisten haben: Im nahen Werk der Ruhr Oel GmbH in Scholven muss etwas geschehen sein. Dort kommt es regelmäßig zu weithin sichtbarem, hellem Fackelschein (dem sogenannten „Abfackeln“), wenn die Raffinerie wieder einer technischen Inspektion unterzogen wurde.

Geldautomat bei McDonald’s fliegt in die Luft

Schuld an der nächtlichen Ruhestörung waren diesmal aber Täter, die in Buer einen frei stehenden Geldautomaten in die Luft gesprengt haben. Die Tat passierte am Montag gegen 2.45 Uhr auf dem Habichtsweg neben einer Spielhalle und in der Nähe einer McDonald’s-Filiale.

Die Explosion war heftig – Bilder zeigen die enorme Zerstörung: Nicht nur die Außenfront der Spielhalle wurde in Mitleidenschaft gezogen. Auch ein gegenüberliegendes Gebäude wurde beschädigt, genau wie zwei geparkte Fahrzeuge. Trotzdem kann man noch froh sein, dass es keine Katastrophe gab: Denn in unmittelbarer Tatortnähe befindet sich auch eine Tankstelle.

Polizei fahndet nach Limousine mit Steinfurter Kennzeichen

Die Polizei fahndet nach einer mattschwarzen Limousine mit amtlichem Kennzeichen aus dem münsterländischen Steinfurt (ST), mit der die Kriminellen über die Feldhauser Straße geflüchtet sind. Sie sucht Zeugen, die Angaben zu den Tätern oder der Limousine machen können. Hinweise an das Kriminalkommissariat 21 (Tel. 0209/365-8112) oder an die Kriminalwache (Tel. 0209/365-8240).

Geldautomaten-Sprengungen keine Seltenheit im Ruhrgebiet

Immer wieder kommt es zu Geldautomaten-Sprengungen im Ruhrgebiet, obwohl die Banken alles tun, um es den Tätern so schwer wie möglich zu machen. Ein ähnlicher Fall hatte sich am 1. Juli im Bochumer Ruhrpark ereignet. Dabei befand sich das Gerät zwar im Vorraum eines Supermarkts – dennoch machten die Täter nicht davor halt und konnten unerkannt flüchten. Auch in Herten hatte es bereits im Jahr 2015 die Sprengung eines Geldautomaten der Sparkasse gegeben.

Viele Banken lagern Bargeldversorgung nach draußen aus

Nicht nur diese Gefahr veranlasst Geldinstitute in Sachen Bargeldversorgung zum Umdenken. Weil sich in den Vorräumen vieler Filialen unerwünschte Menschen aufhalten, die dort sitzen, schlafen, Kunden belästigen, ihre Notdurft verrichten, Wände beschmieren oder Geräte beschädigen, hat zum Beispiel die Sparkasse Vest den Geldautomaten ihrer Filiale am Süder Markt im Mai nach draußen verlegt – ein Umstand, der bei vielen Kunden auf Kritik stieß.

Der Abend in Herten

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