Gastronomie auf Ewald

Schlemmen und feiern mit Oldtimer-Flair und Zechen-Romantik in Herten

Ein Magnet der Region soll die Gastronomie auf Ewald werden, die in der Maschinenhalle Nord von Schacht 7 entsteht. Name: „Foodgarage Moto59“. Gesellschafter Carsten Kubacki ist euphorisch.
So soll es im unteren Geschoss der Foodgarage „Moto59“ in der Maschinenhalle von Schacht 2 auf der Zeche Ewald aussehen, wenn alles fertig umgebaut ist. © HuberTho GmbH

Noch lässt ein Blick in die Maschinenhalle Nord des großen Doppel-Bock-Förderturms von Schacht 7 auf der Zeche Ewald nicht erahnen, was dort entstehen soll. Da, wo heute nicht viel mehr als die denkmalgeschützte Fördermaschine nebst Kran und Maschinenstand zu sehen sind, sollen kommendes Jahr im späten Frühjahr bis zu 500 Personen in einem stylischen Ambiente speisen, trinken und feiern.

Esstempel für Motorenfans und Zechenliebhaber

Carsten Kubacki und seine Mitgesellschafter Hubert Sterzinger und Thomas Block von der HuberTho GmbH haben Großes vor. Sie planen in Kooperation mit der Motorworld einen Esstempel, der die Geschmäcker von Groß und Klein, von Autofans und Mopedfreaks sowie Liebhabern der Zechenkultur des Ruhrgebiets befriedigen soll.

Carsten Kubacki ist einer der Betreiber der künftigen Gastronomie
Carsten Kubacki ist einer der Betreiber der künftigen Gastronomie “Moto59” auf der Zeche Ewald. Hier steht er vor dem Maschinenhaus von Schacht 2, das für das Restaurant umgebaut wird. © Stefan Korte © Stefan Korte

Schon einmal hatte die Motorworld in der Vergangenheit verkündet, dass bald ein großer Burger-Brater Einzug halten werde. Ein tragischer Umstand (der designierte Betreiber verstarb) durchkreuzte die Pläne und es wurde still um den Standort. Jetzt kommt mit der „Foodgarage“ wieder Bewegung in das Mammutprojekt.

Die Idee kam bei einer Fahrradtour

Und das kam so: „Ich bin mit meinem Freund Thomas Block auf dem Fahrrad hier vorbei geradelt. Wir bedauerten, dass es vor Ort gar kein Lokal gibt“, erzählt Carsten Kubacki. „Irgendwie passiert hier nichts…“, sinnierten die Freunde und beschlossen, daran etwas zu ändern. Sie knüpften Kontakt zur Motorworld und schmiedeten Pläne für ein Restaurant.

Einzigartiger Standort in denkmalgeschützter Maschinenhalle

Herausgekommen ist ein Konzept, das in ähnlicher Form bereits in der Kölner Motorworld realisiert wurde. Der Entwurf geht auf den Vollblut-Gastronom Hubert Sterzinger zurück, der nun auch auf Ewald als Gesellschafter mit im Boot ist. „Hier haben wir natürlich mit dem denkmalgeschützten Gebäude auf dem Zechenareal einen einzigartigen Standort“, sagt Carsten Kubacki. Dass er das Ding mit Stolz und Ehrfurcht angeht, darf man dem 47-Jährigen glauben: Er hat hier selbst einst Industriemechaniker gelernt.

Ein simulierter Blick in die geplante Foodgarage „Moto59“ auf der Zeche Ewald.
Ein simulierter Blick in die geplante Foodgarage „Moto59“ auf der Zeche Ewald. © HuberTho GmbH © HuberTho GmbH

Geplant ist eine Location mit drei Stockwerken und 500 Sitzplätzen in der Maschinenhalle. Als Highlight soll oben auf dem Gebäude eine Rooftop-Bar mit weiteren 100 Plätzen entstehen, von der aus ein weiter Blick über das Gelände garantiert ist. Außerdem wird unten im Bereich des heutigen Parkplatzes ein Wintergarten mit Biergarten gebaut, der zusätzlich 150 Außensitzplätze umfasst. 50 bis 60 Mitarbeiter sollen sich um das Wohl der Gäste kümmern.

So sieht es derzeit in der Maschinenhalle von Schacht 2 aus. Hier soll das Lokal entstehen.
So sieht es derzeit in der Maschinenhalle von Schacht 2 aus. Hier soll das Lokal entstehen. © Stefan Korte © Stefan Korte

Bei der Ausstattung, die einstweilen auf Computer-Grafiken zu sehen ist, spielt das Thema Mobilität eine zentrale Rolle. Als dekorative Elemente kommen beispielweise Ölfässer, Lampen aus Reifen und alte Motorräder zum Einsatz. Aber auch die Fördermaschine, der Kran und der Maschinenstand bereichern das Ambiente – letzterer als möglicher Leitstand für einen Diskjockey. „Ansonsten soll das hier aber kein Bergbaumuseum werden“, betont Kubacki.

Bodenständiges Essen ohne Firlefanz

Gekocht wird vorwiegend italienisch: Pizza, Pasta, Salate, aber auch Burger, Pommes und die ruhrgebietstypische Currywurst. „Bodenständiges, gutes Essen ohne Firlefanz“ – so umschreibt der künftige Mitinhaber, was die Speisekarte hergibt. Geöffnet wird voraussichtlich an sieben Tagen pro Woche, wobei es schon mit einem Frühstück und Brunch am Wochenende losgehen soll. Auch Feiern können hier gebucht werden.

Einen kleinen Vorgeschmack auf die Angebote des Restaurants gibt es bereits: Hinter der Maschinenhalle im Schatten des Malakowturms bietet ein Foodtruck Speisen und Getränke an.
Einen kleinen Vorgeschmack auf die Angebote des Restaurants gibt es bereits: Hinter der Maschinenhalle im Schatten des Malakowturms bietet ein Foodtruck Speisen und Getränke an. © Stefan Korte © Stefan Korte

Einen Vorgeschmack gibt es schon jetzt: Hinter der Maschinenhalle Nord im Schatten des Malakowturms steht neuerdings ein Foodtruck. Dort gibt es von mittwochs bis sonntags ab 11.30 Uhr bis in die Abendstunden Snacks wie Hotdogs oder Pommes/Currywurst und Getränke. Am Wochenende kommt ein Getränkewagen mit frisch gezapftem Bier hinzu.

Biergarten wird an anderer Stelle neu eröffnet

Das Angebot wird von Radfahrern und Spaziergängern gut angenommen, zumal der rustikale Biergarten von Sabine und Stephan Hinrichs-Leschinski geschlossen ist. Der Pachtvertrag der Eheleute wurde von der Motorworld nicht verlängert. Sie planen nun an anderer Stelle auf dem Gelände im Schatten der Autobahn A2 eine ausgefallene Location. Die Hertener Allgemeine hat die ziemlich abgefahrenen Pläne bereits in Augenschein genommen und stellt sie in Kürze vor.

Eröffnung könnte im April oder Mai 2022 stattfinden

Es dauert noch eine Weile, ehe es in der „Foodgarage“ richtig losgeht. „Zurzeit laufen die Ausschreibungen für die Handwerker“, sagt Carsten Kubacki. Angestrebt sei die Eröffnung der Gastronomie im April oder Mai 2022. „Wir geben Gas und empfinden es als großes Glück, diese markante Immobilie bald betreiben zu können.“

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