Kirche in Herten

Ungewohntes Gefühl – So kommen Lockerungen im Gottesdienst an

Durch die Lockerungen können viele Gemeinden wieder fast normale Messen feiern. Wir waren in St. Maria Heimsuchung in Langenbochum am Sonntag dabei.
Brigitte Stollenwerk ist Teil der katholischen Gemeinde und überglücklich, dass nun wieder in Messen gesungen werden darf. © Josephine Struckmeier

Aufatmen und wieder aus vollem Hals singen können, auch ohne Maske. Dies ist nun in den katholischen Gemeinden in Herten wieder möglich. Die Regelungen für Gottesdienste wurden gelockert, wie in der katholischen Gemeinde St. Maria Heimsuchung in Langenbochum.

Überglücklich über Gesang in Messen

Brigitte Stollenwerk ist Teil der katholischen Gemeinde und überglücklich, dass nun wieder in Messen gesungen werden darf. Für sie war es schon eine ganz besondere Freude, als sie letzte Woche in die Kirche kam und die Gesangsbücher wieder aufgebaut waren: „Die Bücher waren die ganze Zeit weggeräumt, da man eh nicht singen durfte. Dass diese hier wieder stehen und wir mitsingen können, gibt einem ein leichtes Gefühl von Normalität“, beschreibt sie.

Für Pfarrer Bernd Westkamp hat der Gesang im Gottesdienst eine ganz besondere Bedeutung.
Für Pfarrer Bernd Westkamp hat der Gesang im Gottesdienst eine ganz besondere Bedeutung. © Josephine Struckmeier © Josephine Struckmeier

„Zwar besteht der Dialog von Pastor und Gemeinde hauptsächlich aus dem gesprochenen Wort des Predigers, aber nun mal auch aus Gesang. Wenn keiner singen darf, ist es in etwa so, als würden sich die Gäste auf einem Fest nur stumm gegenübersitzen“, so Pfarrer Bernd Westkamp. Für Westkamp fühlen sich die Messen an, wie der Frühling nach einer langen Eiszeit. Er bemerkt, dass Mitglieder in der Gemeinde auftauen: „Viele Menschen haben keine Messen mehr besucht, sei es aus Angst oder weil ihnen die Regeln zu streng waren. Sie haben sich regelrecht vergraben und kommen jetzt aber wieder mit Freude zurück“, sagt er.

Roswitha Gondermann beobachtet, dass durch die neuen Regelungen nicht nur die Messen, sondern auch die Gemeindemitglieder lockerer werden.
Roswitha Gondermann beobachtet, dass durch die neuen Regelungen nicht nur die Messen, sondern auch die Gemeindemitglieder lockerer werden. © Josephine Struckmeier © Josephine Struckmeier

„Viele Leute sind seit dem Beginn der Corona-Krise sehr verunsichert. Noch vor kurzem hat man an Fronleichnam gesehen, wie stark dies die Gemeinde und ihre Feste belastet“, sagt Roswitha Gondermann. Sie begrüßt die Lockerungen, da viele Menschen dadurch wieder an Sicherheit gewinnen können. „Natürlich verfliegt die Unsicherheit nicht bei der ersten Messe, viele müssen sich erstmal orientieren, ob sie nun die Maske absetzten dürfen oder nicht“, beschreibt Gondermann.

Gert und Ursula Linka haben sich auch von den strengsten Regelungen nicht verunsichern lassen.
Gert und Ursula Linka haben sich auch von den strengsten Regelungen nicht verunsichern lassen. © Josephine Struckmeier © Josephine Struckmeier

Gert und Ursula Linka haben sich auch von den strengsten Regelungen nicht verunsichern lassen. Die beiden waren während der gesamten Corona-Zeit jeden Sonntag in der Kirche. Sie beschreiben eine eigenartige Atmosphäre aufgrund von Gesangsverbot und Maskenpflicht. „Da muss man dann durch“, sagt Gert Linka, „aber um so glücklicher ist man natürlich, wenn diese angespannte Stimmung endlich weg ist“. Zwar berichten sie, dass der ein oder andere heimlich unter der Maske leise mitgesungen hat, doch gemeinschaftlich war das nicht. Ursula Linka ist glücklich: „Jetzt kann man endlich wieder offiziell seinen Nebenmann beim Singen hören.“ Gert Linka lacht: „Auch wenn der ein oder andere schiefe Ton dabei ist.“

Der Abend in Herten

Täglich um 18:00 Uhr berichten unsere Redakteure für Sie im Newsletter über die wichtigsten Ereignisse des Tages.

Informationen zur Datenverarbeitung im Rahmen des Newsletters finden Sie hier.

Lesen Sie jetzt