Otto-Wels-Platz

Wahrzeichen der Hertener Innenstadt wird kurzfristig gefällt

Erste Ankündigungen gab es schon im Sommer 2021. Am Donnerstagabend teilte die Stadt Herten nun mit: Der Mammutbaum, ein Wahrzeichen der Innenstadt, wird kurzfristig gefällt. Das Datum steht fest.
Seine Tage sind gezählt: Der Mammutbaum auf dem Otto-Wels-Platz wird voraussichtlich im September gefällt. © Frank Bergmannshoff

Der Mammutbaum auf dem Otto-Wels-Platz zwischen dem Rathaus und den Rathaus-Galerien ist seit längerer Zeit in keinem guten Zustand mehr. Dass Kinder unter seinem satten Grün auf den beliebten Bronze-Schweinen kletterten, ist lange vorbei. Auch besondere Pflegemaßnahmen führten zu keinerlei Besserung, so dass der Baum nach Darstellung der Stadt Herten nicht mehr erhalten werden kann.

Rettungsversuch mit Wasser und Dünger

Bereits im Sommer 2020 hatte der hochgewachsene Solitärbaum, der seit mehr als 50 Jahren den Eingang zur Fußgängerzone markiert, lange vor der üblichen Zeit die meisten Nadeln abgeworfen. Nur wenige Äste wiesen noch etwas Grün auf. Schnell entfernten daraufhin Mitarbeiter des Zentralen Betriebshofes (ZBH) die Mulch-Schicht innerhalb der Baumscheibe und begannen, den Baum mit Feuchtigkeit zu versorgen.

Tausende Liter Wasser flossen, zudem wurde ein spezieller Dünger benutzt, um den Baum wieder aufzupäppeln. Doch all dies half nichts. Auch mit dem Austrieb im Frühjahr 2021 verbesserte sich der Zustand nicht. Stattdessen fielen trockene Äste herab, ein Mal musste sogar die Feuerwehr anrücken.

Krasser Unterschied: Der Mammutbaum in der Hertener Innenstadt im Juni 2006. Heute sind kaum noch Blätter vorhanden.
Krasser Unterschied: Der Mammutbaum in der Hertener Innenstadt (l.) im Juni 2006 und heute. © Bilder: Bergmannshoff/Stadt Herten Montage: Junker

Die Gründe, warum der Baum innerhalb kürzester Zeit in einen derartig schlechten Zustand geriet, sind bisher nicht geklärt worden. Die ZBH-Experten betonen, dass es nicht an der Hitze der vergangenen Sommer gelegen habe. Denn es handele sich um einen Urwelt-Mammutbaum aus China, der mit hohen Temperaturen gut klarkomme.

Die Hertener Stadtwerke wiederum wiesen Befürchtungen aus der Bürgerschaft zurück, dass die Fernwärmeleitung unter dem Otto-Wels-Platz das Absterben verursacht habe. Die Leitung sei isoliert und befinde sich gesichert in einem Betonhaubenkanal.

Für Platz-Umgestaltung sollte er schon einmal fallen

Bei der Neugestaltung des Otto-Wels-Platzes in den Jahren 2004 bis 2006 sollte der Mammutbaum zunächst verschwinden. Den Stadtplanern schwebten an seiner Stelle kleinere Bäume mit würfelförmig gestutzten Kronen vor. Doch Bürger und Kaufleute setzten sich für die Rettung des Wahrzeichens ein – mit Erfolg.

Baum wird in Stücken abgetragen

18 Jahre später steht die Fällung des Baumes nun kurz bevor. Am Mittwoch, 2. Februar, soll sie über die Bühne gehen. „Wir wissen, dass der Baum den Hertenerinnen und Hertenern sehr am Herzen liegt“, erklärt Bürgermeister Matthias Müller. „Deshalb hat das Team vom ZBH alles versucht, um ihn zu erhalten.“ Die Fällung soll am 2. Februar ab 8 Uhr erfolgen, und zwar in Form einer Abtragung von Teilstücken, die jeweils rund zwei Meter lang sind.

Neuer Baum soll mit Klimawandel klarkommen

Der Baumstandort am Eingang zur Innenstadt bleibt danach erhalten und wird im Nachgang für eine Ersatzpflanzung vorbereitet. Bei der Auswahl des neuen Baumes wird im Hinblick auf den Klimawandel besonderes Augenmerk darauf gelegt, dass er Trockenheit und Hitze gut verträgt.

Sollte das Holz in einem guten Zustand sein, können es interessierte Institutionen zum Beispiel für Kunstprojekte weiterverwenden. „Das können wir aber erst nach der Fällung mit Sicherheit sagen“, betont Jan-Tobias Welzel vom ZBH.

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