Eine Masche ist besonders beliebt

Betrüger wieder mit Schockanrufen erfolgreich: So schützen Sie sich vor bösen Überraschungen

Die Maschen ähneln sich. Trotzdem fallen regelmäßig Menschen auf Schockanrufe rein. Mit oft fatalen Folgen, wie jetzt in einer Nachbarstadt. Auch in Herten waren Betrüger schon erfolgreich.
Besonders im Visier haben die Kriminellen ältere Menschen, die bei Telefongesprächen zunächst nicht von bösen Absichten ausgehen. (Symbolfoto)
Besonders im Visier haben die Kriminellen ältere Menschen, die bei Telefongesprächen zunächst nicht von bösen Absichten ausgehen. (Symbolfoto) © picture alliance/dpa

Es hört sich wie ein Alptraum an: Das Telefon klingelt, am anderen Ende der Leitung redet jemand von einem schlimmen Schicksal, das einem engen Verwandten widerfahren ist. Im ersten Schock begehen die Angerufenen dann häufig einen großen Fehler.

In der Neustadt von Gelsenkirchen wurde eine Seniorin Opfer eines solchen Fake-Anrufs. Nach Angaben der Polizei wurde ihr am 1. August im Gespräch weisgemacht, dass ihre Tochter einen tödlichen Verkehrsunfall verursacht hätte. Damit sie nicht in Haft müsse, sei die Zahlung einer Kaution in Höhe von 50.000 Euro nötig. Obwohl die 72-Jährige nicht in Besitz dieses Betrages war, ließ der Betrüger nicht locker und drängte sie zur Übergabe einer niedrigeren fünfstelligen Summe, also mindestens 10.000 Euro.

Ende Juni war es auch in Herten-Süd zu einem Vorfall mit dem genau demselben Sachverhalt am Telefon gekommen. Auch dabei übergab eine eingeschüchterte 72-Jährige dem Betrüger eine größere Summe.

In unserer Nachbarstadt Gelsenkirchen kam es am 2. August noch zu einem weiteren Telefonbetrug. Dabei überzeugte der Anrufer eine ältere Frau aus dem Stadtteil Erle davon, dass es sich bei ihrem Bargeld, welches sie zu Hause hatte, um Falschgeld handele. Anschließend ließ er sich die Scheine – eine vierstellige Summe – geben und entfernte sich mit dem Hinweis, dass er diese in seinem Auto gegen echtes Bargeld umtauschen müsse.

Die Polizei geht davon aus, dass sich weitere Vorfälle in Herten und Umgebung ereignen könnten. Damit man sicher vor Betrügern ist, empfiehlt die Behörde:

  • Lassen Sie grundsätzlich keine Unbekannten in Ihre Wohnung.
  • Fordern Sie von angeblichen Amtspersonen, zum Beispiel Polizisten, den Dienstausweis und prüfen Sie ihn sorgfältig auf Druck, Foto und Stempel.
  • Rufen Sie beim geringsten Zweifel bei der Behörde an, von der die angebliche Amtsperson kommt. Suchen Sie die Telefonnummer der Behörde selbst heraus oder lassen Sie sich diese durch die Telefonauskunft geben.
  • Wichtig: Lassen Sie den Besucher währenddessen vor der abgesperrten Tür warten.
  • Die Polizei wird Sie niemals um Geldbeträge bitten.
  • Geben Sie am Telefon keine Details zu Ihren finanziellen Verhältnissen preis.
  • Lassen Sie sich am Telefon nicht unter Druck setzen. Legen Sie einfach auf.
  • Übergeben Sie niemals Geld an unbekannte Personen.

Der Abend in Herten

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