Im Juli liefen in Herten-Süd die Keller voll

Schutz vor Starkregen-Folgen in Herten: Neue Karte soll helfen

Am 4. Juli standen nach starken Regenfällen zahlreiche Keller im Hertener Süden unter Wasser. Vor allem dort fragten sich die Bewohner, wie man sich im Vorfeld schützen könne.
Die Kreuzung Hohewardstraße/Danziger Ring/Am Graben steht am Sonntagnachmittag komplett unter Wasser. Die Wassermassen haben die Gullydecke hochgedrückt. © Feuerwehr Herten

Die Fraktion der Grünen hatte diesbezüglich einen Ratsantrag gestellt, der im Ausschuss für Klimaschutz, Umwelt und Mobilität auf der Tagesordnung stand. Die Grünen beantragten, dass die Verwaltung Hauseigentümer in Herten-Süd sowie in Disteln gezielt anschreiben soll und ihnen eine Beratung zur Prävention gegen Hochwasser anbietet.

Dabei beruft sich die Fraktion auf das am 30. Juni vom Stadtrat beschlossene Klimaanpassungskonzept, in dem gerade diese beiden Stadtteile als Risikogebiete für Überschwemmungen ausgemacht werden.

Im Klimaausschuss äußerte sich Carsten Kornmaier, nach eigenen Angaben seit 14 Jahren für den Bereich Entwässerung im Tiefbauamt der Stadt zuständig, zum Thema. Im Nachgang des 4. Juli habe man 42 besonders stark betroffene oder gefährdete Eigentümer in Herten-Süd angeschrieben. Acht Beratungen habe es danach vor Ort gegeben.

Fließwegekarte aus 2014 ist überholt

Kornmaier erklärte zudem, dass es bereits seit 2014 eine Fließwegekarte der Stadt Herten geben würde. Diese sei allerdings mittlerweile überholt. Momentan werde an einer Starkregen-Gefahrenkarte gearbeitet, die potenziell betroffene Flächen ausweist.

Diese Karte wird der Stadt Herten allerdings erst ab dem 1. Januar 2022 vorliegen. Dann könne man, so Kornmaier, diese analysieren und noch einmal gezielt auf betroffene Bürger zugehen beziehungsweise sich um besonders betroffene Gebiete kümmern und dort Maßnahmen ergreifen. Es gehe zum Beispiel auch darum zu schauen, wo es eventuelle Ausweichflächen in der Nähe stark betroffener Gebiete gebe. Kornmaier stellte klar, dass man große Hoffnungen in die Karte setze, um noch gezielter Prävention im Bereich Starkregen betreiben zu können.

Möglichst alle in ganz Herten informieren

Thomas Prinz (SPD) wies in diesem Zusammenhang auf ein Projekt der Emschergenossenschaft unter dem Titel „Klimaresiliente Region mit internationaler Strahlkraft“ (KRIS) hin. Hier gelte es darauf zu achten, dass auch Herten sich daran beteiligt beziehungsweise daran beteiligt wird. Dr. Therese Eckermann, Klimaschutzbeauftragte der Stadt Herten, erklärte, dass man diesbezüglich in Kontakt stehe und das im Auge behalten werde.

Vonseiten der Ausschussmitglieder kam zudem mehrfach der Wunsch auf, möglichst alle Anwohner – nicht nur die Hauseigentümer – der besagten Ortsteile über die Problematik zu informieren.

Dem stellvertretenden Bürgermeister Jürgen Grunwald war es ein Bedürfnis, darauf hinzuweisen, dass man nicht nur die genannten Ortsteile, sondern die ganze Stadt beim Schutz vor Überschwemmungen im Auge behalten soll. Am Ende wurde der Antrag einstimmig angenommen.

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