Nächtlicher Polizeieinsatz

Massenschlägerei mitten in der Nacht in der Hertener Innenstadt

Eine Massenschlägerei mit Knüppeln hat sich nachts auf der Kurt-Schumacher-Straße am Rathaus abgespielt. Ein 31-jähriger Hertener wurde schwer verletzt. Die Polizei wurde massiv bedrängt.
Auf der Kurt-Schumacher-Straße gab es in der Nacht von Freitag zu Samstag eine Massenschlägerei. © picture alliance/dpa

Wie die Polizei am Montag (21.6.) mitteilte, war die Ordnungsmacht in der Nacht von Freitag zu Samstag (18./19.6.) zu einer größeren Schlägerei auf der Kurt-Schumacher-Straße gerufen worden.

Gegen 1.45 Uhr seien offensichtlich rund 20 Personen aufeinander losgegangen. Ein 31-jähriger Mann aus Herten erlitt bei den Auseinandersetzungen so schwere Verletzungen, dass er mit einem Rettungswagen ins Krankenhaus gebracht werden musste.

Zwei Männer wurden von der Polizei festgenommen

Als die Polizei vor Ort eintraf, ergriff ein Großteil der beteiligten Leute die Flucht. Die Beamten versuchten, Licht hinter die Vorfälle zu bringen und nahmen die Personalien zahlreicher Menschen auf. Währenddessen seien ein 23-jähriger Mann aus Recklinghausen und ein 43-Jähriger aus Essen aneinander geraten. Dabei wurde der ältere der beiden Männer leicht verletzt. Beide wurden von den Beamten vorläufig festgenommen.

Bedrängte Beamte drohen mit Pfefferspray und Hunden

Im Zuge der Ermittlungen sei es mehrfach zu „Distanzverletzungen“ gekommen. Die bedrängten Polizisten hätten sich nur wehren könne, indem sie mit dem Einsatz der Diensthunde und von Pfefferspray drohten. Die weiteren Ermittlungen zu der Tat selbst und den Hintergründen dauern nach Polizeiangaben an.

Augenzeuge berichtet von einer „Straßenschlacht“ mit Knüppeln

In unserer Redaktion haben sich am Montag unabhängig voneinander zwei Augenzeugen des Vorfalls gemeldet. Ein Leser unserer Zeitung war in Begleitung seiner Ehefrau gegen 1.30 Uhr auf dem Heimweg, als sich das Paar unvermittelt mit dem Szenario konfrontiert sah, das der Mann als „Straßenschlacht“ beschreibt. Die habe sich im Bereich zwischen Rathaus und Antoniusstraße abgespielt. Er berichtet von Tumult und Geschrei und dass Teilnehmer der Schlägerei teils mit Knüppeln bewaffnet gewesen seien. Zahlreiche Polizisten seien mit Hunden vor Ort gewesen. Zwei Personen hätten eine Polizeibeamtin bedrängt, die sich der Männer nur durch den Einsatz von Pfefferspray habe erwehren können.

Mit dröhnenden Motoren über den Innenstadtring

Ein Anwohner der Kurt-Schuhmacher-Straße erzählte, er sei in der Nacht zu Samstag von Lärm und dem Blaulicht etlicher Polizeiwagen aus dem Schlaf hochgeschreckt. Auch er erzählt von Tumulten, Hundegebell und Geschrei. Störungen der Nachtruhe seien für ihn jedoch keine Seltenheit. In einem Lokal in Rathaus-Nähe säßen oft Hunderte Gäste bis tief in die Nacht im Freien. Mit ihren hoch motorisierten Fahrzeugen gäben manche der Besucher, die laut Autokennzeichen aus dem ganzen Ruhrgebiet anreisen, auf dem Innenstadtring ordentlich Gas und rasten mit hoher Geschwindigkeit und dröhnenden Motoren über die Straßen.

Aufsehenerregende Polizeieinsätze sind für die Innenstadtbewohner keine Seltenheit. Besagtes Lokal in Rathausnähe stand bereits mehrmals bei Razzien der Polizei im Fokus der Ermittlungen. Zuletzt gab es Ende Mai auch eine Razzia in der Fußgängerzone Ewaldstraße, bei der es um Drogen und Glücksspiel ging.

Die beiden Augenzeugen sind unserer Redaktion persönlich und namentlich bekannt, möchten ihre Namen jedoch nicht öffentlich machen – aus Angst vor Repressalien.

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