Jeder Erwachsene darf kommen

Öffentliche Corona-Impfaktion im Glashaus Herten

Gerne hätte die Stadt Herten schon vor Wochen eine kostenlose, öffentliche Impfaktion angeboten. Doch sie durfte nicht. Jetzt aber besteht die Möglichkeit: am Freitag im Glashaus.
Im Glashaus wird am Freitag geimpft – wenn vorhanden, Impfpass mitbringen! © Anna Lisa Oehlmann

In den vergangenen Tagen haben sich lediglich fünf Hertener neu mit dem Coronavirus infiziert. Im selben Zeitraum sind aber auch drei Hertener mit oder oder an Corona verstorben. Ein gewisses Risiko ist also noch immer da. Und womöglich gibt es nach den Sommerferien eine vierte Welle, wenn Reiserückkehrer das Virus mitbringen, die Schule wieder beginnt und sich die hochansteckende Delta-Variante weiter ausbreitet.

Impfen von 14 bis 17 Uhr im Glashaus

Die Stadt Herten will daher die aktuelle Phase mit niedrigen Inzidenzwerten nutzen, um vorbeugend aktiv zu werden. Für Freitag, 9. Juli, ist eine kostenlose öffentliche Impf-Aktion im Glashaus an der Hermannstraße 16 in Herten-Mitte geplant. Geimpft wird in der Zeit von 14 bis 17 Uhr. Jeder noch nicht geimpfte Bürger ab 18 Jahre darf kommen. Mitzubringen sind der Personalausweis und – wenn jeweils vorhanden – der Impfausweis und eine Medikamentenliste.

Ein Anmeldeverfahren gibt es nicht. Interessierte sollten einfach frühzeitig kommen. Die Impfaktion im Rahmen der Kampagne „Gemeinsam stark gegen Corona“ richtet sich ganz besonders an Menschen, die aus verschiedensten Gründen bisher nicht geimpft wurden: weil sie keinen Termin bekommen haben, weil sie falsch oder gar nicht über das Impfen informiert sind, weil sie keinen Hausarzt haben oder mit dem Online-Anmeldeverfahren der Impfzentren überfordert sind…

250 Impfdosen stehen zur Verfügung

„Wir können überhaupt nicht einschätzen, wie groß die Nachfrage sein wird, und haben deshalb erst einmal 250 Impfdosen bestellt“, sagt Bürgermeister Matthias Müller. Man wolle nicht, dass allzu viel Impfstoff übrig bleibt. Falls jedoch der Bedarf am Freitag größer ist, kann nicht direkt Nachschub beschafft werden. Nach 250 geimpften Menschen ist erst einmal Schluss. „Bei großer Nachfrage werden wir uns aber bemühen, so schnell wie möglich weitere Termine zu organisieren“, sagt Müller.

Apropos organisieren: Über die Möglichkeit, öffentliche Impfaktionen in Stadtteilen durchzuführen, wurde die Hertener Stadtverwaltung am Freitag vom Kreis Recklinghausen informiert. Übers Wochenende galt es dann viele Details zu klären, zum Beispiel, welche Ärzte zur Verfügung stehen und wie man an ehrenamtliche Helfer für die allgemeine Organisation und Betreuung kommen kann.

Am Mittwoch, 7. Juli, beginnt bereits das Aufbauen im Glashaus. Es werden mehrere Impfstraßen gerichtet mit einem Wartebereich, speziellen Laufwegen, abgetrennten Kabinen usw.

„Johnson & Johnson“: Schutz mit nur einer Impfung

Ärzte des Hertener Praxisnetzes (HEP) kümmern sich mit eigenem medizinischen Fachpersonal um das Impfen. Verabreicht wird das Vakzin des Herstellers „Johnson & Johnson“. Der große Vorteil: Es besteht nach nur einer Impfung der volle Impfschutz, ein Nachimpfen ist nicht nötig. Das bietet sich an bei Zielgruppen, die ohnehin schwer zum Impfen zu bewegen sind.
Jetzt geht es darum, die Informationen über die Impfaktion an jene Menschen heranzutragen, die über klassische Medienkanäle schwer zu erreichen sind. Bürgermeister Müller will einen Bürgerbrief schreiben und online veröffentlichen. Außerdem werden Flugblätter gedruckt und schwerpunktmäßig in der Innenstadt an die Haushalte verteilt. Denn Herten-Mitte gehörte – wie auch Teile von Süd und Westerholt – in den vergangenen Monaten zu den Bereichen mit einer überdurchschnittlich hohen Ansammlung von Infektionen.

Land hatte Impfaktion bisher verweigert

Gerne hätte die Stadt Herten eine solche Impfaktion schon viel früher durchgeführt. Denn über Monate hinweg lag die Corona-Inzidenz in Herten weit über dem Kreis-Durchschnitt, im Mai hatte Herten sogar tageweise den höchsten Wert in ganz NRW. Doch die Stadt selbst kann keine Impfaktionen starten, da für das Impfen das Gesundheitsamt des Kreises Recklinghausen zuständig ist. Und dieses bekam, obwohl Landrat Bodo Klimpel selbst abfragte, von der Landesregierung keine Genehmigung für eine solche Aktion.

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