Jugendzentrum Nord

Skaten in Herten wieder im Trend

Nur zehn Tage hatte das Team von Jugendzentrum Nord Zeit, um die Plätze beim Skate-Workshop zu vergeben. Das gelang mühelos. Skaten ist wieder im Trend.
Viel Spaß hatten die Kinder und Jugendlichen beim Skate-Workshop am Jugendzentrum Nord in Herten. © Anna Lisa Oehlmann

Lea schaut skeptisch die Halfpipe auf dem Anhänger vor dem Jugendzentrum Nord in Disteln herunter. Die Elfjährige stand schon häufiger auf dem Skateboard ihres Bruders, aber so ein Hindernis ist sie noch nie heruntergefahren. Sie hat sich das Skaten selbst beigebracht und schon einige Videos im Internet dazu angesehen. Um die Rampe sicher meistern zu können, übt das Mädchen aus Herten-Süd doch lieber erstmal das Hoch- und Runterfahren an der Hand einer Trainerin.

Skateboard-Workshop mit „skate-aid“ am Jugendzentrum Nord

Denn neben den vier Mitarbeitenden des Jugendzentrums Nord sind auch vier „skate-aid-Coaches“ dabei. „Skate-aid“ ist eine gemeinnützige Organisation, die auf die pädagogische Kraft des Skateboardens setzt und den Skateboard-Nachmittag für Mädels im Alter von sechs bis 18 Jahren am Jugendzentrum Nord anbietet.

Skaten in Herten wieder im Trend

„Wir hatten nur zehn Tage Vorlauf-Zeit“, berichtet Enrico Baldassarri, Leiter des Jugendzentrums Nord. Trotzdem sei der Kurs Ruckzuck voll besetzt gewesen. 20 Mädchen und zusätzlich auch interessierte Jungen durften teilnehmen. „Wir sind ein paritätischer Wohlfahrtsverband. Da ist uns Gleichberechtigung wichtig“, erklärt Baldassarri. Und Skaten sei spätestens seit der Wiederentdeckung der Roller wieder im Trend, weiß der ehemalige Skater. Immer mehr Kinder rollen – egal ob auf Inline-Skates, Skate- oder Longboards sowie Rollern durch das Stadtgebiet.

Mit Schützern durch den Skatepark

Einige der Kinder und Jugendlichen haben sogar ihr eigenes Skateboard dabei. So auch Omar. Seit er vier Jahre alt ist, steht der mittlerweile Zehnjährige auf dem Skateboard. Er gehört definitiv zu den Fortgeschrittenen. „Bisher läuft es ganz okay“, sagt der Hertener. Er möchte unbedingt lernen, wie man einen „Kickflip“ macht, das Skateboard also umdreht, währenddessen darauf springt und darauf auch sicher stehen bleibt. Gar nicht so leicht. Zum Glück schützen ihn Helm, Ellbogen- und Knieschützer, wenn er es doch mal nicht schafft und auf den Pflastersteinen landet.

Denn nicht nur die Hindernisse, sondern auch die Roll-Bretter sowie Helme und Schützer haben die Workshop-Anbieter natürlich dabei.

Ebenso wie die anderen Kinder und Jugendlichen erkundet Omar die aufgebauten Parcours – etwa in der Halle und den Mini-Skatepark aus einer Viertel-Rampe (Quarterpipe), der halben Rampe (Halfpipe) und einigen anderen Hindernissen.

Selbstbewusstsein von Mädchen stärken

Ziel der Aktion ist nach Aussage der Organisation „skate-aid“, das Selbstbewusstsein von Mädchen zu stärken. Es sollen Rollen-Klischees durchbrochen und den jungen Menschen aufgezeigt werden, dass sie mit Mut über sich hinaus wachsen und ihre Träume erfüllen können – wenn sie nur an sich glauben. Zudem soll das gemeinsame Lernen eine Gemeinschaft unter den Nachwuchs-Skatern formen.

Dass dieser Workshop in Herten angeboten wurde, ist einem Zufall geschuldet. In einer anderen Stadt musste er ausfallen. Da sich das Jugendzentrum Nord auf einen Skate-Container beworben hat, hat die Organisation nachgefragt. „Skaten ist für mich eine Herzensangelegenheit“, sagt Enrico Baldassarri.

In Herten gibt es derzeit nicht viele Möglichkeiten für Skater, sich auszutoben. Eine kleine Anlage, die bereits in die Jahre gekommen ist, steht im Backumer Tal, weitere Hindernisse auf dem Gelände der ehemaligen Zeche Schlägel & Eisen in Langenbochum.

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