Hertener bei Wettbewerb prämiert

Vorgärten mit Vorbildcharakter – und ein Volltreffer für die Philipps

Damit hätten die Philipps nie gerechnet: Auf Anhieb landen sie beim Vorgartenwettbewerb für Herten und Gelsenkirchen auf Platz 1. Die Distelner stecken jede freie Minute in ihre grüne Oase.
Petra und Helmut Philipp aus Disteln haben mit ihrem prächtigen Vorgarten den 1. Platz beim interkommunalen Vorgartenwettbewerb des Klimabündnisses Gelsenkirchen e.V. gewonnen. © Stefan Korte

Ausgerechnet an ihrem großen Abend öffnet der Himmel die Schleusen. Petra und Helmut Philipp aus Disteln strahlen trotzdem. Außerdem: Regen ist gut für die Pflanzen, und davon haben die beiden jede Menge. „Eine grüne Oase“ nennen sie ihr Naturparadies vor der Haustür.

Völlig zurecht, wie auch die Jury beim interkommunalen Vorgartenwettbewerb des Klimabündnisses Gelsenkirchen e.V. erkannt hat. Im Hof des energielabor.ruhr an den Torhäusern der ehemaligen Zeche Westerholt dürfen sich die Philipps daher über Platz 1 freuen, und das auf Anhieb: „Wir haben uns zum ersten Mal beworben“, sagt Helmut Philipp, der angesichts der starken Konkurrenz nicht mit dem Volltreffer gerechnet hat. Neben einer Urkunde und – wie könnte es anders sein – Blumen gibt es für die drei Erstplatzierten jeweils Geldpreise: 500 Euro dürfen die Philipps mit nach Hause nehmen.

Aus den Händen von Hertens Bürgermeister Matthias Müller erhielten Petra und Helmut Philipp ihre Auszeichnung.
Aus den Händen von Hertens Bürgermeister Matthias Müller erhielten Petra und Helmut Philipp ihre Auszeichnung. © Oliver Prause © Oliver Prause

„Der Garten ist unser schönstes Hobby“

Dabei sind die bewundernden Blicke vieler Passanten den Philipps eigentlich schon Belohnung genug. Jede freie Minute verbringen sie damit, ihre prächtigen Beete und Pflanzen zu hegen und zu pflegen. Aber die Arbeit im Grünen macht dem Ehepaar auch richtig Spaß: „Für uns ist das Entspannung und der Garten unser schönstes Hobby geworden“, sagt Petra Philipp.

Seit 1981 wohnen die beiden an der Bachstraße und fanden beim Einzug einen typischen „Sechziger-Jahre-Vorgarten“ vor, bestehend aus einer Rasenfläche, einem Flieder und einigen Rosen. Nachdem sie das Haus Mitte der 1990er-Jahre gekauft hatten, begannen sie mit der stetigen Veränderung der Fläche. Anregungen dafür holt sich das Ehepaar in Schaugärten in Deutschland und den Niederlanden.

Petra Philipp zeigt eine der vielen prächtigen Pflanzen in ihrem Vorgarten.
Petra Philipp zeigt eine der vielen prächtigen Pflanzen in ihrem Vorgarten. © Stefan Korte © Stefan Korte

Vorgarten mit positiver Wirkung auf Mensch und Tier

„Vor zwei Jahren wurden die Betonsteine im Eingangsbereich durch Naturpflaster ersetzt. Außerdem soll eine Pergola aus naturbelassenem Kastanienholz über der Eingangstreppe entstehen“, sagen die beiden. Die Fassadenbegrünung und ein Trompetenbaum ergänzen die Staudenanpflanzungen der nordostseitig ausgerichteten Vorgartenfläche. Durch die vollständige Bodenbedeckung mit Pflanzen und das üppige Fassadengrün sind positive Wirkungen auf die Bodenstruktur und das Mikroklima gegeben. Außerdem gibt es Nistkästen, die von den Vögeln gut angenommen werden.

