Kommentar

Macht Sinn: Mobilität mit Muskelkraft, ohne aufs Auto zu verzichten

Wenn über Themen wie Klimaschutz oder Mobilität diskutiert wird, scheinen die Fronten verhärtet. Besonders aggressiv werden meist jene, die um ihre Autos und ihre Bewegungsfreiheit bangen.
Carola Wagner, stellv. Leiterin der Lokalredaktion Herten © Gutzeit

Ein Kommentar zum Artikel „Trotz katastrophaler Radwege: Birgit Blackert ist überzeugte Radlerin“

Die passionierte Radfahrerin Birgit Blackert lebt seit Jahrzehnten ein Mobilitätsmodell vor, das viele Vorteile hat: Mit eigener Muskelkraft legt sie jene Wege zurück, die sich in einem angemessenen zeitlichen Rahmen und bei erträglicher Witterung bewältigen lassen. Das schont nicht nur die Umwelt und spart Geld, sondern ist auch gut für die Gesundheit – mal abgesehen von den Gefahren, denen Fahrradfahrer im Straßenverkehr ausgesetzt sind.

Gutes Mittel gegen Bewegungsarmut und Übergewicht

Gerade in einer Zeit, da viele Menschen unter Bewegungsarmut und Übergewicht leiden, überzeugt ihr Konzept. Man muss ja nicht komplett auf den Komfort eines Autos verzichten, das tut sie auch nicht. Wenn es Bindfäden regnet oder sie eine weitere Strecke bewältigen muss, steigt sie halt auf den Pkw um.

Ähnliches praktizieren die Eheleute Barbara und Ludger Regniet aus Scherlebeck, über die die Hertener Allgemeine kürzlich berichtete. Sie fährt E-Bike, er ein S-Pedelec, das selbst weite Arbeitswege überschaubar macht. Die Zwei behalten ihr Auto für Urlaubsfahrten, wollen es jedoch mit anderen teilen.

Diese Konzepte sind vernünftig und nachahmenswert. Ob große PR-Aktionen wie das Stadtradeln Menschen dazu bewegen, im Alltag dauerhaft aufs Rad umzusteigen? Das würde wohl eher mit einem vernünftig ausgebauten Radwegenetz und mehr Rechten für Radfahrer gelingen.

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