Ludgerusschule verzeichnet den größten Zuwachs seit Jahren

An der Ludgerusschule freut man sich über einen enormen Anstieg: 21 Schülerinnen und Schüler mehr als im vergangenen Jahr werden die Grundschule am Paschenberg besuchen.
Unbeschwert miteinander tanzen: Vor Corona hat auf dem Schulhof der Ludgerusschule an jedem Mittwoch vor den Ferien eine Pausendisko stattgefunden. © Ludgerusschule

Zwölf Jahre, mindestens, war die Ludgerusschule eine zweizügige Grundschule. Formal bleibt das auch so, denn sie ist jetzt nicht über Nacht dreizügig geworden, sondern das Schulamt hat in Absprache mit der Kreisverwaltung eine sogenannte Überhangklasse genehmigt. Diese verwaltungstechnische Begrifflichkeit bedeutet aber im Schulalltag nichts anderes, als dass die Ludgerusschule ab August mit einer 1a, einer 1b und einer 1c an den Start geht. Dreizügig, wenn man so will.

„Mit großer Freude konnten wir für das kommende Schuljahr 62 Anmeldungen verbuchen. Im Gegensatz zum letzten Jahr, in dem wir nur 41 Anmeldungen hatten“, berichtet Schulleiterin Tanja Blankenstein. Das Plus von 21 Schülerinnen und Schülern sei der stärkste Zuwachs seit zwölf Jahren.

„Oft und viel Kontakt zu den Eltern“

Die Schulleiterin hat mehrere Erklärungen für den großen Zuspruch. „Die Schülerzahlen sind so oder so gestiegen, das ist bestimmt ein Faktor. Wir haben aber auch Kinder aus anderen Einzugsgebieten, bei denen sich die Eltern ganz bewusst für unsere Schule entschieden haben.“ Blankenstein glaubt, dass es zum einen an der ausgeprägten Elternarbeit liegt, auf die man an der Schule großen Wert legt: „Wir haben oft und viel Kontakt zu den Eltern.“ Seien es die Förderscouts, seien es die Mitarbeiterinnen des Projekts „Ein Quadratkilometer Bildung“, sei es die Schulsozialarbeiterin: „Die Eltern finden immer jemanden, der da ist.“ Das spreche sich herum, das werde wertgeschätzt. Der gute Kontakt sorge für viel Zufriedenheit bei den Eltern.

Ein Regelhaus und viele „Lupus“

Auch das Konzept für das „Soziale Lernen“ spielt aus Sicht der Schulleiterin eine große Rolle. An der Ludgerusschule gibt es ein sogenanntes Regelhaus, das in jeder Klasse aushängt und an dessen Regeln sich alle Kinder zu halten haben. Auf Regelverletzungen erfolgt immer eine einheitliche Reaktion. Parallel dazu gibt es die „Lupus“, die Ludgeruspunkte. „Die werden von allen vergeben – vom Hausmeister, der Schulsozialarbeiterin, den Lehrern. Immer, wenn man Sachen sieht, die die Kinder gut machen“, erklärt Tanja Blankenstein. Dieses einheitliche Regel- und Belohnungssystem habe viel gebracht: „Es gibt weniger Rangeleien, weniger Unfreundlichsein. Das hat tatsächlich nachgelassen.“ Auch bei der jüngsten Qualitätsanalyse durch die Bezirksregierung – ein Team von Fachleuten aus Münster hat sich drei Tage lang den Schulbetrieb am Paschenberg in all seinen Facetten angeschaut – habe es großes Lob dafür gegeben, und für das schuleigene Beratungs- und Unterstützungssystem für die Eltern.

Folgen der Pandemie sind die große Herausforderung

Aktuell besuchen 197 Mädchen und Jungen die Ludgerusschule. Unterrichtet werden sie von einem 17-köpfigen Kollegium, inklusive einer Lehramtsanwärterin, einem Studenten sowie einer sozialpädagogischen und einer sonderpädagogischen Fachkraft. Das Team komplettieren die Schulsozialarbeiterin, zwei Sprachförderkräfte, eine Mitarbeiterin des Projekts Förderscout und eine vom „Quadratkilometer Bildung“. Von den Kindern haben aktuell rund 70 Prozent einen Migrationshintergrund. „Wir sehen das nicht als Nachteil, sondern als großen Vorteil“, unterstreicht Tanja Blankenstein. Man komme mit vielen Kulturen in Kontakt, die Schule sei bunt und stehe für Vielfalt.

Die große Herausforderung der kommenden Monate sieht die Schulleiterin vor allem in den Nachwehen der Pandemie. Bei den Schulanfängern werde das aufgeholt werden müssen, was durch ausgefallene Kita-Zeit verpasst wurde. Daneben komme auf alle Kinder auch eine soziale Aufgabe zu: das Miteinander nach Corona. „Sie sind es nicht mehr gewohnt, in großen Gruppen zusammen zu sein“, weiß Tanja Blankenstein. Doch sie ist sich sicher, dass ihre Schützlinge auch das stemmen werden.

Die aktuellen Anmeldezahlen der Hertener Schulen (Vorjahreszahlen in Klammern):

Grundschulen:

Barbaraschule: 54 (56)

Comeniusschule: 71 (75)

Goetheschule: 70 (68)

Grundschule Herten-Mitte: 89 (66)

Ludgerusschule: 62 (41)

Martinischule: 71 (61)

Süder Grundschule: 90 (96)

Waldschule: 72 (70)

Gesamt: 579 (533)

Weiterführende Schulen:

Erich-Klausener-Realschule: 58 (62)

Willy-Brandt-Realschule: 86 (84)

Rosa-Parks Gesamtschule: 125 (119)

Städtisches Gymnasium: 117 (100)

Martin-Luther-Sekundarschule: 63 (73)

Gesamt: 449 (438)

An auswärtigen Schulen wurden 65 (58) Schülerinnen und Schüler aufgenommen.

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