Kommentar

Muss denn erst ein Unglück geschehen?

Gefährliche Verkehrssituationen gibt es Tag für Tag auf dem Paschenberg. Viele Eltern bringen ihre Kinder – oft auf den letzten Drücker – mit dem Auto zur Schule und parken kreuz und quer.
HA-Redakteurin Carola Wagner © Carola Wagner

Ein Kommentar zum Artikel „Viel Verkehr am Paschenberg – Eltern sorgen für gefährliche Situationen“

Zweimal pro Woche führt mich mein Weg früh morgens um kurz vor 8 Uhr vorbei an den beiden Grundschulen auf dem Paschenberg – seit drei Jahren. Stets bietet sich mir das gleiche Bild: Eltern, die ihre Kinder mit Pkws, oft große Limousinen oder SUVs, zur Schule bringen.

Sie parken nicht etwa auf den Parkplätzen am Straßenrand – dann müssten die Kinder ja einige Meter zu Schule laufen. Zudem scheinen viele das Parken mit den stattlichen Karossen nicht zu beherrschen. Nein, es wird kreuz und quer an beiden Seiten der Straße geparkt, auch innerhalb der Busbucht. Da wird dann auch mitten im eingeengten Bereich in zwanzig Zügen gewendet, ohne auf andere Verkehrsteilnehmer Rücksicht zu nehmen.

Rücksichtsloses Palaver von Autofenster zu Autofenster

Oder zwei sich entgegenkommende Autofahrer halten und es wird seelenruhig von Fenster zu Fenster palavert. Dass dadurch ein Verkehrsstau entsteht, juckt die Akteure anscheinend nicht. Wer durch Zeichen oder Worte Kritik an den riskanten Manövern übt, wird nicht selten angepöbelt.

Das ging schon so, als hier nur die Ludgerusschule in Betrieb war, doch seitdem die Martinischule ihren Sitz nebenan hat, ist eine neue Eskalationsstufe erreicht. Zwar gibt es nun die Elternhaltestellen, die auch genutzt werden, und viele Kinder kommen mit dem Schulbus. Doch jene Rücksichtslosen, die ihren Nachwuchs auf den letzten Drücker bringen, sieht man nach wie vor.

Was muss eigentlich passieren, damit das endlich aufhört? Hoffentlich nicht erst ein Unfall, bei dem ein Schulkind verletzt oder gar getötet wird. Situationen, in denen das passieren könnte, gibt es hier jeden Tag.

Da helfen nur Strafen, die richtig wehtun

Das Engagement der städtischen „Kinderfreundin“ Beate Kleibrink in allen Ehren. Sie müht sich schon lange redlich, die Eltern zu überzeugen. Es funktioniert aber ganz offensichtlich nicht, die Botschaft kommt nicht an. Unbelehrbares Klientel wie dieses hier ist nur durch rigide Regeln und Verbote zu überzeugen. Die Polizei ist gefragt. Es müssen Strafen verhängt werden, die wehtun – konsequent und über einen längeren Zeitraum.

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