Landgericht Bochum

Warnschuss nach Verfolgungsfahrt: Duo vor Gericht

Nach einem Einbruch in Herten rasen die mutmaßlichen Täter quer durchs Ruhrgebiet – die Polizei hinterher. Jetzt stehen die beiden Männer vor Gericht.
Im gleichen Hemd vor Gericht: Die beiden Angeklagten neben ihren Verteidigern Olaf Krekeler (vorne) und Volker Schröder. © Jörn Hartwich

Erst ging es in halsbrecherischem Tempo von Herten nach Castrop, dann gab die Polizei sogar einen Warnschuss ab: Nach einer wilden Verfolgungsjagd müssen sich zwei mutmaßliche Einbrecher seit Freitag in Bochum vor Gericht verantworten.

Es war die Nacht auf den 6. April 2021, als die Angeklagten einen Gullydeckel durch das Schaufenster eines Tabak- und Schreibwarengeschäfts auf der Josefstraße in Herten geworfen haben sollen. Anschließend flüchteten sie laut Anklage mit Tabakwaren im Wert von 10.000 Euro. Dabei sollen sie einen Mercedes benutzt haben, an dem zuvor falsche Nummernschilder angebracht worden waren.

Die Polizei war den 32 Jahre alten Männern jedoch sofort auf den Fersen. Statt anzuhalten, drückte der Fahrer allerdings mächtig aufs Gas. Laut Anklage ging es über rote Ampeln, Autos wurden rechts überholt. Wo Tempo 50 war, schlug die Tachonadel angeblich bis 140 aus. Erst am Autobahnkreuz Castrop-Rauxel Ost war die Hochgeschwindigkeitsfahrt zu Ende. Die Angeklagten kamen von der Fahrbahn ab, schleuderten in die Grünanlagen.

Als die Polizisten aus ihrem Wagen ausstiegen, soll der Fahrer noch einmal Gas gegeben haben. Daraufhin fiel offenbar ein Warnschuss. Dann kam angeblich auch noch Reizgas zum Einsatz. Zum Prozessauftakt am Bochumer Landgericht haben sich die Angeklagten noch nicht zu den Vorwürfen geäußert.

Der Abend in Herten

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