Jede Stimme ist wichtig

Erst zählen, dann wählen: NABU Herten weist auf besondere Wochenend-Aktion hin

Jede Stimme zählt: Das gilt am Wochenende auch für eine andere Veranstaltung als die NRW-Landtagswahl. Dabei stehen nicht Politiker, sondern Piepmätze im Mittelpunkt.
Bei der "Stunde der Gartenvögel" können sich alle beteiligen – auch ganze Familien haben Spaß an der Zählaktion des NABU. © Sebastian Hennigs

Der NABU-Ortsverein Herten weist auf Deutschlands größte wissenschaftliche Mitmach-Aktion an diesem Wochenende hin. Sie läuft diesmal unter dem Titel „Erst zählen, dann wählen“ und bringt hunderttausende Menschen dazu, sich in Gärten und Parks auf die Lauer zu legen.

Von 13. bis 15. Mai werden bei der „Stunde der Gartenvögel“ deutschlandweit wieder gefiederte Gäste gezählt. Auch in Herten sind alle Natur- und Vogelbegeisterten zur ornithologischen Bestandsaufnahme aufgerufen. „Die Stunde der Gartenvögel hatte in den vergangenen Jahren starke Zuwächse an Teilnehmenden. Immer mehr Menschen haben offenbar Interesse an der Natur vor der eigenen Haustür“, so Christian Chwallek, stellv. Vorsitzender des NABU NRW.

Größte wissenschaftliche Mitmach-Aktion

In Nordrhein-Westfalen hatten im vergangenen Jahr über 25.000 Teilnehmende knapp 551.600 Vögel aus 17.541 Gärten gemeldet. Mehr als 141.000 Menschen hatten bundesweit mitgemacht und aus 95.716 Gärten rund 3,2 Millionen Vögel gemeldet. Ziel der Aktion ist es, Trends bei den Beständen über die Jahre zu verfolgen. Die große Datenmenge aus den Zählungen ergibt ein genaues Bild von Zu- und Abnahmen in der Vogelwelt unserer Gärten und Parks.

„Unsere Zählhilfe macht das Erkennen einfach. Außerdem hilft die kostenlose App ‚NABU Vogelwelt‘ bei der Identifizierung“, betont Chwallek. Wichtig sei es, auch seine Beobachtung zu melden, wenn man während der Zählung nur sehr wenige Vögel festgestellt hat. Auch diese Daten seien von Bedeutung. Es gehe ja nicht um einen Wettbewerb, wer die meisten Vögel sieht, sondern darum, eine realistische Momentaufnahme zu erhalten.

Die Aktion gibt Aufschluss über den Brutbestand, denn im Mittelpunkt stehen Arten, die bei uns brüten. „So zum Beispiel die Schwalben, die Anfang April aus ihren Winterquartieren in Afrika zurückgekommen sind. Leider hat ihr Bestand in den vergangenen Jahrzehnten weiter

abgenommen. Sowohl Mehl- als auch Rauchschwalbe stehen in Nordrhein-Westfalen auf der Roten Liste und gelten als gefährdet“, erklärt Jonas Brüggeshemke, Sprecher des Landesfachausschusses Ornithologie im NABU NRW.

Beobachtungen am besten online melden

Und so funktioniert die Vogelzählung: Von einem ruhigen Plätzchen im Garten, Park, auf dem Balkon oder vom Zimmerfenster aus wird von jeder Vogelart die höchste Anzahl notiert, die im Laufe einer Stunde gleichzeitig beobachtet werden konnte. Die Beobachtungen können am besten online unter www.stundedergartenvoegel.degemeldet werden, aber auch per Post oder Telefon – kostenlose Rufnummer am 14. Mai von 10 bis 18 Uhr: 0800/1157115. Gemeldet werden kann auch mit der kostenlosen NABU-Vogelwelt-App. Meldeschluss ist der 23. Mai.

Der Abend in Herten

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