Kunst made in Herten

Suria Kassimi: „Hertens ländliche Umgebung inspiriert mich“

Sie lebt in Recklinghausen und arbeitet in Herten. Eigentlich war Suria Kassimi auf der Suche nach einem neuen Atelier in der Festspielstadt – gelandet ist sie in Scherlebeck. Und das hat mehrere Gründe.
In ihrem neuen Atelier in Scherlebeck ist die Fotomalerei-Serie „Morphing lines“ von Suria Kassimi entstanden. Im September ist die Kunst made in Herten in Berlin zu sehen.
In ihrem neuen Atelier in Herten ist die Fotomalerei-Serie "Morphing lines" von Suria Kassimi entstanden. Im September ist die Kunst made in Herten in Berlin zu sehen. © Tina Brambrink

Nach vielen Jahren in Großstädten wie Berlin, Düsseldorf oder Amsterdam war die Zeit reif für eine ruhigere Umgebung. Recklinghausen wurde 2013 der künstlerische Mittelpunkt von Suria Kassimi (65). Von hier schwärmte die Netzwerkerin aus: betreute Museumsprojekte im Ruhrgebiet als wissenschaftliche Mitarbeiterin, arbeitete für diverse Institutionen in der kulturellen Bildung, unterrichtete an Schulen, gab Malkurse, leitete Gesprächs-Workshops über die Kunst…

Heute fokussiert sich die Frau mit dem Künstlernamen ganz auf ihre eigene Kunst. Suria Kassimi studierte von 1975 bis 1982 an der Hochschule der Bildenden Künste in Berlin und schloss ihr Studium dort als Meisterschülerin von Fred Thieler ab. Der Schwerpunkt ihrer Arbeit liegt in den Bereichen Film, Performance, Malerei und Fotografie.

Videos zur neuen Fotomalerei-Serie entstanden in der Ried

Sie wohnt weiter in Recklinghausen, hat ihren kreativen Mittelpunkt aber seit einiger Zeit nach Herten verlegt. Auch, weil die Miete hier deutlich günstiger ist als in der Festspielstadt. Aber es gibt noch einen weiteren Pluspunkt: Nur wenige Schritte von der Wohnung entfernt und Suria Kassimi steht mitten im Grünen. „Ich liebe die Natur, viele meiner Arbeiten entstehen dort. Jetzt im Alter kann ich die Qualität der ländlichen Umgebung richtig genießen.“

Auf gut 30 Quadratmetern hat sich die Recklinghäuser Künstlerin in Scherlebeck eine neue Kreativ-Werkstatt eingerichtet.
Auf gut 30 Quadratmetern hat sich die Recklinghäuser Künstlerin in Scherlebeck eine neue Kreativ-Werkstatt eingerichtet. © Tina Brambrink

Auch die Videos zu ihrer neuen Fotomalerei-Serie „Morphing lines“ sind in der Hertener Ried entstanden. Pflanzenfotos sind das Ausgangsmaterial; über das Spiel von Schärfe und Unschärfe auf gold-bronze-farbigem Grund folgt Suria Kassimi dem Phänomen der Linie, sodass abstrakte, dreidimensionale Gebilde entstehen. Ihr Projekt wird gefördert durch ein Künstlerstipendium im Rahmen der NRW-Corona-Hilfen. Am 2. September sind die „Morphing lines“ made in Herten im Rahmen der „Langen Nacht der Bilder“ in Berlin zu sehen. „Eine Arbeit kommt im Herbst sogar in die Landeskunstschau im Dortmunder U“, freut sie sich.

Ausruhen kann und will sich die 65-Jährige auf diesen Erfolgen aber nicht. Seit Beginn der Pandemie sind die Einnahmen durch den Verkauf ihrer Arbeiten in zwei Galerien weggebrochen. Jetzt gilt es ständig, neue Fördertöpfe zu finden oder Künstlerstipendien an Land zu ziehen. Der Antrag für ein Bundesstipendium zum Thema „Verstrickungen“ läuft, in Düsseldorf wartet Suria Kassimi auf die Zusage für ihr Projekt „Studio happenings“.

Ein weiterer Erfolg: Die Stadt Recklinghausen hat sie just als „City Artist NRW 2022“ nominiert. Das Förderprogramm des NRW Kultursekretariates richtet sich zum dritten Mal an zehn ausgewählte Künstlerinnen und Künstler in den Wirkungsfeldern Malerei, Skulptur, Fotografie und Installation bis hin zu Grenzbereichen der Performing Arts. Das Stipendium ist mit 5000 Euro dotiert und ging 2020 an die Recklinghäuser Künstlerin Danuta Karsten.

Ausstellung im Maschinenhaus Scherlebeck

Auch in Herten ist Suria Kassimi bald wieder aktiv: Am 23. September wird der letzte Teil des vom Ministerium für Heimat, Kommunales, Bau und Gleichstellung des Landes NRW geförderten Vermittlungsprojektes „Kaleidoskop Heimat – Querbeet“ in der Maschinenhalle Scherlebeck eröffnet. In der Dozentenausstellung des von Suria Kassimi mitgegründeten Kunstvereins „ReDo“ geht es um eine inhaltliche und emotionale Auseinandersetzung mit dem Begriff „Heimat“. Weitere Infos: www.suriakassimi.wixsite.com

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