Kritik an Planungen

Nach Widerstand von Anwohnern in Herten: Umstrittenes Bauprojekt vor den letzten Hürden

Nicht nur gegen das geplante Feuerwehrgerätehaus in Scherlebeck gibt es Widerstand, auch in Westerholt wird um ein Bauprojekt gerungen. Die Stadt macht nun den nächsten Schritt im Verfahren.
Dort, wo die Wohnmobile stehen, wird künftig eine Stichstraße vom Wendehammer „Im Böckenbusch“ in die neue Siedlung führen.
Dort, wo die Wohnmobile stehen, wird künftig eine Stichstraße vom Wendehammer "Im Böckenbusch" in die neue Siedlung führen. © Frank Bergmannshoff

Konkret geht es um die Schaffung von 27 Eigenheimen auf einer Grünfläche zwischen der heutigen Sackgasse „Im Böckenbusch“ und der Marler Straße in Westerholt. Trotz der lobenswerten Absicht, dringend benötigten, neuen Wohnraum in Herten zu schaffen, wehte der Verwaltung von Beginn an – bereits im Oktober 2019 war das Vorhaben im Stadtrat auf den Weg gebracht worden – heftiger Gegenwind der Anwohner entgegen.

Nach Angaben der Stadt soll im Zuge des Bauprojektes die Stichstraße „Im Böckenbusch“ verlängert und in den Blockinnenbereich fortgeführt werden. Um einen grünen Angerbereich gruppieren sich dort Einfamilienwohnhäuser. Ein Fuß- und Radweg führt zukünftig vom Blockinnenbereich nach Westen an die Marler Straße.

Anwohner sehen mehrere Knackpunkte

Die ursprüngliche Planung beinhaltete sogar den Bau von insgesamt 34 Häusern – viel zu eng für das zu entwickelnde Areal, meinten damals jedoch die Kritiker. Der Umfang wurde daraufhin vom Bauträgerunternehmen Bonava (Fürstenwalde/ Brandenburg) um sieben reduziert.

Trotz der Änderungen, die im März 2022 bei einer Bürgerversammlung vorgestellt wurden, blieben bei Bürgern Vorbehalte. Kritik wurde etwa an der heute schon überlasteten Kanalisation und der Parkplatzsituation laut. Außerdem soll die zu erschließende Stichstraße genau dort in die neue Siedlung führen, wo momentan noch Anwohner ihre Wohnmobile abgestellt haben.

27 Wohnhäuser – überwiegend Doppelhaushälften – entstehen in der neuen Siedlung. Die Häuser werden um einen kleinen grünen Platz gruppiert. Die Erschließung erfolgt über den Wendehammer der Straße „Im Böckenbusch“ (rechts am Rand). Nach Nordwesten führt ein Geh- und Radweg zur Marler Straße.
27 Wohnhäuser – überwiegend Doppelhaushälften – entstehen in der neuen Siedlung. Die Häuser werden um einen kleinen grünen Platz gruppiert. Die Erschließung erfolgt über den Wendehammer der Straße „Im Böckenbusch“ (rechts am Rand). Nach Nordwesten führt ein Geh- und Radweg zur Marler Straße. © Grafik Stadt Herten/Bonava

Dennoch soll das Verfahren nun die letzten rechtlichen Hürden nehmen. Dazu gehört zunächst die öffentliche Auslegung des sogenannten Bebauungsplans Nr. 189 „Wohnbebauung Blockinnenbereich Im Böckenbusch“. Diesen Schritt hatte der Rat der Stadt in seiner Sitzung am 22. Juni beschlossen.

Pläne liegen über einen Monat lang öffentlich aus

Die Auslegung findet bis einschließlich Montag, 29. August, im Rathaus, 3. Obergeschoss (gegenüber Raum 327), Kurt-Schumacher-Straße 2, während der Öffnungszeiten statt (Mo. 8-16 Uhr, Di./Mi./Fr. 8-12.30 Uhr, Do. 8-12.30 Uhr und 14-17.30 Uhr).

Die Unterlagen werden auch zusätzlich auf der städtischen Internetseite eingestellt und allgemein zugänglich gemacht. Es wird dabei darauf hingewiesen, dass Stellungnahmen während der Auslegungsfrist abgegeben werden können.

Die öffentliche Auslegung nach § 3 Absatz 2 BauGB erfolgt gemäß § 4a Absatz 2 BauGB gleichzeitig mit der Einholung der Stellungnahmen zum Planentwurf und der Begründung von den Behörden und Trägern öffentlicher Belange nach § 4 Absatz 2 BauGB, deren Aufgabenbereich durch die Planung berührt werden kann. Die Stellungnahmen sind innerhalb eines Monats abzugeben.

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