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So starten Hertens Gastronomen in das Außengeschäft

Ab Freitag dürfen die Außengastronomien öffnen, wer getestet, zweifach geimpft oder genesen ist, kann auf der Terrasse oder im Biergarten Platz nehmen. Doch machen alle Wirte sofort mit?
Dirk und Sandra Lasarz wollen am Freitag vor ihrem Kaiserhof ein Zelt aufstellen und, wenn das Wetter mitspielt, abends dort ihre Gäste bewirten.
Dirk und Sandra Lasarz wollen am Freitag vor ihrem Kaiserhof ein Zelt aufstellen und, wenn das Wetter mitspielt, abends dort ihre Gäste bewirten. © Danijela Budschun

Mit Blick auf das sehr unbeständige und kühle Wetter sagt Frank Südfeld: „Das Pfingstwochenende werden wir noch zu lassen. Was wir nach wie vor anbieten, ist Beliefern und Abholen. Doch es wird noch keine Terrassenöffnung geben aufgrund der widrigen Witterungsverhältnisse.“

Grundsätzlich seien sie gerüstet und fertig, sagt der Scherlebecker Gastronom, auch das Personal stehe „Gewehr bei Fuß“. „Wir haben alles so weit vorbereitet, auch mit Apps zur Registrierung. Und den Innenbereich haben wir mit mobilen Raumluftfiltern ausgestattet.“

Eine Öffnung des Innenbereichs ist nach aktueller Corona-Schutzverordnung aber erst ab einer dauerhaften Inzidenz von unter 50 erlaubt. „Für uns macht es eigentlich erst Sinn zu öffnen, wenn wir die Möglichkeit drinnen und draußen haben“, sagt Südfeld. Allerdings will er sich nicht nur auf die 50er-Inzidenz ausrichten, sondern werde mit Blick auf das nächste Wochenende in der kommenden Woche entscheiden: „Wenn das Wetter sicher schön werden sollte, werden wir voraussichtlich zum nächsten Wochenende öffnen. Wenn das Wetter unbeständig bleibt, warten wir die ‚Unter 50‘ ab.“

„Wenn es nicht Hunde und Katzen regnet, dann öffnen wir“

Auf dem benachbarten Brunnenhof in Scherlebeck stehen die Zeichen auf Öffnung. Allerdings erst ab Samstagmittag und generell auch abhängig vom Wetter: „Wenn es nicht Hunde und Katzen regnet, dann öffnen wir“, sagt Dirk Große Streuer. „Die Leute warten ja auch darauf.“ 150 Menschen könne er auf dem Außengelände bewirten, und mit den vorgeschriebenen Abständen hätten sie aufgrund der Großzügigkeit desselben auch kein Problem. Platz nehmen dürfen nach geltender Corona-Schutzverordnung maximal fünf Personen aus zwei Haushalten an einem Tisch, Kinder unter 14 Jahren werden dabei nicht mitgezählt. Bei der Registrierung wird auf dem Brunnenhof mit einer App gearbeitet, wer keine hat, der wird auf dem analogen Weg, also in Papierform, erfasst.

Folgendes Gilt in der Außengastronomie

Zutritt haben vollständig geimpfte Menschen (ab dem 15. Tag nach der zweiten Impfung), Menschen, die als von einer Coronavirus-Infektion genesen gelten – sie brauchen eine Bescheinigung vorm Arzt, die nicht älter als sechs Monate sein darf – oder Menschen mit einem negativen Corona-Testergebnis (nicht älter als 48 Stunden).

An einem Tisch Platz nehmen dürfen fünf Personen aus zwei Haushalten zuzüglich Kinder unter 14 Jahren, denn die werden nicht mitgezählt. Auch vollständig geimpfte Menschen zählen nicht.

Es gilt weiterhin eine Maskenpflicht auf dem Weg zum Sitzplatz, zur Toilette oder zum Ein-/Ausgang – also überall, außer am eigenen Sitzplatz. Auch die Abstände zwischen den Tischen sind weiterhin einzuhalten. Eine Nachverfolgbarkeit muss sichergestellt werden (entweder per App oder analog).

Wirte-Paar baut Zelt ans Restaurant

Das Wirte-Ehepaar vom Kaiserhof, Sandra und Dirk Lasarz, wird am Freitag im Tagesverlauf ein Zelt vor der Gaststätte aufstellen und dort dann abends ab 17 Uhr in gemütlich-lockerer Atmosphäre öffnen – wenn Petrus denn ein Einsehen hat. „Wir machen das wetterabhängig“, sagt Dirk Lasarz. Unter dem Zeltdach hätten acht bis neun Tische Platz – anfangen will der Gastronom aber erst einmal mit drei bis vier und schauen, wie das angenommen wird. Als Essen werden die Gerichte der Außer-Haus-Karte angeboten, diesen Service wird es auch weiterhin geben. Ob es ab der kommenden Woche auch ein Mittagstisch-Angebot im Außenbereich geben wird, hängt vom Wetter ab. Auch wenn der Start noch etwas verhalten ausfällt und wegen der unbeständigen Witterung auch nicht wirklich gut planbar ist, freuen sich Sandra und Dirk Lasarz darauf, wieder Gäste zu bewirten: „Das ist unser Beruf!“

Selbstbedienung am Schloss Westerholt

Auf der Außenterrasse vom Schloss Westerholt werde es noch keinen Service-Betrieb mit Karte und Kellnern geben, sagt Clive Hüsken, und das werde, Stand heute, wohl auch die nächsten zwei Wochen noch so bleiben. Aber: „Wir bieten Selbstbedienung an“, sagt Hüsken. Draußen würden verschiedene Speisen und Getränke angeboten, vom Spargel im Ausbackteig mit Bärlauch-Mayo über Reibekuchen mit Apfelmus bis zu Aperol Spritz oder Caipirinha.

Um die Außenterrasse, die zu normalen Zeiten bis zu 300 Gäste fasst, im vollen Betrieb zu „bespielen“, bräuchte Hüsken insgesamt acht bis neun Mitarbeiter von Küche über Theke bis Service. „Ich möchte dem Personal mehr Sicherheit bieten und die Mitarbeiter nicht aus der Kurzarbeit rausholen, um ihnen möglicherweise nach drei Wochen zu sagen, dass sie wieder nach Hause gehen müssen.“ Daher wolle er die Entwicklung der Inzidenzzahlen noch abwarten.

„Am liebsten richtig aufmachen“

Auch Vangelis Skoumpas sind die Inzidenzzahlen noch zu wenig stabil. Zwar freut sich der Inhaber des Restaurant Vangelis in Disteln grundsätzlich, dass er wieder öffnen darf, doch er wartet noch ab. „Wir werden unsere Terrasse am Freitag noch nicht öffnen“, sagt er. Ob sich das im Verlauf des Pfingstwochenendes noch ändert, hänge vom Wetter ab. „Wir bieten auf jeden Fall weiterhin außer Haus an“, sagt Vangelis, „und wir arbeiten mit Hochdruck aufs nächste Wochenende hin.“ Am liebsten möchte er natürlich „richtig aufmachen“, dafür hat der Gastronom auch in Geräte investiert, die mit UVC-Licht im Innern seines Restaurants die Luft reinigen. Wann er und seine Berufskollegen die ersten Gäste drinnen begrüßen können, steht allerdings noch dahin.

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