Neue Kampagne

Mit Info-Ständen, Promis und kostenlosen Masken gegen Corona in Herten

Angesichts hoher Corona-Werte in Herten wird dem Bürgermeister Zögerlichkeit vorgeworfen. Jetzt kündigt er Maßnahmen an und steht selbst in der Innenstadt den Menschen Rede und Antwort.
Mit der Kampagne unter dem Titel „Gemeinsam gegen Corona“ will Bürgermeister Matthias Müller mit vielen weiteren Beteiligten Aufklärungsarbeit in Sachen Corona leisten. Unter anderem werden kostenlose Masken verteilt. © Daniel Maiß

Recht lange hat sich die Stadtverwaltung mit konkreten Maßnahmen zur Senkung der Corona-Inzidenz in Herten zurückgehalten. Mehrfach verlautete aus dem Krisenstab lediglich, man behalte die Entwicklung im Blick. Bürgermeister Matthias Müller macht keinen Hehl daraus, dass sein Handy und sein E-Mail-Postfach überlaufen mit Fragen und Forderungen beunruhigter Menschen.

Jetzt will er gemeinsam mit dem für den Bereich Ordnungswesen/Feuerwehr zuständigen Beigeordneten Dr. Oliver Lind und vielen weiteren beteiligten Mitarbeitern in die Offensive gehen.

Unter dem Titel „Gemeinsam stark gegen Corona“ kündigt er eine Kampagne an, die sofort beginnen und bis ins Jahr 2022 hinein durchgetaktet sein soll. Müller: „Wir legen jetzt schon fest, wie wir auf die Ferien- und Urlaubszeit reagieren und auf das mögliche Wiedererstarken der Pandemie im Herbst.“ Denn grundsätzlich geht Müller davon aus, dass die Zahlen durch die Lockerungen und Öffnungen steigen werden: „Erst recht, wenn sich nicht schnell etwas beim Impfen tut.“ Aktuell zeichnet sich eher das Gegenteil ab: Der Impfstoff ist knapp und im Impfzentrum müssen im Juni so viele Zweitimpfungen durchgeführt werden, dass für Erstimpfungen kaum Luft ist.

An Orten, an denen sich viele aufhalten, etwa auf Spiel- und Sportplätzen, sollen Menschen informiert werden.
Auch auf Spielplätzen, wie auf dem in der Antoniusgasse in der Innenstadt, will die Stadtverwaltung um Bürgermeister Müller Corona-Aufklärungsarbeit leisten. © Daniel Maiß © Daniel Maiß

Vorbehalte gegen Testen und Impfen abbauen

Kurzfristig will die Stadtverwaltung damit beginnen, Orte aufzusuchen, an denen sich viele Menschen aufhalten. Dort sollen Info-Stände aufgebaut, die Leute angesprochen und mehrsprachige Infos sowie kostenlose Masken verteilt werden. Müller: „Wir wollen die Menschen informieren und daran erinnern, vorsichtig zu bleiben. Und wir wollen über das Testen und Impfen aufklären und Vorbehalte abbauen.“ Das Ganze zum Beispiel auf Spielplätzen und Sportstätten, in einzelnen Straßenzügen, in der Gastronomie und an Orten, wo Bürger besondere Vorkommnisse melden.

Darüber hinaus plant die Verwaltung Plakataktionen, Video-Beiträge, mobile Werbung zum Beispiel per Lautsprecher-Autos in bestimmten Stadtteilen und Milieus, außerdem die Einbindung lokaler „Promis“ und Personen mit Vorbildfunktion aus verschiedenen gesellschaftlichen Gruppen.

„Wir wollen vor allem präventiv vorgehen und nicht repressiv“, sagt der Beigeordnete Dr. Oliver Lind. So soll der Kommunale Ordnungsdienst zwar Verwarnungen aussprechen und Präsenz zeigen, auch mit dem geplanten neuen KOD-Büro in der Fußgängerzone. „Aber wir werden nicht reihenweise Verwarngelder kassieren, denn das löst das Problem nicht und erzeugt nur hohen Verwaltungsaufwand.“

Händler, Vereine, Gastronomen einbinden

Eines betont Bürgermeister Müller ausdrücklich: „Wir als Stadtverwaltung alleine können das nicht schaffen.“ Er sieht die Kampagne „Gemeinsam stark gegen Corona“ als großes Netzwerk-Projekt. Müller: „Wir werden zum Beispiel auf Händler, Vereine, Gastronomen, Unternehmen, Initiativen und natürlich auch auf Bürgerinnen und Bürger zugehen und sie um Unterstützung bitten.“

Am Freitag, 4. Juni, will Müller damit beginnen, zunächst morgens Geschäfte in der Innenstadt besuchen und sich danach – ab 11 Uhr – am Antoniusdenkmal öffentlich den Anregungen und auch der Kritik der Bürger/innen stellen.

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