Kooperation soll weitergehen

Neuer Standort fürs Besucherzentrum Hoheward gesucht

Seit elf Jahren besteht das Besucherzentrum Hoheward auf dem Ewald-Gelände. Fortbestehen soll es nach dem Willen seiner Träger auch weiterhin – allerdings wohl nicht mehr am bisherigen Ort.
Das RVR-Besucherzentrum befindet sich im Kauenkomplex des Ewald-Geländes. © Danijela Budschun

Das Besucherzentrum befindet sich im Kauenkomplex der ehemaligen Zeche Ewald. Seine Kernaufgabe: Angebote für Freizeit und Tourismus im Landschaftspark Hoheward entwickeln und vermarkten. Es ist unter anderem auch eine Touristen-Informationsstelle, veranstaltet thematische Gästeführungen, betreibt Stadtmarketing, verkauft Souvenirartikel und Tickets für Veranstaltungen, organisiert selbst welche mit – wie zum Beispiel das Sunset Picknick oder die Extraschicht – oder verleiht Fahrräder, Pedelecs, E-Scooter und seit neuestem E-Mountainbikes.

Seit Kurzem kann man im Besucherzentrum Hoheward auch E-Mountainbikes ausleihen.
Seit Kurzem kann man im Besucherzentrum Hoheward auch E-Mountainbikes ausleihen. © RVR © RVR

Das Ganze geschieht in einem Umfeld, in dem Projekte geplant sind und Entwicklungen anstehen, die den Landschaftspark Hoheward künftig noch attraktiver für auswärtige Besucherinnen und Besucher machen sollen – aktuell kommen die meisten der jährlich rund 130.000 Besucher aus einem Umkreis von 60 Kilometern.

Trainingsbergwerk, „AktivLinearPark“, Motorworld

Zu diesen Projekten und Entwicklungen zählen beispielsweise die Fortführung des Trainingsbergwerks Recklinghausen als Besuchs- und Erlebnisbergwerk, mit dem das Besucherzentrum bereits seit 2019 kooperiert und regelmäßige Touren („Pütt & Panorama“) anbietet. Auch gibt es Planungen, den ehemaligen Holzlagerplatz der Zeche in eine multifunktionale Grünfläche zu verwandeln, auf der auch Wohnmobile abgestellt werden können. Darüber hinaus will der RVR im südlichen Bereich der Halde den „AktivLinearPark“ errichten und das Areal rund um den Verladeturm langfristig zu einem 37 Meter hohen Kletterturm umbauen. Die Wege im „AktivLinearPark“ sollen unterschiedlichen Nutzern – von Spaziergängern über Schüler bis zu Bikevereinen – viele neue Eindrücke verschaffen und das Besucherzentrum soll ihn insbesondere im Hinblick auf die Zielgruppe Schulklassen „bespielen“ können. Auch die Entwicklung der Motorworld trägt dazu bei, dass künftig eine Zunahme der Besucherzahlen auf dem Ewald-Gelände erwartet wird.

Ein neuer Standort muss gefunden werden

Apropos: Der Kauenkomplex wird von den Motorworld-Machern umgebaut und saniert. Das ist einer der Gründe, warum ein neuer Standort für das Besucherzentrum auf dem Areal gesucht werden soll, „da mittelfristig Pläne der Motorworld durch die bauliche Umgestaltung der künftigen Eventhalle Schwarzkaue dem Standort des Besucherzentrums mitsamt der Ausstellung in der Lohnhalle entgegenstehen“, wie es die Stadtverwaltung in einer Beschlussvorlage für den Rat formuliert. Darin steht unter anderem auch, dass die Kooperation mit dem RVR und der Stadt Recklinghausen verlängert werden soll, dass gemeinsam mit den Partnern ein Standortvorschlag für das Besucherzentrum und den Infopunkt gemacht werden soll und dass ein Handlungskonzept für die weitere touristische Entwicklung des Landschaftsparks Hoheward gemeinsam erarbeitet werden soll. Der Stadtentwicklungs- und der Haupt- und Finanzausschuss haben bereits zugestimmt, am Mittwoch, 29. September, entscheidet der Hertener Rat. Der in Recklinghausen tut es bereits am Montag, 27. September.

Auch mit Blick auf regionale Großprojekte wie das Emscherland 2020 und die Internationale Gartenausstellung 2027 werden Wachstumschancen für den Tourismus in der Region und steigende Gästezahlen erwartet. Da das Besucherzentrum bereits viele Aufgaben in Tourismusmarketing und Tourismusförderung für den RVR und die Städte Herten und Recklinghausen übernehme, stehe der finanziellen Beteiligung ein adäquater Nutzen gegenüber, argumentiert die Stadtverwaltung. Der weitere Betrieb des Besucherzentrums ermögliche zudem, die Chancen zu nutzen, die durch die weitere Entwicklung der Region als Tourismusziel entstünden.

Das Besucherzentrum Hoheward ist aus dem Hertener Tourismusbüro hervorgegangen, besteht seit 2010 und wurde von der Stadt Herten und dem Land Nordrhein-Westfalen mit mehr als 400.000 Euro „angeschoben“. Anfang 2013 übernahm der Regionalverband Ruhr (RVR) die Trägerschaft, die Kosten teilen sich der RVR (135.000 Euro pro Jahr) sowie die Städte Herten (60.000 Euro) und Recklinghausen (36.000 Euro). Bereits 2017 und 2019 wurde die Fortführung der Kooperation beschlossen, jetzt liegt dem Rat der Stadt Herten eine weitere Vertragsverlängerung vor – und zwar eine dauerhafte. Grundsätzlich unbefristet angelegt, soll der Vertrag ab dem 1. Januar 2022 für zunächst fünf Jahre, also bis zum 31. Dezember 2026, geschlossen werden. Danach verlängert er sich um jeweils weitere fünf Jahre, wenn er nicht fristgerecht von einer der

Vertragsparteien gekündigt wird. Die betrieblichen Kosten des Besucherzentrums „sind konsolidiert und in der Tendenz weiter stabil“, heißt es von der Hertener Stadtverwaltung. Der Kostenrahmen könne insgesamt eingehalten werden und das Besucherzentrum decke ein Drittel der Betriebskosten durch selbst erwirtschaftete Einnahmen.

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