Gefördert von Bund und Land

Stadt bestellt Luftfilter für 35 problematische Schulräume

In zahlreichen schulisch genutzten Räumen in Herten kann nicht effizient gelüftet werden. Um das Risiko einer Corona-Ansteckung zu minimieren, bestellt die Stadt jetzt Luftfiltergeräte.
Ein Luftfilter steht in einem Klassenraum einer Grundschule (Symbolbild). © picture alliance/dpa

Im August hatte es – wie berichtet – eine Begehung aller städtischen Schulen in Herten gegeben. Ergebnis: 35 Räume unterschiedlichster Art und Größe in diversen Schulen können nicht ausreichend gelüftet werden:

• 6 OGS-Gruppenräume (Offene Ganztagsbetreuung)

• 8 Klassen- und Kursräume

• 2 Aulen

• 3 Differenzierungsräume

• 8 Lehrerzimmer

• 8 Büroräume

Das Städtische Gymnasium, die Martin-Luther-Sekundarschule und die Martinischule in ihrem Übergangsgebäude sind besonders betroffen.

Ein Stoßlüften durch weit geöffnete Fenster ist in den genannten Räumen nicht möglich. Unter diesen Voraussetzungen fördern Bund und Land die Anschaffung von Luftfiltergeräten. Das sind mobile Anlagen, etwa so groß wie ein Kühlschrank, die in einer Ecke des Raumes stehen, die Luft ansaugen und die möglicherweise darin enthaltenen Viren zu mehr als 99 Prozent neutralisieren.

Geräte werden Anfang Oktober erwartet

Seit der vergangenen Woche liegen die genauen Förderbedingungen auf dem Tisch. Die Stadt Herten hat umgehend 37 Luftfiltergeräte bestellt. Die Anschaffungskosten in Höhe von 130.000 Euro werden komplett übernommen, die Stadt muss keinen Eigenanteil leisten. Zusätzlich zahlen Bund und Land pro Gerät noch einmalig 500 Euro für Wartung und Betriebskosten.

„Ich hoffe, dass die Geräte bis Anfang Oktober geliefert werden“, sagt Hermann Pieper, städtischer Beigeordneter für Bildung und Soziales. Er betont jedoch noch einmal, dass Luftfiltergeräte das Lüften durch geöffnete Fenster nur ergänzen, nicht aber ersetzen können. Pieper: „Die Empfehlung des Umweltbundesamtes lautet, dass Klassenräume direkt vor Unterrichtsbeginn und dann noch einmal während der Unterrichtsstunde für fünf Minuten stoßgelüftet werden.“

Langfristig sollen Lüftungsanlagen verbaut werden

Dass dabei insbesondere in den Wintermonaten viel Wärme entweicht, ist Pieper bewusst. Das Beste seien daher fest im Gebäude installierte Lüftungsanlagen, die einen Austausch der verbrauchten Luft gegen Frischluft bewirken und dabei Wärmerückgewinnung betreiben. Derartige Anlagen gibt es bereits in Teilen der Rosa-Parks-Gesamtschule und der Grundschule Herten-Mitte.

Bei künftigen Neubauten oder umfangreichen Sanierungen soll eine solche Lüftungstechnik immer mit eingeplant werden, so etwa als nächstes konkret bei der neuen Martinischule und der neuen Kita an der Süder Grundschule sowie perspektivisch bei den diversen Grundschulsanierungen in den nächsten Jahren.

Schwieriger sei die Situation beim Altbau des Gymnasiums und bei der Ludgerus-Grundschule. Die sind nämlich in den vergangenen Jahren bereits aufwendig saniert worden – ohne Lüftungsanlagen. Ein erneuter Eingriff in die Gebäudesubstanz ist auf lange Sicht nicht geplant. Welche Chancen trotzdem bestehen, müsse noch geprüft werden, so Hermann Pieper.

Kein Geld für Luftfilter auf eigene Rechnung

Unterdessen kauft die Stadt Münster gerade 500 mobile Luftfilteranlagen für Schulräume, die nicht den Förderkriterien von Bund/Land entsprechen. Damit soll auch in Räumen, die gut gelüftet werden können, die Sicherheit noch weiter erhöht werden. 1,4 Millionen zahlt die Stadt Münster aus eigener Tasche. Eine Investition, die sich die hoch verschuldete Stadt Herten nicht leisten kann. Hermann Pieper rechnet vor: Würde man alle 500 schulischen Räume mit solchen Geräten ausstatten, würde dies – inklusive Strom und Wartung – mindestens 1,5 Millionen Euro kosten. Geld, das Herten nicht hat.

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