Internationaler Tag der Müllabfuhr

Überraschend: Warum in Herten trotz Corona weniger Papiermüll anfällt

Lockdown und Homeoffice während der Corona-Pandemie haben sich auf die Befüllung der Abfall-Tonnen ausgewirkt.
Die Mitarbeitenden des Zentralen Bauhofs Herten (ZBH) holen den Müll der Hertenerinnen und Hertener ab. © Anna Lisa Oehlmann

Werktags sind die in leuchtendes Orange gekleideten Mitarbeitenden des Zentralen Betriebshofs Herten (ZBH) auf den Straßen unterwegs und leeren die Mülltonnen. Sie haben beobachtet und gespürt, wie sich das Füllverhalten der Altpapier-, Restmüll- und Bio-Tonnen in der Corona-Pandemie verändert hat. Wir haben anlässlich des Internationalen Tags der Müllabfuhr darüber mit Gregor Born, Bereichsleiter Abfallwirtschaft beim ZBH, unterhalten.

Menge an Restmüll und Bioabfällen steigt während Corona in Herten

Insgesamt hat sich die Menge der eingesammelten Bio- und Restmüll-Abfälle von 2019 auf 2020 erhöht. Um rund 8 Prozent sind es beim Biomüll (90,7 Kilogramm je Einwohner), um 6,5 Prozent beim Restmüll. Gregor Born hat eine Vermutung, wie diese Steigerung zustande kommt: „Die Hertener haben aufgrund von Homeoffice mehr zu Hause gelebt und gekocht“, so sei auch mehr Bioabfall und Restmüll angefallen.

Hertener verursachen weniger Tonnen Papiermüll

Beim Papiermüll ist seit einigen Jahren eine gegensätzliche Entwicklung zu beobachten, berichtet Gregor Born. Von 2019 auf 2020 nahm das Gewicht des Papiermülls um 5,7 Prozent ab und sank auf 58,7 Kilogramm je Einwohner.

Das erscheint mit Blick auf den immer stärker wachsenden Online-Handel überraschend, hat aber einen Hauptgrund: die Digitalisierung.

„Wenn wir früher einen Papiercontainer bei einem Reisebüro abholen mussten, konnten wir den kaum bewegen. Heute gibt es weniger Kataloge“, erzählt Born. Die Zahl der Print-Medien – vom Versandhaus-Katalog bis zur gedruckten Tageszeitung – nehme auch in den Privathaushalten stetig ab.

Aufgrund der Kartons, die vom Online-Handel vermehrt verschickt werden, bleibe das Altpapier-Volumen jedoch hoch. Die Mitarbeitenden appellieren an die Hertenerinnen und Hertener: „Bitte falten Sie ihre Kartons klein, bevor diese in der blauen Tonne landen“. Die Devise lautet: „mach’s flach“. Das würde dem Presswerk im Müllwagen die Arbeit deutlich erleichtern und auch der Inhalt der Tonne würde leichter in den Müllwagen fallen.

Weniger Sperrmüll und Grünschnitt verzeichnet

Wohl aufgrund der über Wochen anhaltenden Lockdowns im Jahr 2020 ist die Menge des Sperrmülls um knapp 3 Prozent und die des Grünschnitts am ZBH um 8,5 Prozent zurückgegangen.

Eine dringende Bitte hat der Hertener Abfall-Chef: „Bitte trennen Sie Ihren Müll.“ Denn mit Altpapier und Biomüll lassen sich Erlöse erzielen – die wiederum dafür sorgen, dass weniger Abfall-Gebühren für die Bürger anfallen. Zudem wirbt er angesichts der Temperaturen und der Corona-Pandemie für Verständnis dafür, dass die Mitarbeitenden des Zentralen Betriebshofs zum Teil bereits früher als gewohnt die Tonnen leeren.

Der Abend in Herten

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