Wahrzeichen der Stadt muss gefällt werden

Traurig: Die Tage des Mammutbaums sind gezählt

Vor ziemlich genau einem Monat fragte die Hertener Allgemeine: „Ist der Mammutbaum noch zu retten?“ Die Antwort: Nein! Jetzt ist klar: Das Hertener Wahrzeichen wird gefällt.
Seine Tage sind gezählt: Der Mammutbaum auf dem Otto-Wels-Platz wird voraussichtlich im September gefällt. © Frank Bergmannshoff

Die Nachricht, die mutmaßlich viele Hertenerinnen und Hertener traurig stimmen wird, verkündete Thorsten Westerheide jetzt im Betriebsausschuss der Stadt Herten. Der Leiter des Zentralen Betriebshofs Herten (ZBH), erklärte, dass der Zustand des Baumriesen, der seit mehr als 50 Jahren über den Otto-Wels-Platz in der Hertener Innenstadt wacht, mittlerweile so schlecht ist, dass er nun gefällt werden muss.

Baum mit großer Krone als Ersatz

Dieses soll im Herbst geschehen, momentan peilt man beim ZBH den Monat September an. Thorsten Westerheide versprach im Ausschuss allerdings sofort, dass an gleicher Stelle ein zum Standort passender Baum neu gepflanzt werden wird. Auf Nachfrage der Hertener Allgemeinen erklärte der ZBH-Chef, dass es sich dabei um einen Baum mit großer Krone handeln werden, möglich wäre zum Beispiel eine Eiche oder ein Ahorn. „Letztlich ein Baum, der auf die Zukunft gesehen möglichst langlebig ist und dessen Krone an dieser von vielen Besuchern der Fußgängerzone benutzen Stelle möglichst viel Schatten spendet.“ In der Betriebsausschuss-Sitzung hatte Martina Herrmann von den Grünen erklärt, dass ihre Partei gern den neuen Baum spenden würde. Im Gespräch mit der HA betonte Westerheide, dass man natürlich dort als Ersatz keinen kleinen Setzling pflanzen werde, sondern direkt einen mehrere Meter hohen Baum mit einem Umfang von rund 30 Zentimetern.

Immer wieder fallen Äste herunter

Der sich zusehends verschlechternde Zustand des Mammutbaums hatte in den vergangenen Wochen immer wieder für Schlagzeilen gesorgt. Zunächst rief er Ende Mai die Feuerwehr auf den Plan, weil morsche Äste heruntergefallen waren. Im Anschluss kümmerte sich der ZBH zwar um den Baum, musste aber ebenfalls weitere Äste entfernen. Von der ursprünglich dichten Blätterpracht war da schon seit langem nichts mehr zu sehen. Es gab kaum neue Triebe, viele der Äste waren vertrocknet.

Vor Jahresfrist sah das noch ganz anders aus. Im Frühjahr 2020 hatte der Baum normal ausgetrieben. „Bei der Baumkontrolle wurden keine Auffälligkeiten festgestellt“, erklärt Jan-Tobias Welzel, Bereichsleiter Grün beim ZBH. Aber schon im Sommer 2020 hatte der hochgewachsene Solitärbaum, der den Eingang zur Fußgängerzone markiert, lange vor der üblichen Zeit die meisten Nadeln abgeworfen. Nur einige wenige Äste wiesen noch etwas Grün auf. Schnell entfernten daraufhin Mitarbeiter des ZBH die Mulch-Schicht innerhalb der Baumscheibe und begannen, den Baum mit Feuchtigkeit zu versorgen.

Tausende Liter Wasser flossen, zudem wurde ein spezieller Dünger benutzt, um den Baum wieder aufzupäppeln. Doch all dies half nichts.

Gründe für den Verfall sind bis heute unklar

Die Gründe, warum der Baum innerhalb kürzester Zeit in einen solch schlechten Zustand geriet, sind bisher nicht geklärt worden. Die ZBH-Experten betonen, dass es nicht an der Hitze der vergangenen Sommer gelegen habe, da es sich um einen Urwelt-Mammutbaum aus China handele und dieser mit hohen Temperaturen gut klarkäme.

Die Hertener Stadtwerke wiederum erklärten bereits, dass auch kein Zusammenhang mit einer Leckage an einer Fernwärmeleitung in der Nähe des Baums bestehen würde. Die Leitung ist isoliert und befindet sich gesichert in einem Betonhaubenkanal, sodass bei einer Leckage kein auslaufendes Wasser ins Erdreich gelangen kann, hieß es von den Stadtwerken. Eine Erwärmung des Kanals sei bei der Lokalisierung des Lecks nicht festgestellt worden. Die Wärmebildkamera habe dort keine erhöhten Temperaturen angezeigt.

Thorsten Westerheide: „Was genau mit dem Baum geschehen ist, können wir immer noch nicht sagen. Manchmal kann man Natur eben nicht erklären.“

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