Problem besteht seit Jahren

Wilder Müllberg an den Kleingärten in Elpe ärgert viele Bürger

Ob Anwohner der Bauerschaft Elpe oder Spaziergänger, die Erholung im Grünen suchen: Viele ärgern sich über Müllberge, die regelmäßig am Zugang zur Kleingartenanlage „In den Erlen“ entstehen.
So sah der Müllberg an der Kleingartenanlage zu Anfang aus. Später kamen zu Kühlschränken und Gartengeräten diverse Regentonnen, Chemiebehälter und weiterer Unrat hinzu, der kostenpflichtig entsorgt werden müsste. © Privat

Kühlschränke, Gartengeräte von der Schaufel bis zum Düngerwagen, alte Regentonnen, Plastikfässer, Holz … Die Liste der abgelegten Dinge am Weg zu den Kleingärten an der Elper Straße ist lang und legt den Verdacht nahe, dass als Verursacher eventuell Mitglieder der Kleingartenvereine infrage kommen. Die sind unter dem Dach der Anlage „In den Erlen“ vereint: „Im Erlengrund“, „Elper Quelle“ und „Im Grünen“. Bewiesen ist das freilich nicht und von der Hertener Allgemeine befragte Kleingärtner weisen die Täterschaft entschieden von sich. Eine langjährige Pächterin sagt: „Jeder ist gehalten, seinen Müll mit nach Haus zu nehmen und dort zu entsorgen.“

Vereinbarung mit einem Schrotthändler getroffen

Carsten Lenz, Vorsitzender des Vereins „Im Grünen“, erzählt, dass seines Wissens eine Vereinbarung mit einem Schrotthändler getroffen wurde. „Der holt regelmäßig Schrott ab, der dort an die Straße gelegt wird.“ Dass seine Mitglieder für den Haufen verantwortlich sind, könne er sich nicht vorstellen. „Unsere Gärten liegen im oberen Teil zur Riedstraße hin. Der Weg zur Elper Straße ist viel zu weit.“ Bei den Gemeinschaftssitzungen der drei Vereine sei das Thema nicht als Problem bekannt und besprochen worden.

Kurz nachdem die Kühlschränke und Gartengeräte abgelagert wurden, kamen eine Regentonne und Behälter aus dem Chemiepark hinzu, die offenbar zu Regentonnen umfunktioniert wurden.
Kurz nachdem die Kühlschränke und Gartengeräte abgelagert wurden, kamen eine Regentonne und Behälter aus dem Chemiepark hinzu, die offenbar zu Regentonnen umfunktioniert wurden. © Privat © Privat

Seit vielen Jahren kommt es in Elpe immer wieder zu solchen Müllablagerungen am Wegesrand. Wie bestellt und nicht abgeholt stehen die Sachen da. In kürzester Zeit entwickelt der Berg ein Eigenleben: Dinge verschwinden, andere kommen hinzu. Diesmal fing alles mit einem ausrangierten Kühlschrank und ein paar Gartenstühlen an. Mittlerweile sind Plastikteile wie ein altes Welldach, eine Regentonne und einige Fässer aus dem Chemiepark hinzugekommen, die offenbar zum Wassersammeln genutzt wurden. Bisweilen werden von Anwohnern Autos beobachtet, deren Fahrer das Gerümpel in Augenschein nehmen, etwas hinzufügen, anderes mitnehmen.

Vereine lassen ihren Abfall nicht entsorgen

Beim Zentralen Betriebshof (ZBH) der Stadt Herten ist die Problematik bekannt. „An Kleingartenanlagen auch an anderen Stellen in der Stadt finden wir regelmäßig solche Ablagerungen“, sagt Gregor Born, ZBH-Bereichsleiter Abfall. Man spräche die Vereine darauf an, doch es wiederhole sich immer wieder.

Das Problem ist vielschichtig. Einerseits sei ein Großteil der Kleingartenvereine nicht bereit, mit dem ZBH einen Vertrag zur Abfallentsorgung zu schließen – dann würden natürlich Gebühren fällig. Deshalb könnten sie gar keinen Sperrmülltermin in Anspruch nehmen, der ist ja an die Abfallentsorgung gebunden. Hinzu kommt, dass ein Großteil der entsorgten Gegenstände gar nicht vom Sperrmüllteam mitgenommen würde. Ob Regentonne oder Welldach: Die müssten gegen Gebühr selbst zum ZBH gebracht und entsorgt werden.

Beim Putztag wurde eine ganze Gartenhütte abgelegt

Auch der alljährliche Putztag „Herten putzt sich raus“ wird leider von manchen schwarzen Schafen genutzt, um sich irgendwelcher Abfälle zu entledigen, deren Entsorgung teuer würde. Zum Beispiel wurde eine ganze Gartenhütte in Einzelteilen abgelegt – so geschehen an den Grabelandgärten am Katzenbusch.

Verursacher lassen sich in der Regel nicht eindeutig ermitteln. Selbst wenn auf einem Teil ein Name steht, kann behauptet werden, dass das Objekt von anderen damit gekennzeichnet wurde. Es bräuchte schon Zeugen oder Überwachungsaufnahmen, um einen Nachweis zu führen.

Die Kosten trägt die Allgemeinheit

Die Müllhaufen schnellstens zu entsorgen, macht aus Sicht des ZBH-Experten Gregor Born keinen Sinn. Solange keine Gefahr von den Ablagerungen ausgehe, würden sie eine Weile liegengelassen – auch in der Hoffnung auf soziale Kontrolle und den Lerneffekt, dass die Stadt nicht gleich „springt“. Frühestens im August sei mit der Abfuhr des Haufens zu rechnen. Arbeitstitel: „Wilder Abfall auf Kosten der Allgemeinheit“.

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