Ein vorbildlicher Vorgarten also, der einladend wirkt – für Mensch und Tier. Den Vorbildcharakter der Teilnehmer betont auch Hertens Bürgermeister Matthias Müller, der mit seiner Gelsenkirchener Amtskollegin Karin Welge die Preise überreicht. „An ihnen werden sich hoffentlich viele ein Beispiel nehmen und im Kleinen etwas für das große Ziel Naturschutz tun. Wenn ich mal als Hummel wiedergeboren werde, weiß ich jedenfalls, wohin ich fliegen werde“, sagt er augenzwinkernd.

Auch für Platz zwei beim Vorgartenwettbewerb durfte Bürgermeister Matthias Müller zwei Hertener auszeichnen: die Bertlicher Anna-Maria Röhling und Peter Sander.
Auch für Platz zwei beim Vorgartenwettbewerb durfte Bürgermeister Matthias Müller zwei Hertener auszeichnen: die Bertlicher Anna-Maria Röhling und Peter Sander. © Oliver Prause © Oliver Prause

„Nicht gegenseitig Steine in den Weg legen“

„Niemand möchte, dass Menschen sich gegenseitig Steine in den Weg legen“, macht Karin Welge klar, gegen welche Auswüchse der Wettbewerb ein Zechen setzen will: Steingärten, die zwar bequem zu pflegen sind, aber der Natur keinen Gefallen tun. „Bequem ist das eine, zu bequem aber irgendwann schädlich.“

Insgesamt 43 Vorschläge waren bis Anfang Juli bei den Organisatoren eingegangen. Dann setzte sich die Jury zusammen und hatte tatsächlich die Qual der Wahl. „Wunderbar, dass so viele gute Beispiele vielfältiger, naturnaher und schöner Gärten eingesendet wurden. Es ist ermutigend zu sehen, wie viele Menschen sich Gedanken um Natur- und Klimaschutz machen und entsprechend handeln“, sagt Landschaftsarchitektin Ute Ellermann, die den Wettbewerb fachlich begleitet. Auch Ilka Koelsch vom Stadtentwicklungsamt der Stadt Herten ist angesichts der Menge und Qualität der Beiträge beeindruckt: „Das direkte Wohnumfeld ist für uns Menschen sehr wichtig. Es ist schön zu sehen, dass das auch immer mehr im Bewusstsein der Menschen ankommt.“

Da aber bei einem Haus nicht nur der erste Eindruck – also der Vorgarten – zählt, sondern auch der Blick hinter die Fassaden, hat das Klimabündnis auch einen Wettbewerb zu den schönsten Hinterhöfen ausgerichtet. 23 Bewerbungen gab es in dieser Kategorie. Auch dabei wurde eine Hertenerin mit einer Auszeichnung bedacht. Einen Sonderpreis erhielt Melanie Schneider, die sogar in einer gewerblich genutzten Fläche eine liebevolle Begrünung hinbekommen hat. In dem Hinterhof in Disteln wurde der mit Pflastersteinen bedeckte Untergrund entsiegelt und in eine mit zahlreichen blühenden Stauden und Gehölzen bepflanzte Oase mit hoher Aufenthaltsqualität verwandelt.

INFO: Alle Erstplatzierten beim Wettbewerb

Kategorie Vorgärten:

1. Platz: Petra und Helmut Philipp (Herten-Disteln)

2. Platz: Anna-Maria Röhling und Peter Sander (Herten-Bertlich); 3. Platz: Monika Stern (Gelsenkirchen-Bulmke-Hüllen). Sachpreise: Kirsten Bollhöfer und Sebastian Bertling (Herten-Langenbochum) sowie Ute Grabinski (GE-Ückendorf). Sonderpreise: Gabriele Sowa, Sandra Chojecki und Bettina Kotterheidt (GE-Schalke) sowie Judith Hoffmann (GE-Feldmark)

Kategorie Sonderpreis Hinterhöfe:

1. Platz: Heike Feddern (GE-Erle); 2. Platz: Gisela Bienk (GE-Ückendorf); 3. Platz: Kim Redlich (GE-Buer). Weitere Sonderpreise: Melanie Schneider (Herten-Disteln) sowie Jan Colling und Elena D‘Onofrio (GE-Erle)

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